Gut acht Wochen nach seiner Knieverletzung kehrt Roger Federer diese Woche auf die Profitour zurück. Es passierte am Freitag, 29. Januar, am Tag nach der Halbfinalpleite beim Australian Open gegen Novak Djokovic. Federer verletzte sich am Meniskus und musste sich per Arthroskopie in der Schweiz operieren lassen. Am 3. Februar teilte er mit, dass die Operation gut verlaufen sei und er wohl bald auf die Tour zurückkommen könne.

Die Turniere in Rotterdam und Dubai musste er sausen lassen. Die Zwangspause nutzte er dann Mitte Februar zu einem Besuch in seiner Heimat, genoss wieder einmal die Basler Fasnacht. Am 23. Februar stellte er schliesslich die ersten Bilder von seinem Training auf dem Tennisplatz ins Netz.

Aber ganz so schnell, wie er es erhofft hatte, gings dann doch nicht. Indian Wells, das Turnier, das am Sonntag in der kalifornischen Wüste mit dem Sieg von Djokovic endete, hatte er zunächst einmal ins Auge gefasst. Er reiste auch tatsächlich nach Kalifornien, Tennis war aber noch kein Thema. Als Ehrengast war er bei der Verleihung der Oscars dabei, besuchte Basketball- und Eishockeyspiele der NBA und NHL, nahm einige Geschäftstermine wahr. Gleichzeitig teilte er mit, dass er beim Sandplatzturnier in Monte Carlo, das am 11. April beginnt, auf die Tour zurückkehren wolle.

Vor einer Woche dann verkündete er auf Twitter, dass er nun doch noch in den USA spiele, nicht in Indian Wells, sondern beim zweiten grossen Masters-1000-Turnier des Frühjahrs, an der Ostküste in Miami. Mit ein paar Emojis tat er seine Pläne kund, so wie er schon vor einigen Wochen seinen Unfall mit der Knieverletzung beschrieben hatte.

Ursprünglich wollte er das Turnier auslassen, eine Pause bis zu den French Open in Paris in zwei Monaten einlegen. In Dubai bereitete er sich zuletzt mit Fitnesstrainer Pierre Paganini vor. Dazu liess er mit dem Deutschen Yannik Hanfmann, der Weltnummer 513, einen Sparringspartner einfliegen. Und weil alles so gut lief, reiste er vergangene Woche nach Florida und nimmt beim Comeback in Kauf, dass er auf Hartplatz spielen muss, was sein Knie deutlich mehr belastet als der Sand.

Noch kein Turniersieg

Monte Carlo hat er noch immer in seinem Terminkalender stehen, obwohl er eigentlich vor Paris gar kein Sandturnier bestreiten wollte. Doch mit Brisbane und den Australian Open hat er in diesem Jahr erst zwei der bisher geplanten Turniere bestritten. Gewonnen hat er noch keines, in Brisbane unterlag er im Final dem Kanadier Milos Raonic und in Melbourne war wieder einmal Djokovic zu stark.

Ob Federer tatsächlich in Monte Carlo spielt, hängt wohl auch von den Resultaten in Miami ab. Selbst Turnierchef Zeljko Franulovic ist noch nicht sicher und sagte im französischen Sud Radio: «Roger sagte mir, dass er in Miami spielen würde, wenn er keine Schmerzen mehr hat. Ich denke nicht, dass es gut ist, ein Hartplatzturnier vor der Sandplatzsaison zu spielen. Roger kann jeden Tag seine Entscheidung überdenken und ändern. Es hat keinen Sinn, Roland Garros ohne gute Vorbereitung zu spielen. Wir warten auf ihn, auch weil er sich in die Meldeliste eingetragen hat.»

Die Verletzung hat Federers Pläne für diese Saison total über den Haufen geworfen. Noch lässt er deshalb offen, wie es genau weitergeht. Zumal Federer auch in Sachen Verletzungspause eine fast neue Erfahrung macht. Zuletzt plagte er sich in den Jahren 2004 und 2005 mit einem Muskelfaser- und einem Bänderriss herum.