Fussball
Schweizer Nati-Spieler: Vor der WM noch schnell wechseln

Nati-Stürmer Josip Drmic gab gestern seinen Wechsel zu Leverkusen bekannt. Auch Teamkollegen wie Valentin Stocker oder Roman Bürki könnten noch vor der Fussball-WM einen neuen Klub bekannt geben.

Etienne Wuillemin und Sebastian Wendel
Merken
Drucken
Teilen
Stocker und Bürki vor Wechsel in die Bundesliga?

Stocker und Bürki vor Wechsel in die Bundesliga?

AZ

Einige Schweizer regeln ihre weitere Karriere im Verein noch bevor sie die WM-Vorbereitung in Angriff nehmen. «Die Nordwestschweiz» liefert eine Übersicht.

Josip Drmic: Wechsel von Nürnberg zu Leverkusen
Er ist der Senkrechtstarter des Schweizer Fussballs. Letzten Sommer wechselte er vom FCZ zu Nürnberg. Beim eben abgestiegenen «Club» war er mit seinen 17 Toren die einzige Attraktion. Nun folgt der nächste Schritt, der Transfer zu Bayer Leverkusen (bis 2019). Als Ersatz von Sidney Sam will Drmic dazu beitragen, den Verein in die Champions League zu führen.

17 Tore für Nürnberg sind Leverkusen sieben Millionen Franken für Josip Drmic (rechts) wert. Keystone

17 Tore für Nürnberg sind Leverkusen sieben Millionen Franken für Josip Drmic (rechts) wert. Keystone

Keystone

«Es ist bitter, Nürnberg auf diese Weise zu verlassen. Ich hatte eine tolle Zeit, nun will ich mit Leverkusen an der Bundesliga-Spitze mitspielen», sagt Drmic. 17 Tore in einer Bundesliga-Saison – der Rookie hat gleich den Schweizer Rekord von Stéphane Chapuisat (BVB, 1993/94) egalisiert. «Josip hat Eindruck gemacht in der Bundesliga», sagt Chapuisat, «der Schritt zu Nürnberg war genau richtig. Ich hoffe, andere junge Schweizer nehmen sich ein Beispiel an ihm.» Und er fügt an: «Nun kommt er bei Leverkusen zu einem Verein, der bekannt dafür ist, Junge rasch weiterzubringen. Sein Weg ist noch nicht zu Ende.»

Valentin Stocker: Wechsel vom FCB zu Stuttgart?
Was hat Armin Veh mit einem allfälligen Transfer von Stocker zu tun? Ganz einfach: Veh hat gestern einen Vertrag als Cheftrainer der Stuttgarter unterschrieben. Diese haben vor geraumer Zeit ihr Interesse an Stocker deponiert und, so ist aus Deutschland zu vernehmen, positive Signale zurückbekommen. Vor einer Entscheidung wollte Stocker jedoch die Entwicklung auf dem Trainerposten abwarten.

Nun herrscht Gewissheit und Veh hätte Stocker sehr gerne in seinem Kader. Der Deal könnte Fahrt aufnehmen, zumal der Nationalspieler stets betont hat, er wolle möglichst vor der Weltmeisterschaft seine Zukunft geklärt haben. Weiterhin im Rennen um den 25-Jährigen ist auch die Hertha aus Berlin.

Roman Bürki: Wechsel von GC zum SC Freiburg?
Anfang April stellte Roman Bürki klar: «Ich wechsle nicht zum FC Basel.» Das hat einen einfachen Grund: Der 23-Jährige fühlt sich bei GC rundum wohl. Die Rolle als Dauer-Herausforderer des FCB ist ihm spannend genug, «und das viele Geld steht nicht im Vordergrund». Sein Ziel ist das Ausland. Und diesem Ziel kommt Bürki immer näher. Weil der SC Freiburg seinen Torhüter Oliver Baumann an Hoffenheim verliert (der Vertrag ist unterschrieben, kommuniziert ist der Wechsel noch nicht), denkt Freiburg intensiv über Bürki nach.

GC-Sportchef Dragan Rapic sagt zwar, er habe noch nichts gehört von den Breisgauern, aber das ist ohnehin nicht von Belang. Denn Bürkis Vertrag, seit letztem Sommer gültig, enthält eine Klausel, die sehr lukrativ ist für potenzielle neue Arbeitgeber und ohne die er gar nicht erst definitiv von YB zu GC gewechselt hätte: Pro Transferperiode reduziert sich der ursprüngliche Betrag von 3,5 Millionen um 750 000 Franken. Gut möglich also, dass Bürki die Hoppers für 2 Millionen Franken verlässt.

Tomas Vaclik: Wechsel zum FCB diese Woche fix?
Er ist zwar kein Schweizer Nationalspieler, dennoch sorgt die Personalie «Tomas Vaclik» für Diskussionsstoff. Der Tscheche wird, geht es nach ihm und Basel, Nachfolger von Yann Sommer im Tor des alten und wohl neuen Meisters. Seit Wochen laufen die Verhandlungen zwischen dem FCB und Sparta Prag – im Raum steht
eine Ablösesumme von rund 3 Millionen Franken.

Nun naht das Ende, der Wechsel wird wohl diese oder nächste Woche offiziell. Aus Deutschland vermeldet der renommierte «Kicker» derweil, dass Basel an Hoffenheims Ersatzgoalie Jens Grahl interessiert sei. Klar ist: Basel hat Alternativen in der Hinterhand, sollte der VaclikDeal aus unerfindlichen Gründen doch noch platzen.