Boxen
Schon wieder wird ein russischer Boxer bevorzugt: «Der Verband ist eine Bande verdammter Bastarde!»

Erneut sorgt ein Eklat im olympischen Boxturnier für Schlagzeilen. Weltmeister Michael Conlan fühlt sich im Viertelfinal verarscht, als er trotz Dominanz nicht zum Sieger ausgerufen wird.

Ralf Meile
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Michael Conlan zeigt den Kampfrichtern, was er von ihnen hält.

Michael Conlan zeigt den Kampfrichtern, was er von ihnen hält.

Keystone

Viertelfinal im Bantamgewicht (bis 56 kg), der Ire Michael Conlan boxt gegen Wladimir Nikitin aus Russland. Und Conlan ist der Kämpfer, der häufiger und härter austeilt: 89 Schläge treffen den Gegner, Nikitin bringt es nur auf 75. Der 24-jährige amtierende Weltmeister ist von seinem Sieg überzeugt. Als Conlan dann aber nicht zum Sieger ausgerufen wird, zieht er im Frust sein Shirt aus und präsentiert dem Kampfgericht seine Mittelfinger.

Im Interview nach dem Fight legt Conlan nach. Der Verband AIBA sei «eine Bande verdammter Bastarden. Das Amateurboxen stinkt vom Kern bis zur Spitze hinauf. Ich werde nie mehr bei diesem Verband antreten.» Er habe Gold gewinnen wollen «und dieser Traum hat sich nun zerschlagen.»

Wieder profitiert ein Russe

Damit gab es beim olympischen Boxturnier am zweiten Tag in Folge eine kontroverse Entscheidung – und zum zweiten Mal einen russischen Profiteur. Im Final der Schwergewichtlerwurde überraschend Jewgeni Tischtschenko zum Olympiasieger ausgerufen und nicht der Kasache Wassili Lewit, welcher eigentlich der bessere Boxer gewesen war.