Fussballrandale
Schaden rund um Stopp des GC-Fanzugs kann noch nicht beziffert werden

Der Vorfall mit dem Fanzug des Zürcher Fussballclubs GC vom Sonntag geht ins Geld: Wie hoch der Schaden genau ist, kann die SBB noch nicht beziffern. Der Personal- und Logistikaufwand dürfte aber um einiges höher sein als der Schaden am Inventar.

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GC-Fans im St. Jakob-Park. Auf der Heimfahrt wurde dann randaliert.

GC-Fans im St. Jakob-Park. Auf der Heimfahrt wurde dann randaliert.

Keystone

"Es ist noch zu früh, um eine abschliessende Schadensbilanz zu ziehen", sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Erfahrungsgemäss dürfte die physische Schadenssumme - wie Beschädigungen am Inventar - aber nur rund zehn Prozent der Gesamtkosten ausmachen.

Im Zug selbst seien zwei Notbremshebel abgebrochen und zwei Feuerlöscher betätigt worden, sagte Ginsig. Zudem sei es zu Schäden an Gummidichtungen im Fensterbereich gekommen. Viel grösser dürfte aber der logistische Schaden sein: Während vierzig Minuten ging auf der SBB-Strecke von Basel nach Olten und Zürich gar nichts mehr, die Nord-Süd-Achse war unterbrochen.

Nachdem einige Störenfriede bereits vor der Abfahrt beim Stadion randalierten, blieb der Extrazug nach mehrmaligen Betätigen der Notbremse nur zwei Kilometer vom Stadion entfernt beim Bahnhof Muttenz BL defekt stehen.

Kunden wollen Geld zurück

Einige der rund 1000 Zürcher Fans mochten nicht im defekten Zug auf den bestellten Ersatzzug warten, stiegen aus und liefen in Muttenz über die Geleise. Darum stoppten die SBB den Bahnbetrieb an jenem Nadelöhr aus Sicherheitsgründen kurzzeitig ganz; danach passierten die nicht anhaltenden Züge Muttenz verlangsamt und auf Sicht.

Das Umdisponieren der Züge, das Aufbieten von Sicherheitspersonal und das Fahrplanchaos wird die SBB teuer zu stehen kommen, sagte Ginsig. "Wir erwarten viele Rückerstattungsforderungen von Kunden."
Polizei spricht von ruhigem Einsatz

Die Polizei sicherte die Lage im Bahnhof mit einer guten Hundertschaft Konkordats-Einsatzkräfte aus beiden Basel, Aargau, Bern und Solothurn. Laut einem Polizeisprecher kam es in Muttenz weder zu Scharmützeln noch zu Zwischenfällen. Mangels Anlass habe es daher keine Festnahmen, Anhaltungen oder Kontrollen von Fans gegeben.

Der Sprecher geht davon aus, dass die starke Polizeipräsenz Rauflustige gebremst hat. Die Delikte im Zug hätten derweil nicht gerechtfertigt, alle Zürcher Fans festzuhalten für den Versuch, die wohl nur wenigen Fehlbaren darunter zu finden.

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