Die Schweizer hoffen, in zwei Jahren wieder einmal im Konzert der Grossen mitspielen zu können. Seit Jahren dümpelt die Nationalmannschaft in den tiefsten Niederungen. Wie weit sie von den ganz Grossen entfernt sind, werden sie wohl heute erfahren. Die Supermannschaft aus Frankreich ist für die Schweizer eine Nummer zu gross, darüber besteht gar kein Zweifel. Die Franzosen um Spieler wie Nikola Karabatic sind es, welche die Fans in die St. Jakobshalle ziehen. Im Januar fegten sie im EM-Final Gastgeber Dänemark mit 41:32 vom Feld.

«Das war die beste Handball-Leistung, die ich je gesehen habe, einfach perfekt», schwärmt der Schweizer Nationaltrainer Rolf Brack. Er macht sich keine Illusionen. «Wir müssen versuchen dagegenzuhalten, wollen Emotionen wecken, dass die Zuschauer auf ihre Kosten kommen», betont er. Mehr als dem Favoriten das Leben schwer zu machen, liege wohl nicht drin.

Die Leistungsträger müssen zulegen

«Mit gemischten Gefühlen schaue ich auf das Spiel in Mazedonien zurück», sagt Brack. Einige Fortschritte habe er bei der Pleite zum Auftakt der EM-Qualifikation durchaus gesehen. Andererseits sei er aber auch enttäuscht. «Unsere Leistungsträger Andy Schmid und David Graubner haben noch Luft nach oben», betont er.

Besonders von Spielmacher Schmid erwartet Brack deutlich mehr. Der Bundesligaprofi, der bei den Rhein-Neckar Löwen Klasseleistungen in Serie ablieferte, blieb blass. Auch, weil er nur kurz mit dem Team trainierte. Brack hofft, dass heute die Automatismen etwas besser spielen. Klar ist aber auch, dass die Klasse der Mitspieler von Schmid in dessen Verein ungleich höher ist, als in der Schweizer Nationalmannschaft.

Nicht zufrieden war Brack mit seinen Torhütern. Allerdings habe sich auch die Abwehr nicht geschickt angestellt. «Da kamen wir oft einen Schritt zu spät und kassierten so übermässig viele Siebenmeter», sagt der Trainer, der hofft, dass sich seine Schützlinge heute besser anstellen und auch schneller um schalten. Sonst droht gegen die individuell starken Franzosen eine ähnliche Penaltyflut wie gegen Mazedonien, wo es zehn Strafwürfe waren.

Im Angriff ärgerte sich Brack vor allem über die schlechte Ausbeute im Überzahlspiel. Er hofft, dass seine Mannschaft zu einer Reaktion fähig ist, so wie vor gut sechs Wochen. Da gingen die Schweizer im Testspiel gegen Deutschland unter. Tags darauf führte sie ein überragender Andy Schmid zu einem Unentschieden.

Ein Sieg ist praktisch ausgeschlossen

Von solch einem Ergebnis wagt Brack nicht einmal zu träumen: «Frankreich ist ohne Wenn und Aber die beste Mannschaft der Welt.» Das bekamen zuletzt die Tschechen zu spüren, die mit 25:41 unter die Räder kamen. Brack ist überzeugt, dass die Franzosen in der Gruppe 6 der EM-Qualifikation keinen Punkt abgeben, vorausgesetzt sie spielen immer konsequent. Platz 2 braucht es, um sich für die EM 2016 in Polen zu qualifizieren. Da schmerzt die Niederlage mit sieben Toren in Skopje.

«Hätten wir mit drei Toren Unterschied verloren, hätten wir im Rückspiel eine kleine Chance, den direkten Vergleich für uns zu entscheiden», bedauert Brack. Dann dürften die Schweizer sogar wieder einmal von einem Grossanlass träumen. Zwar sind auch die Tschechen deutlich stärker einzuschätzen, doch sie kämpfen mit grossen Verletzungsproblemen. 2006 waren sie als EM-Gastgeber letztmals dabei. Vor elf Jahren schafften sie zuletzt sportlich den Sprung.