Fussball

Schweizer Nati: Nur Akanji mit Coronavirus infiziert – Shaqiri fliegt mit nach Spanien

Die grosse Shaqiri-Wende: Er darf mit der Schweiz nach Spanien reisen. Der erste Einsatz seit Juni 2019 für die Nati könnte Tatsache werden.

Die grosse Shaqiri-Wende: Er darf mit der Schweiz nach Spanien reisen. Der erste Einsatz seit Juni 2019 für die Nati könnte Tatsache werden.

Am Tag nach der Niederlage im Freundschaftsspiel gegen Kroatien ist klar: Xherdan Shaqiri darf mit nach Spanien fliegen. Einzig Manuel Akanji ist coronapositiv, weitere Fälle liegen bei der Schweizer Delegation derzeit nicht vor.

1:2 verloren gegen Kroatien, aber selten war ein Resultat der Schweizer Nationalmannschaft weniger von Belang als am späten Mittwochabend bei dieser Pflichtübung namens Testspiel.

Nein, die drängenden Fragen stellen sich rund um die Gesundheit der Schweizer Spieler. Xherdan Shaqiri – erst positiv, dann doch negativ, aber mit Antikörper. Manuel Akanji –erst negativ, dann doch positiv. Beide in Isolation. Der eine, Shaqiri, plötzlich mit der leisen Hoffnung, in Spanien und Deutschland doch noch spielen zu können. Der andere, Akanji, mit der Gewissheit, dass 10 Tage in Isolation anstehen. Und über allem die quälende Unsicherheit: Sind weitere Schweizer Nationalspieler oder Staffmitglieder mit dem Coronavirus infiziert? 

Nati-Doktor: «Shaqiri zu 100 Prozent nicht ansteckend»

Eine erste erfreuliche Antwort lieferte der Schweizer Fussballverband am Donnerstagmittag. Die schriftlichen Resultate der Corona-Tests liegen vor. Einzige Manuel Akanji wurde positiv getestet. Nati-Arzt Martin Malek sagt: «Der positive Test von Shaqiri geht auf eine frühere Infektion zurück. Er ist mit 100 prozentiger Sicherheit nicht ansteckend. Er konnte darum nach Rücksprache mit den Gesundheitsbehörden vollständig ins Team reintegriert werden.»

Das bedeutet: Wenn die Schweizer heute Nachmittag wie geplant kurz nach 17 Uhr nach Madrid fliegen, ist auch Shaqiri mit an Board. Ob er dann aber tatsächlich auch spielen darf, ist noch ungewiss. Dafür muss die Uefa als Veranstalter der Nations-League-Spiele noch ihr OK geben.

Anders liegt der Fall von Manuel Akanji. Nati-Arzt Malek sagt: «Es gibt sehr sichere Hinweise auf eine frische Infektion. Darum sind jetzt das Contact Tracing und die lokalen Gesundheitsbehörden involviert. Das nimmt den normalen Ablauf wie bei jeder anderen Ansteckung, inklusive Isolation.»

«Die letzten Tage waren sehr herausfordernd»: Mannschafts-Arzt Martin Maleck über die Coronasituation in der Schweizer Nati

«Die letzten Tage waren sehr herausfordernd»: Mannschafts-Arzt Martin Maleck über die Coronasituation in der Schweizer Nati

Petkovic sagt: «Wir hoffen, dass nicht noch mehr passiert»

Sorgen: ja. Angst: nein. Vladimir Petkovic versucht das Beste aus der schwierigen Corona-Situation in der Schweizer Nati zu machen.

Sorgen: ja. Angst: nein. Vladimir Petkovic versucht das Beste aus der schwierigen Corona-Situation in der Schweizer Nati zu machen.

Trotzdem: Es sind Tage voller Ungewissheit rund um die Nati. Nationaltrainer Vladimir Petkovic begegnet ihr mit einer wohltuenden Ruhe. Er sagt: «Die Situation ist leider so. Wir können sie nicht beeinflussen. Wir müssen von Tag zu Tag leben und hoffen, dass nicht noch mehr passiert.»

Im Gegensatz zur zivilen Bevölkerung darf die Schweizer Nationalmannschaft nach Spanien reisen, ohne danach eine Quarantäne befürchten zu müssen. Dies, weil sie sich in einer «Bubble» bewegt. Bedeutet: Der Kontakt mit der Aussenwelt im Coronahotspot Madrid ist auf ein Minimum reduziert. Nach dem Flug geht es per Bus direkt ins Hotel. Von dort dann am Freitagnachmittag zum Training. Am Samstagabend zum Spiel. Und am Sonntag zurück zum Flughafen mit Sonderabfertigung nach Köln, wo die Schweiz dann am Dienstag gegen Deutschland spielt.

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