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Schwarzer Abend für den FC Aarau - 0:3 gegen St. Gallen

Das Team von Trainer Sven Christ verliert gegen ein cleveres St. Gallen vor 4848 Zuschauern mit 0:3. Zwei Wochen nach dem überraschenden 3:2-Sieg gegen die Young Boys finden die Aarauer gegen aggressive und effiziente Ostschweizer kein Mittel.

Ruedi Kuhn (Text) und Patrick Haller (Liveticker)
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Flugeinlage von Juan Pablo Garat gegen Marco Mathys.
Sven Christ: Der Herr der Bälle.
Juan Pablo Garat (rechts) mit ganzem Einsatz gegen Mario Mutsch.
Torhüter Joel Mall hart bedrängt vom St. Galler Stürmer.
Luca Radice (rechts) im Zweikampf gegen 1:0-Torschütze Besle.
Yannis Tafer erzielte das zwischenzeitliche 2:0.
Sengers Kopfball ohne zählbaren Erfolg.
Stephan Andrist und der FC Aarau am Boden.
Es brennt vor dem Tor von Joel Mall.
Wird Mall vor dem 0:1 von den gegnerischen Spielern unfair bedrängt?
FC Aarau-Fans weibeln für ein neues Stadion.
Stephan Besle (rechts) netzt zur St.Galler-Führung ein.
Stephan Andrist (Mitte rechts) hat gegen Mickael Facchinetti das Nachsehen.
Hartes Einsteigen von Everton gegen Stephan Andrist (links).
Der Käfer brachte dem FC Aarau und Trainer Sven Christ nicht das nötige Glück.
Zumindest sein Gegenüber Jeff Saibene hat gut lachen.
Die St.Galler-Fans im Anmarsch zum Brügglifeld...
...wo sie es dann grösstenteils vorzogen, draussen zu bleiben.

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Keystone

Nach einer Stunde hatte der FC Aarau seine beste Phase. Endlich ging ein Ruck durchs Team. Endlich drängte man den Gegner in dessen Platzhälfte zurück. Das 1:1 lag in der Luft. St. Gallen wehrte sich mit Händen und Füssen. St. Gallen wankte, aber es fiel nicht. Dass dem Heimklub im Brügglifeld der Ausgleichstreffer nicht gelang, lag in erster Linie an der fehlenden Präzision in der Angriffsauslösung und der Kaltblütigkeit im Abschluss.

Und dann war da noch Stephan Klossner: Der Schiedsrichter verlor Mitte der zweiten Halbzeit mehr und mehr die Kontrolle über das Geschehen. Den Berner als Hauptschuldiger für das 0:3 hinzustellen, wäre falsch. Aber nach dem Schlusspfiff mag sich der eine oder andere Zuschauer im Brügglifeld gefragt haben, ob Klossner das Fifa-Abzeichen im Lotto gewonnen hat.

Christ liest die Zeitung

Sven Christ wollte sich zur Leistung des Schiedsrichters nicht äussern. «Ich werde am Sonntag die Zeitungen lesen», sagte der Trainer des FC Aarau. «Und dann werde ich sehen, wie sie den Auftritt des Spielleiters beurteilen.» Gesagt, getan: Klossner war schlecht. Sehr schlecht sogar. Und in der einen oder andern entscheidenden Situation fühlten sich die Aarauer Spieler zu Recht benachteiligt. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass der FC St. Gallen am Schluss als verdienter Sieger vom Platz ging. Die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene hatte im Vergleich mit dem Gegner die klar stärkere Offensive, wirkte abgebrühter und kam schliesslich trotz wenigen hochkarätigen Möglichkeiten zu einem klaren Erfolg.

Die beiden Mannschaften lieferten sich von Beginn an einen offenen Schlagabtausch. Die Ostschweizer spielten in der ersten Halbzeit äusserst aggressiv, gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe und hatten etwas mehr Spielanteile. Gefährlich wurde es vor allem, wenn die antrittsschnellen und trickreichen Yannis Tafer und Geoffrey Tréand über die Seiten zu Rushes ansetzten.

Ungerechtfertigte Führung?

Der Führungstreffer der Ostschweizer war allerdings alles anderes als zwingend: Nach einem Corner von Tafer wurde Joël Mall Mall behindert. Der Torhüter des FC Aarau konnte den Ball deshalb nur ungenügend abwehren. Und nach einem missglückten Befreiungsschlag landete das Leder direkt vor den Füssen von Stéphane Besle, der das Ziel aus fünf Metern nicht verfehlen konnte.

In der zweiten Hälfte drängten die Aarauer auf den Ausgleich, St. Gallen beschränkte sich darauf, den knappen Vorsprung zu verwalten. Andrist und Burki hatten das 1:1 auf dem Fuss – Marcel Herzog parierte zweimal glänzend. Und als Christs Team gegen Ende der Partie alles auf eine Karte setzte, wurde es vom Gegner gleich zweimal eiskalt ausgekontert. Tafer und Tréand sorgten schliesslich für die Entscheidung. Mit dem 0:3 im Genick liessen die Aarauer Spieler in der Schlussphase die Köpfe hängen. Ein Bild, das zum rabenschwarzen Abend des Verlierers passte.

Scharmützel mit St. Galler-Fans nach Spielschluss

Im Anschluss an die Partie gerieten die Ostschweizer Anhänger an der Bahnhofsstrasse mit der Polizei aneinander. Die Polizei zeigte Präsenz, die Lage beruhigte sich schnell wieder. Sehen Sie die Bilder im folgenden Video von Tele M1.

Aarau - St. Gallen 0:3 (0:1)

4848 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 44. Besle 0:1. 76. Tafer (Mutsch) 0:2. 83. Tréand 0:3.

Aarau: Mall; Martignoni, Jäckle, Garat, Jaggy; Burki, Mlinar (72. Feltscher); Andrist, Lüscher, Radice (64. Djuric); Senger (83. Mudrinski).

St. Gallen: Herzog; Thrier, Russo, Besle, Facchinetti; Tafer, Everton, Janjatovic (70. Mutsch), Tréand; Bunjaku (87. Karanovic); Cavusevic (59. Mathys).

Bemerkungen: Aarau ohne Gauracs, St. Gallen ohne Demiri, Kapiloto, Montandon (alle verletzt), Lenjani (krank). Verwarnungen: 27. Tréand, 34. Jaggy, 52. Mlinar, 58. Burki (alle Foul), 66. Bunjaku, 77. Andrist (beide Unsportlichkeit).

Der Spielverlauf zum Nachlesen:

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