Tennis
Schreckmoment für Roger Federer wegen Selfie-Flitzer

Beim French Open stehen Roger Federer und Stan Wawrinka in der zweiten Runde. Beide siegten ohne Probleme: Federer mit 6:3, 6:3, 6:4 gegen den Kolumbianer Alejandro Falla, Wawrinka 6:3, 6:2, 6:3 gegen den Türken Marsel Ilham.

Michael Wehrle aus Paris
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Federer und Wawrinka siegen zum Auftakt in Paris.
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undefined Auf den Punkt bereit: Wawrinka setzte sich gegen den Türken Marsel Ilhan (ATP 82) mit 6:3, 6:2, 6:3 durch.
undefined Federers Entourage kann zufrieden sein: Ehefrau Mirka und Coach Stefan Edberg.
undefined Daumen hoch: Stan Wawrinka spaziert in die nächste Runde.
undefined Roger Federer beim Sieg über Alejandro Falla (ATP 111).
undefined Alles im Griff: Roger Federer hatte in seiner Auftaktpartie keine Probleme.

Federer und Wawrinka siegen zum Auftakt in Paris.

Keystone

Einen grossen Schrecken aber jagte ein jugendlicher Fan, der ein Foto mit Federer wollte, dem Basler ein. Nach der Partie stand er plötzlich auf dem Platz. „Das geht gar nicht“, sagte Federer. „Da fühlst du dich alleine gelassen, die Sicherheitsleute müssen viel schneller reagieren“, ärgerte er sich. Niemand habe reagiert, bis er selbst gemerkt habe, es sei nur ein Jugendlicher aus der Menge.

Schon tags zuvor war ihm dasselbe beim Training passiert. „Ich habe ja nichts gegen Fotos mit Fans“, sagte er. „Aber es darf einfach nicht sein, dass da jemand auf den Platz kommt und uns Spieler anfasst“, sagte er. Und damit spreche er ausnahmsweise mal im Namen aller Spieler. „Da muss ganz schnell etwas passieren, die Sicherheitsmassnahmen müssen sofort verbessert werden“, sagte Federer. Er habe bereits darüber Turnierdirektor Gilbert Ysern gesprochen.

Bereits 2009 im Final des French Open gegen Robin Söderling hat Federer eine ähnliche Szene erlebt. Der Profiflitzer Jimmy Jump wollte damals Federer eine Mütze überziehen. In Montreal sei einmal einer während eines Matchs von ihm auf den Platz gelaufen, in Wimbledon waren es gar zwei Mann. „Doch die wollten alle nichts von mir, im Gegensatz zu jetzt“, sagte Federer.

Wawrinka-Express

Es war schon erstaunlich, wie parallel die Partie der beiden Schweizer verliefen. Dabei drückte Wawrinka auf dem Court Suzanne Lenglen ein klein wenig mehr aufs Tempo, als Federer auf dem Court Philippe Chatrier. Der Romand begann fünf Minuten nach Federer und verliess den Court acht Minuten früher. 96 Minuten lang stand Wawrinka auf dem Platz, 109 Minuten lang war der Arbeitstag von Federer. Fast im Gleichschritt verliefen ihre Matches. „Wir haben vor den Spielen noch miteinander geredet, gemeinsam unsere Füsse getaped“, sagte Federer. Und dann habe er bei den Seitenwechseln immer wieder zur Anzeigetafel geschaut, was sein Kumpel denn mache. „Ich habe mit Freude gesehen, dass er vorne liegt und dann einfach gehofft, dass wir es beide Heim bringen“, sagte er.

"Ein Scheissartikel"

Nach gutem Start geriet Wawrinka gegen die Weltnummer 82 kurz unter Druck. Vier Breakbälle musste er beim Stand von 2:2 im ersten Satz abwehren, doch dann geriet er kaum noch unter Druck. Souverän brachte er den zweiten Satz nach Hause, führte auch im dritten Satz schnell mit einem Break. Etwas Mühe hatte er noch beim Spiel zum 5:3, doch kurz darauf machte er den Sack zu. Der 30-Jährige war zufrieden mit seinem Auftritt, nach nur einem Training in Roland Garros. Erst am Freitagabend war er aus Genf angereist.

Auch Wawrinka erlebte seinen Schreckmoment. Am Samstagabend tauchte auf der offiziellen Website von Roland Garros ein Artikel auf der auf Wawrinkas Trennung von dessen Ehefrau Ilham anspielte. „Stan the Man versus Ilhan and Ilham.“ Ilhan, der Türke als Gegner – Ilham, die Frau als Gegnerin. „Das ist ein Scheissartikel und hat mit Sport nichts zu tun“, betonte Wawrinka und beschwerte sich. Wenig später war der Artikel gelöscht.

Beide hatten ihre Gegener im Griff

Wie Wawrinka hatte auch Federer seinen Gegner praktisch immer im Griff. Er musste sogar nur zwei Breakbälle abwehren, den ersten beim Stand von 1:1 im ersten Satz. Danach fand er immer besser zu seinem Spiel, einzig beim verwerten der Breakchancen sündigte er. Nur vier seiner 16 Chancen nutzte er. Da war Wawrinka etwas effektiver, er nahm seinem Gegner fünfmal den Aufschlag ab, bei 13 Möglichkeiten. Doch Federer war bei seinem 17. Start als Profi mit seinem Auftakt zufrieden. „Er ist Linkshänder, es war die erste Runde, da wollte ich nichts riskieren“, sagte er. „Ich habe sehr gut aufgeschlagen, dass ist fast das Wichtigste für mich“, erklärte er. Nun hoffe er, dass er mit den Bedingungen immer besser klar komme.

Am Mittwoch geht es für beide Schweizer weiter. Federer trifft auf den Spanier Marcel Granollers. Gegen den 29-Jährigen führ der Basler 3:0. Wawrinka spielt gegen den Serben Dusan Lajovic.

Am Montag steht aus der Schweiz nur Stefanie Vögele im Einsatz. Die Aargauerin bestreitet das zweite Match etwa um 12.20 Uhr nach einer Frauenpartie gegen die Russin Witalia Diatschenko.

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