Der Final interessiert, die Tribüne ist voll. Sogar auf der Treppe verfolgen einige Zuschauer das Duell zwischen dem Team Russland 1 und dem Team Aarau PwC. «Seit Turnierbeginn war die Tribüne stets voll», freut sich Bettina Widmer-Renfer.

Das OK-Mitglied der ersten Stunde hat Grund zur Freude. Zum einen, weil alles reibungslos abläuft («Wir sind ein gut eingespieltes Team»), zum anderen, weil das Geschehen auf dem Eis höchste Ansprüche erfüllt. Sieben der zehn weltbesten Teams sind in Arlesheim dabei, zudem ist das Women’s Masters Basel eines von nur sieben europäischen Turnieren, das zur Curling Champions Tour gehört.

Als eines der Erfolgsgeheimnisse des Events, der zum 10. Mal stattfindet, nennt Widmer-Renfer den Umstand, dass man auf das Wissen ehemaliger Elitespielerinnen zurückgreift und diese ins OK einbindet. «Sie kennen die Bedürfnisse der Athletinnen und sorgen dafür, dass diese sich bei uns wohlfühlen. Das merken wir an den vielen positiven Feedbacks.»

Das Comeback von Greiner

Janine Greiner ist derzeit eine von drei Ex-Elite-Curlerinnen im achtköpfigen OK. Die Erfahrung des ehemaligen Mitglieds des legendären Schweizer Teams um Mirjam Ott führt sogar dazu, dass sie am Sonntag auf die Eisbahn zurückkehrt. Weil sich eine Blase am Fuss von Sarah Reid über Nacht entzündet hat, springt Greiner ein und bestreitet mit dem Team Schottland 1 das Viertel- und Halbfinal. «Es lief ganz gut, auch wenn mein Vormittag anstrengender war, als ich gedacht hatte», sagt Greiner lachend.

Die Halbfinalbezwingerinnen von Schottland 1, das russische Team um Anna Sidorova, gehen schliesslich auch als 7:6-Gewinnerinnen des Endspiels hervor. Dabei deutet beim Stand von 4:6 vor dem letzten Stein alles auf einen Sieg für Aarau PwC oder allenfalls ein Zusatz-End hin. Dann gelingt dem russischen Skip aber ein Stein, der drei Punkte wert ist und erst für ungläubiges Staunen und anschliessend einen grossen Applaus der Zuschauer sorgt.

Aarau lässt Team Pätz hinter sich

Den Spielerinnen vom Team Aarau steht der Schock ins Gesicht geschrieben, doch Silvana Tirinzoni, Manuela Siegrist, Esther Neuenschwander und Marlene Albrecht gratulieren der Konkurrenz fair. «Das war ein sensationeller Stein, gegen so etwas findet man selten ein Rezept», sagt Tirinzoni. Vorwürfe macht der Skip seinem Team keine, «denn ich wüsste nicht, was wir besser machen könnten. Im Gegenteil: Unser Auftritt war sehr gut.»

Im Hinblick auf die EM-Trials am nächsten Sonntag in Langnau wollen Silvana Tirinzoni und ihr Team, die in Arlesheim die Weltmeisterinnen von Baden Regio Halter (Alina Pätz) und die Vorjahressiegerinnen vom CC Flims (Binia Feltscher) hinter sich gelassen haben, die gute Form jetzt mitnehmen. An einen psychologischen Knacks glaubt der Skip jedenfalls nicht: «Dazu haben wir in der Vergangenheit zu viel gemeinsam erlebt.»