Während des Slaloms am Morgen hatte es stark geschneit. Wenigstens fanden dabei praktisch alle Teilnehmer die gleich schwierigen Bedingungen vor. In der Abfahrt war das anders. Unmittelbar nach der Fahrt des mit der Nummer 8 gestarteten Hintermann begann es wieder zu schneien, so dass die nachfolgenden Fahrer, die besten nach dem einen Slalom-Lauf, auf der verkürzten Strecke mit Start unterhalb des Hundschopfs chancenlos blieben. Hintermanns bisheriges Bestergebnis im Weltcup war der 21. Rang, errungen vor knapp einem Jahr in der Abfahrt in Chamonix.

Der Berner Oberländer Nils Mani klassierte sich als Fünfter und realisierte ebenfalls sein bestes Resultat auf dieser Stufe. Der nach dem Slalom führende Walliser Justin Murisier wurde Siebenter, Mauro Caviezel Zwölfter, Carlo Janka Neunzehnter.

Sieger Niels Hintermann, flankiert vom Franzosen Maxence Muzaton (l.) als Zweiter und vom Österreicher Frederic Berthold (r.)als Dritter.

Sieger Niels Hintermann, flankiert vom Franzosen Maxence Muzaton (l.) als Zweiter und vom Österreicher Frederic Berthold (r.)als Dritter.

Auf dem Podest wurde Hintermann von Maxence Muzaton und Frederic Berthold flankiert. Der Franzose und der Österreicher schafften ebenfalls ihr mit Abstand bestes Resultat im Weltcup. Muzaton hatte den 11. Rang vor zwei Jahren in der Abfahrt in Kitzbühel, der Sohn des deutschen Cheftrainers Mathias Berthold den 17. Platz vor knapp drei Jahren in der Abfahrt in Garmisch als Bestwert ausgewiesen.

Muzatons Landsmann Alexis Pinturault kam in Wengen zwar nicht über Rang 20 hinaus. Der Franzose, der im Weltcup die letzten drei Kombinationen und fünf der voran gegangenen sieben Wettbewerbe für sich entschieden hatte, vermochte seinen Sieg in der Disziplinenwertung aus dem Vorjahr gleichwohl zu wiederholen.

Pinturault, der die erste Prüfung des Winters kurz vor dem Jahreswechsel in Santa Caterina gewonnen hat, führt das Schlussklassement nach zwei Wettkämpfen mit 111 Punkten vor Hintermann und dem Norweger Aleksander Kilde an.

Sein wohl letztes Weltcup-Rennen bestritt Ivica Kostelic. Der Kroate, mit sechs Siegen und insgesamt 13 Podestplätzen der in Wengen erfolgreichste Athlet, hat sein Karriere-Ende zwar noch nicht offiziell bestätigt. Die latenten Probleme mit dem rechten Knie, das nicht weniger als zwölf Mal operiert werden musste, lassen aber wohl keine weiteren Einsätze auf höchster Ebene zu.

Das sind alle Sieger der Lauberhornabfahrt seit 1997: