EM-Qualifikation U21

Schweizer U21 startet mit Sieg in EM-Qualifikation - bleibt aber nicht ohne Sorgen

Das Schweizer U21-Nationalteam startet erfolgreich in die Qualifikation für die EM 2019 in Italien. Die Schweizer besiegen Bosnien-Herzegowina in Biel 1:0. Allerdings ist die U21-Auswahl - genau wie die A-Nationalmannschaft - auf der Suche nach einem echten Knipser. Gegen Bosnien traf einzig Aufbauer Haas.

ein, die U21 wird wohl auch keine grosse Hilfe werden. Auf jeden Fall ist gestern Abend bei ihrem Spiel gegen Bosnien-Herzegowina kein Stürmer gesichtet worden, der sich dem Problem der abschlussschwachen A-Nati annehmen könnte. Diese gewinnt zwar unentwegt, doch viele Tore schiesst sie nicht. Es fehlt der Mittelstürmer, der abgezockte Knipser, der die Bälle humorlos reinhaut. So sind es fast ausschliesslich die Aufbauer oder Flügelspieler, welche für die Tore sorgen.

Wer nun nach Biel gekommen war, um vielleicht eine neue Stürmerhoffnung zu entdecken, wurde enttäuscht. Hauptkandidat Albian Ajeti, der es beim FC St. Gallen immerhin auf zehn Tore gebracht hatte, musste wegen einer Patellasehnenverletzung passen. Und Shkelqim Demhasaj, der für den FC Schaffhausen stolze 17 Tore geschossen hat, ist zwar ein Talent, aber als Challenge-League-Spieler noch viel zu leichtgewichtig, wie die 90 Minuten zeigten.

So musste, wie bei den Grossen, ein Mittelfeldspieler in die Bresche springen, um die Schweiz zum Sieg zu schiessen. Nicolas Haas, beim FC Luzern mit nur einem Saisontreffer auch nicht gerade als Goalgetter aufgefallen, erzielte im Anschluss an einen Corner aus kurzer Distanz den einzigen Treffer des Abends. «Es ist schön, dass uns mein Tor zu drei Punkten verhilft», sagte der Captain hinterher.

Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Weil das 1:0 nach einer munteren Startphase schon nach zwölf Minuten gefallen war, schien aus Schweizer Sicht alles aufgegleist für einen gefreuten Abend. Zumal die Klubnamen auf dem Matchblatt für grossen Fussball standen: West Ham (Edimilson), Mönchengladbach (Zakaria), Hoffenheim (Kobel), Atalanta Bergamo (Haas) und VfB Stuttgart (Grgic). Allerdings spielen Zakaria und Haas ja erst ab der kommenden Saison im Ausland.

Doch die Mannschaft, von Trainer Heinz Moser, als vielversprechendes Ensemble eingestuft, konnte ihre spielerische Linie nicht lange halten. Mehr und mehr zerbröselte ihr Spiel, sodass auch die zu Beginn inexistenten Osteuropäer Spielanteile erhielten. Gerade von Spielern wie Zakaria und Edimilson , der doch in der Premier League eine überraschend gute erste Saison absolviert hatte, hätte man erwartet, sie würden die Zügel in die Hand nehmen.

«Wir spielten das erste Mal so zusammen, da kann noch nicht alles klappen», sagte Haas, «aber natürlich haben wir noch viel Luft nach oben.» Immerhin hatte das Aufkommen der Bosnier zur Folge, dass zu sehen war, was der eher unbekannte Kobel drauf hat. Der in Hoffenheim für die Bundesliga präparierte Torhüter verhinderte mit einer starken Parade Menalo das 1:1.

Portugal als Härtetest

So blieb es beim knappen Heimsieg. Wobei es im Prinzip mehr ein Auswärtsspiel gewesen war – die Mehrheit der 1500 Zuschauer unterstützte das bosnische Team . Wie auch immer: Den Schweizern, die letztmals 2011 bei einer U21-Endrunde am Start und danach dreimal nur Zuschauer gewesen waren, ist der erste Schritt auf dem Weg nach Italien und San Marino gelungen. Dort wird 2019 das Finalturnier ausgetragen.

Der härteste Gegner dürfte, wie für das A-Team in der WM-Ausscheidung, Portugal sein. Die Iberer sind allerdings noch mit einer anderen Aufgabe beschäftigt. Sie zählen zu den Favoriten, wenn ab Freitag in Polen zuerst einmal der Europameister 2017 ermittelt wird.

Schweiz - Bosnien-Herzegowina 1:0 (1:0)

Biel. - SR Visser (BEL). - Tor: 13. Haas (Hefti) 1:0.

Schweiz: Kobel; Lotomba, Hefti (47. Rhyner), Arnold, Stettler; Haas (60. Grgic), Edimilson Fernandes (92. Hunziker), Zakaria; Sow, Demhasaj, Oliveira.

Bosnien-Herzegowina: Karacic; Memija, Mihojevic, Radeljic, Todorovic; Redzic (65. Loncar), Hadziahmetovic; Kuzmanovic (69. Andusic), Gojak, Menalo; Beganovic (81. Aganspahic).

Bemerkungen: 59. Heber von Menalo auf die Latte. Verwarnungen: 66. Radeljic (Reklamieren), 70. Edimilson Fernandes (Foul), 80. Zakaria (Foul), 85. Hadziahmetovic (Foul).

EM-Qualifikation U21. Gruppe 8. In Biel: Schweiz - Bosnien-Herzegowina 1:0 (1:0). In Eschen-Mauren: Liechtenstein - Rumänien 0:2 (0:1). - Rangliste: 1. Rumänien 1/3 (2:0). 2. Schweiz 1/3 (1:0). 3. Bosnien-Herzegowina 2/3 (6:1). 4. Portugal und Wales je 0/0. 6. Liechtenstein 2/0 (0:8). - Nächstes Spiel der Schweiz. Freitag, 1. September: Schweiz - Wales (Spielort noch nicht festgelegt).

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