Fussball

Saitenwechsel bei YB: Rochat hat die erste Geige übernommen

Alain Rochat bekam von YB-Coach Adi Hütter in den letzten beiden Spielen das Vertrauen und stand in der Startformation.

Alain Rochat bekam von YB-Coach Adi Hütter in den letzten beiden Spielen das Vertrauen und stand in der Startformation.

Alain Rochat ist drauf und dran, bei den Young Boys zum Stammspieler zu mutieren. Doch der Romand hat bis heute keine Vertragsverlängerung auf dem Tisch.

«Bitte teilt! Seid grosszügig! Beansprucht nicht alles für euch allein!» Soziale Gebote, die Kinder zuhauf hören, wenn es darum geht, auch den kleinen Bruder mal an die Spielkonsole zu lassen oder das letzte verbliebene Stück Kuchen nicht allein zu verputzen.

Später im Berufsleben ist das mit dem Teilen so eine Sache. Vor allem als Fussballer. Vor allem in der Verteidigung der Young Boys. Denn eine Innenverteidigung hat nun mal nur zwei Plätze in der Stammformation. Das musste auch Alain Rochat schmerzlich erfahren. Trainer Adi Hütter setzte in der laufenden Saison neben dem gesetzten Routinier Steve von Bergen regelmässiger auf Milan Vilotic und Gregory Wüthrich.

Millionen sitzen auf der Bank

Doch seit zwei Runden spielt Rochat im Berner Orchester nicht mehr nur die zweite Geige. Youngster Wüthrich fällt nach seiner Knieoperation bis Ende Saison aus. Und Vilotic? Der teuerste YB-Transfer aller Zeiten (3,5 Millionen Franken) drückt seit dem Rückrundenauftakt die Bank. «Mir ist egal, was Vilotic gekostet hat. Das ist nicht mein Business», sagt Rochat. Er konzentriere sich lieber auf seine Arbeit. Und die lässt sich durchaus sehen: Im Jahr 2016 haben die Berner noch nie verloren, die letzten vier Partien haben sie alle gewonnen. Die neuen Partner von Bergen/Rochat sind sich alles andere als fremd. «Steve und ich kennen uns seit der Zeit in den Junioren-Nationalmannschaften», sagt Rochat, der wie von Bergen aus der Romandie kommt. «Wir verstehen uns manchmal ohne Worte.»

Die Personalie Rochat ist aktuell die einzige im YB-Kader, deren Zukunft nach der Saison 2015/16 noch ungewiss ist. «Darüber möchte ich nicht reden», gibt sich der gelernte Mechaniker wortkarg. Der 33-jährige Familienvater lässt sich aber entlocken, dass er gern in Bern bleiben würde. «Ich möchte YB so viel wie möglich helfen. Und einen Cup-Sieg holen. Das habe ich noch nie geschafft.»

Titellos seit 1987

Die fehlenden Pokale – ein leidiges Thema in Bern. Vor 29 Jahren nach dem Cup-Final gegen Servette hat zuletzt ein Kübel den Weg in die Hauptstadt gefunden. Gewiss hat sich YB unter den Schweizer Spitzenmannschaften etabliert, schaffte es in den letzten zehn Super-League-Saisons achtmal in die Top 3. «Wir sind langsam müde mit diesen Plätzen», resümiert Rochat, der von 2002 bis 2005 erstmals bei YB unter Vertrag stand. «Seither ist der Wille für den sportlichen Erfolg stärker geworden.»

Wie stark die Berner wirklich geworden sind, können sie heute in der AFG Arena gegen den FC St. Gallen unter Beweis stellen. Fünf Siege in Serie schaffte YB zuletzt zu Beginn der Saison 2013/14. Zeit also, um zumindest eine alte Marke wieder etwas aufzufrischen.

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