Schweizer Nati
Das Petkovic-Team will den Bulgaren selbstbewusst, aber nicht arrogant gegenübertreten

Gegen das mit vielen Problemen kämpfende Bulgarien startet die Schweiz am Donnerstag um 18 Uhr ins Länderspieljahr. Sie tut dies als Favorit.

Christian Brägger
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Schweizer Abschlusstraining vor dem ersten Ernstkampf des Jahres im Stadion Vasil Levski; es würde 43340 Zuschauern Platz bieten.

Schweizer Abschlusstraining vor dem ersten Ernstkampf des Jahres im Stadion Vasil Levski; es würde 43340 Zuschauern Platz bieten.

Bild: Laurent Gilliéron/KEYSTONE

Die Bulgaren sind im Würgegriff der Pandemie. Die Folge: Harter Lockdown und der Eintrag in die Risikoliste des Bundesamtes für Gesundheit. Die Reisewarnung ins südosteuropäische Land soll das Schweizer Nationalteam – im Gegensatz zur schreibenden Zunft, nur vier Journalisten sind vor Ort – natürlich nicht zurückhalten auf ihrer WM-Mission. Es hat heute in Sofia beim Auftakt in den WM-Qualifikationsparcours grundsätzlich wenig zu fürchten, beim ersten Gegner des Jahres ist der Niedergang zu offensichtlich.

Nur noch die Nummer 68 der Welt

Doch der WM-Vierte von 1994, noch die Nummer 68 der Fifa-Welt und in den vergangenen 22 Länderspielen bloss mit zwei Erfolgen, will die Schwierigkeiten in der Nachwuchsförderung, die Korruptions- und Rassismus-Skandale hinter sich lassen. Mit dem neuen, unbekannten Trainer Jasen Petrov sowie zehn neuen, unbekannten Titularen wagt Bulgarien einen nächsten Umbau getreu dem Motto: Es kann nur besser werden.

Die Schweiz darf mit Fug und Recht behaupten, dass sie damit umzugehen weiss, als Favorit scheinbar unterlegenen Mannschaften zu begegnen. Ausrutscher gegen Aussenseiter lässt der Weltranglisten-16. in Pflichtspielen unter Coach Vladimir Petkovic im Prinzip keine zu. «Solche Partien sind mental ungleich schwieriger als gegen Grosse. Wir zeigen gute Leistungen, weil wir nie arrogant, sondern selbstbewusst auftreten», sagt Captain Granit Xhaka.

Den Druck von Anfang an hochhalten

Für die Schweiz gilt es, den Druck auf den Gruppenfavoriten Italien von Anfang an mit Siegen hochzuhalten. Ebendies ist ihr in der WM-Qualifikation für Russland lange gelungen, als sie Europameister Portugal bis ins letzte, zehnte Gruppenspiel bedrängte. Xhaka sagt:

«Wir müssen unsere Gruppenspiele gewinnen, ohne darauf zu schauen, was Italien macht. Und gegen Italien müssen wir positive Ergebnisse holen. Danach kann man zusammenzählen, ob es gereicht hat für den ersten Platz.»
Xherdan Shaqiri im Abschlusstraining.

Xherdan Shaqiri im Abschlusstraining.

Bild: KEY

Auf den ersten Platz und den direkten Weg an die WM in Katar schielen sie, die Schweizer. Dafür will Petkovic mit seinem Team Schritt für Schritt nehmen, und der erste soll nun in Sofia erfolgen. Überraschungen in der Aufstellung wird es gegen Bulgarien kaum geben, die erarbeiteten Prämissen des Trainers im 3-4-1-2-System mit «Konzentration, Selbstvertrauen, Respekt und Einstellung» sind gegeben.

Das alles soll möglichst zu einem frühen Tor führen, damit die Schweizer auf dem Rückflug, der dank einer Sondererlaubnis im Anschluss an die Partie stattfindet, drei Punkte fest verstauen können.

Mögliche Schweizer Formation: Sommer; Elvedi, Akanji, Rodriguez; Mbabu, Freuler, Xhaka, Benito; Shaqiri; Embolo, Seferovic.