Schweiz - England
Schweizer Niederlage: Alles eine Frage des Kopfes

Trotz der Niederlage gegen England war nicht alle schlecht im Schweizer Nationalteam. Doch die Spieler scheiterten einmal mehr an ihren mentalen Fähigkeiten. Sie wurden ungeduldig und übermütig.

François Schmid-Bechtel
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Im Kopf noch nicht bereit für den grossen Coup.

Im Kopf noch nicht bereit für den grossen Coup.

Keystone

Der erste Auftritt von Vladimir Petkovic als Schweizer Nationaltrainer wird sich nicht in unser Gedächtnis brennen. Was nicht bedeutet, dass die Schweiz beim 0:2 gegen England auf der ganzen Linie enttäuscht hat. Es war bisweilen eine unterhaltsame Vorstellung der Schweizer.

Doch sie offenbarte dieselben Mängel wie schon unter Ottmar Hitzfeld. Diese Mängel sind weniger in den Füssen, als in den Köpfen auszumachen. Denn just, als die Schweizer die Engländer dominierten und zu Chancen kamen, wurden sie ungeduldig und übermütig.

Und weil England trotz des Ausscheidens in der WM-Vorrunde kein Fussball-Schwellenland ist, verlor die Schweiz ein Spiel, das sie eigentlich hätte gewinnen sollen. Ironie der Geschichte: Unter Hitzfeld machte sich das Nationalteam bisweilen kleiner als es tatsächlich ist.

Gestern nun stolperte es über seinen Hochmut. Kurz: Es offenbarte einmal mehr seine Unreife. Und das gegen ein Team, das im Durchschnitt eineinhalb Jahre jünger war.

Trotz der Startniederlage in die EM-Qualifikation hat Petkovic und sein Team natürlich weiter Kredit verdient. Selbst wenn es das nächste Spiel in Slowenien nicht gewinnen sollte.

Einerseits, weil der frühere YB-Trainer erst wenig Zeit hatte, seine Ideen einzupflanzen. Andererseits, weil der Auftritt der Schweizer in der zweiten Halbzeit phasenweise mutig, spektakulär und begeisternd war. Ausserdem ist es dem früheren Sozialarbeiter Petkovic durchaus zuzutrauen, den Reifeprozess seiner Mannschaft erfolgreich zu bestreiten.