EM-Qualifikation
Schweizer mit Horror-Start: Nati verliert in Slowenien mit 0:1

Der Fehlstart in die EM-Qualifikation ist perfekt: Einen Monat nach der Niederlage gegen England verlor die Schweiz auch in Slowenien. Die SFV-Auswahl war das bessere Team, unterlag aber nach einem Penalty in der Schlussphase (Novakovic/79.) 0:1.

Etienne Wuillemin (Text) und Dean Fuss (Liveticker)
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Die Schweizer Spieler klatschen trotz Niederlage zu den Fans.
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Shaqiri am Boden, er hat nur mittelmässig gespielt.
Drmic (r.) klatscht Seferovic ab.
Bittere Pille: Shaqiri und Co. verlieren in Slowenien mit 0:1.
Nati-Trainer Petkovic spricht zu Drmic (Mitte).
Slowenien–Schweiz
Shaqiri nach einer missglückten Aktion.
Die Slowenen feiern das 1:0.
Kasami kämpft um den Ball mit Miso Brecko.
Stich ins Herz: Slowenien schiesst das 1:0 per Penalty.
Seferovic vergibt eine Torchance.
Seferovic versucht sich gegen Sloweniens Bostjan Cesar durchzusetzen.
Drmic fällt über Sloweniens Goalie Handanovic.
Lichtsteiner im Zweikampf gegen Branko Ilic.
Shaqiri auf den Knien.
Inler fällt im Laufduell gegen Jasmin Kurtic.
Seferovic hadert mit sich selbst.
Drmic am Ball vor Sloweniens Valter Birsa.
Kopfballbefreiung von Senderos.
Skeptischer Blick von Petkovic.
Seferovic scheitert an Sloweniens Torhüter Samir Handanovic.
Gökhan Inler am Ball vor Zlatan Ljubijankic.
Petkovic (l.) grüsst Sloweniens Trainer Srecko Katanec.
Shaqiri behauptet den Ball gegen Sloweniens Andraz Kim.
Shaqiri wird von drei Slowenen angegangen.

Die Schweizer Spieler klatschen trotz Niederlage zu den Fans.

Keystone

Und jetzt, Herr Petkovic? Zwei Spiele, zwei Niederlagen, der Horror-Start für den neuen Nationaltrainer ist Tatsache. Nach dem 0:2 gegen England zu Beginn der EM-Qualifikation verliert die Schweiz auch in Slowenien. Wobei das 0:1 ziemlich unnötig war.

Während 78 Minuten fragten sich die Zuschauer: Wie sollen diese harmlosen und limitierten Slowenen überhaupt in die Nähe eines Treffers kommen? Die Antwort: Von Bergen verspringt der Ball. Kampl läuft Djourou davon, wird von diesem im Strafraum gefoult – im Anschluss verwandelt Novakovic den fälligen Penalty souverän.

Von Bergen bestätigt seinen Platz auf der Ersatzbank

YB-Verteidiger von Bergen stand nur deshalb auf dem Platz, weil Senderos in der 70. Minute mit muskulären Problemen vom Platz musste. Petkovic hatte den YB-Verteidiger nach einigen unsicheren Auftritten – vor allem im Verein, aber auch gegen England – auf die Ersatzbank verbannt. Er sah sich bei der Penaltyszene bestätigt.

Was danach folgte, war ein mehrheitlich konzeptloses Anrennen der Schweiz. Immer verzweifelter wurden die Versuche, den späten Ausgleich irgendwie noch zu erzwingen. Aber eine richtige Chance? Nein, die gab es nicht mehr. Während der Speaker und die Zuschauer Torschütze Novakovic feierten, stapfte Behrami auf direktem Weg und ziemlich bedient in die Kabine. Trainer Petkovic munterte seine Spieler noch auf dem Platz während des Gangs zu den Fans auf.

Auf Petkovic und die Schweiz warten schwierige Tage. Es gilt, Einiges aufzuarbeiten. Das Spiel in San Marino am kommenden Dienstag wird nun bereits zum Charaktertest. Wer hätte das anfangs September gedacht? Dass ein Sieg gegen den 208. und letzten (!) der Fifa-Weltrangliste Pflicht ist, versteht sich von selbst. Gelingt das nicht, wird sich der leise Sturm der Entrüstung in einen Orkan verwandeln.

Unnötig und selbst verschuldet

Es war ein Spiel, das die Schweiz niemals hätte verlieren dürfen. Bei allem Respekt vor den kämpferischen Slowenen – aber ein Unentschieden gegen diese biedere Mannschaft wäre für die Schweizer Minimum an Lohn gewesen.

Die Schweiz begann dominant, hatte das Spiel jederzeit im Griff. Und kam in regelmässigen Abständen zu ihren Chancen. Aber irgendwie wollte der Ball einfach nicht rein. Das hatte viel mit Samir Handanovic zu tun, der slowenische Torhüter war der mit Abstand beste Spieler seines Teams. Aber es hatte auch mit dem Unvermögen im Schweizer Angriff zu tun.

Zumindest ein Tor wäre schon in der ersten Halbzeit Pflicht gewesen. Xhaka scheiterte mit seinem Knaller aber ebenso wie Seferovic am Aussenpfosten und an der Schulter von Handanovic. Kurz vor der Pause war das – und noch deutete da nichts auf eine erneute Pleite hin.

Drmic fehlt die Spielpraxis

Neben Senderos durfte diesmal auch Drmic von Anfang an spielen. Aber dem Leverkusen-Söldner war seine fehlende Spielpraxis deutlich anzusehen. Er war viel weniger in die Partie eingebunden als der lauffreudige Seferovic.

Shaqiri schliesslich durfte, wie von ihm im Vorfeld gewünscht, im Zentrum hinter den Stürmern, oder teilweise sogar als «falsche Neun» spielen. Es war ein Auftritt zwischen Licht und Schatten von ihm. Einerseits stahl er sich den Slowenen mehrfach schlau davon. Aber was er daraus machte, war ungenügend.

Am Ende bleibt der Schweiz erneut nur der Frust. Dass sie unter Petkovic noch immer torlos ist, macht die Sache noch schlimmer. Derzeit gibt es wohl nur einen Trost: Selbst nach diesem trostlosen Start ist die EM-Qualifikation möglich und realistisch. Uefa-Präsident Michel Platini und dem neuen Modus sei Dank.

Lesen Sie den Spielverlauf in unserem Liveticker-Protokoll nach:

Slowenien - Schweiz 1:0 (0:0)

Ljudski vrt, Maribor. - 10'000 Zuschauer. - SR Stark (De). - Tor: 79. Novakovic (Foulpenalty) 1:0.

Slowenien: Handanovic; Brecko, Ilic, Cesar, Struna; Mertelj; Birsa (55. Lazarevic), Kampl, Kirm (71. Pecnik); Novakovic, Ljubijankic (46. Kurtic).

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Senderos (70. Von Bergen), Djourou, Rodriguez; Behrami, Inler (82. Kasami), Xhaka; Seferovic, Shaqiri, Drmic (74. Mehmedi).

Bemerkungen: Schweiz ohne Bürki, Hitz, Moubandje, Frey, Lustenberger, Fernandes, Widmer, Barnetta, Dzemaili (alle nicht eingesetzt). 28. Schuss von Seferovic touchiert den Aussenpfosten. Verwarnungen: 36. Ljubijankic (Reklamieren), 79. Djourou (Foul), 94. Lazarevic (Unsportlichkeit).

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