Formel 1

Saubers «Checo» steht im Regen auf der Sonnenseite

Sind Sergio Pérez (links) und Fernando Alonso schon bald Teamkollegen bei Ferrari?

Sind Sergio Pérez (links) und Fernando Alonso schon bald Teamkollegen bei Ferrari?

Sergio Pérez ist derzeit der gefragteste Mann im Fahrerlager – im Gegensatz zu seinem Vater Antonio. Beim GP von China will der mexikanische Jungstar die etablierten Fahrer wieder ärgern. Die Vorsetzungen scheinen günstig: Es ist Regen angekündigt.

Gestern noch ein Rookie, ein gescholtener Paydriver. Heute bereits ein Superstar, ein künftiger Weltmeister. Sauber-Pilot Sergio Pérez (22) erlebt gerade die Sonnenseiten im schnelllebigen GP-Zirkus. Nur: Der GP von Malaysia war eine Momentaufnahme. Eine Wetterlotterie – mit viel Chaos.

Das weiss auch Pérez. Trotzdem: «Checo» gibt weiter Vollgas. Gestern in der ersten Trainingssession fuhr er im 15 Grad kühlen Schanghai bei wechselhaften Bedingungen auf Platz 4. Am Nachmittag arbeitete das Team bereits an der Rennabstimmung – Rang 11. Heute in der China-Quali will der Malaysia-Zweite aber eine nächste Duftmarke setzen und sich einen der zehn besten Startplätze sichern. Damit er am Sonntag, vermutlich im Regen, die Stars wieder ärgern kann. Abermals nach dem Motto: From Zero to Hero.

Die Ferrari-Spekulationen

Vor seinem erst 20. Formel-1-GP setzt Pérez ein noch breiteres Grinsen auf als sonst. Er geniesst es. Ist locker-lässig drauf, beantwortet geduldig alle Fragen – auch die jener Journalisten, die ihn bislang keines Blickes würdigten. Seit er im Regen von Sepang mit Fernando Alonso um den Sieg kämpfte, wird er von der Presse ins Ferrari-Cockpit geschrieben. Italiens Gazetten fordern Massas Rauswurf. Und wollen wissen, dass der Brasilianer offenbar auf Bewährung fährt.

Was Ferrari natürlich vehement dementiert. Monisha Kaltenborn, in Schanghai als Teamchefin für Boss Peter Sauber am Kommandostand, der wegen des Zürcher Sechseläutens am Montag auf die China-Reise verzichtet hat: «Das sind alles Spekulationen. Sergio Pérez hat mit uns einen gültigen Vertrag. Und diesen wird er erfüllen.»

Vater Pérez: «Ferrari hat angeklopft»

Aber warum wurde dann Papa Pérez vom Sauber-Team höflich, aber bestimmt aus den Boxen verbannt? Die az weiss es: Weil Antonio Pérez nach dem Malaysia-Knaller einem südamerikanischen Journalisten erzählt hat, dass Ferrari bereits angeklopft habe. Zu viel für Sauber, der im Interview mit dem «Sonntag» an Ostern noch behauptete, dass es bislang weder mit der Scuderia noch mit Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali Gespräche wegen Pérez gegeben habe.

Wie auch immer: Statt im Reich der Mitte sitzt Vater Pérez dieses Wochenende zu Hause in Guadalajara – und schaut sich das Rennen mit dem steinreichen Slim-Clan am mexikanischen TV an. Vielleicht auch besser so: Denn Antonio Pérez ist bekannt für schwache Nerven. Während der Rennen seines Sohnes tigert er immer wild durch den Paddock – macht in der Sauber-Garage und in der Hinwiler Hospitality alle verrückt. Völlig am Anschlag war Pérez senior am 28. Mai 2011, als sein Sohn in der Monaco-Quali schwer verunfallte. «Da war Antonio knapp vor dem Herzinfarkt», so ein Sauber-Mitarbeiter damals.

80 Prozent Regenwahrscheinlichkeit

Für die heutige China-Quali, für welche Mercedes-Pilot Michael Schumacher Pole-Favorit ist, ist Sauber-Pérez zuversichtlich. Der Wetterdienst sagt sowohl für heute wie auch für den Start am Sonntag um 15 Uhr Ortszeit (9 Uhr MEZ) 80 Prozent Regenwahrscheinlichkeit voraus. Dann würde der GP von China wie zuletzt das Rennen in Kuala Lumpur zur Lotterie. Für Speedy Pérez kein Problem: «Damit weiss ich ja jetzt umzugehen. Und beim Pokern ziehen wir ja meistens die richtige Karte», sagts und zieht im Land des Lächelns mit einem breiten Grinsen davon.

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