FIFA Fussball-WM
Russland und Katar «bringed en hei»

Die Würfel sind gefallen, wer die Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 austragen darf. Es wurde geweibelt und geredet, präsentiert und charmiert. Am Ende gewannen zwei Aussenseiter.

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Staraufmarsch bei der Fifa
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Starauflauf heute am FIfa-Hauptsitz Wird England für die WM die Gesetze ändern? Hinten David Beckham, vorne Prinz William.
 Vorsicht Glatteis - auch bei der WM-Vergabe?
 Siegessicher: David Beckham.
 Auch Holland will die WM: Ruud Gullit kommt mit dem Velo an die Vergabe.
 Werben für Holland/Belgien 2018: Der niederländische Premier Mark Rutte (l.) und Alt-Fussballstar Ruud Gullit (M.), begrüsst von Fifa-Generalsekretär Jérôme Walcke.
 Unterstützt die WM-Bewerbung von Portugal/Spanien: Fussballer Luis Figo.
 Auch Spanien/Portugal wollen die WM: Der spanische Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero.
 Bill Clinton will das Spektakel in die USA holen.
 Und Schauspieler Morgan Freeman unterstützt ihn dabei.
 Die japanische Delegation.
 Zinedine Zidane wirbt für Katar.
 Starauflauf am Fifa-Hauptsitz in Zürich

Staraufmarsch bei der Fifa

Das Staraufgebot der WM-Kandidaten USA, England, Portugal oder Spanien war enorm. Staatspräsidenten und Fussballer trudelten in Zürich ein und weibelten für ihr Land.

In England läuft die Kontroverse wohl erst an. Sind die «bösen» Medien Schuld, die korrupte FIFA-Funktionäre blossstellten?

Auch der zweite Gewinner, Katar, kam überraschend. Immerhin: Die Araber hatten die beste Multimedia-Präsentation gezeigt...

Nicht das beste Dossier hat entschieden

Beide Länder werden zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft durchführen. Die Wahl der 22 FIFA-Exekutivmitglieder ist insofern überraschend, dass beide Teilnehmer nicht über die besten technischen Dossiers verfügten. Doch vorab finanziell sind die beiden Destination für den Weltverband interessant.

Russland setzte sich gegen die beiden Doppelbewerbungen Spanien/Portugal und Holland/Belgien sowie gegen den Favoriten England durch. Die Engländer, die unter anderen mit Prinz William und David Beckham in Zürich auf Stimmenfang gegangen waren, scheiterten wohl in erster Linie an der FIFA-kritischen Haltung im eigenen Land.

Russland konnte sich auf den Support von Wladimir Putin, UEFA-Präsident Michel Platini und FIFA-Präsident Sepp Blatter verlassen. In Russland, das 2014 in Sotschi auch Olympische Winterspiele durchführt, sind 13 Spielorte und 16 Stadien vorgesehen.

Die Investitionen in die Infrastruktur werden rund 3,83 Mia Dollar betragen, so viel wie bei keiner anderen Bewerbung. Die Spielorte befinden sich weit auseinander. Zwischen Moskau und Jekaterinenburg liegen 1667 Kilometer.

Katar ist der Sensations-Gewinner

Noch überraschender als die Wahl von Russland war diejenige von Katar. Katar setzte sich gegen die USA, Südkorea, Japan und Australien durch. Finanzielle Probleme gibt es im Kleinstaat keine. Scheich Mohammed Bin Hammad Bin Khalifa Al-Thani kommt für alles auf. Futuristische Stadien sollen die Temperaturen von 40 Grad im Schatten herunterkühlen.

Fünf der sieben vorgesehenen Spielorte werden sich in einem Umkreis von 25 Kilometer befinden. Zwölf Stadien sind als Spielstätte geplant; 2,869 Mia Dollar sollen inverstiert werden.

Im Unterschied zu den letzten beiden WM-Vergaben für die Turniere 2010 (Südafrika) und 2014 (Brasilien) war diesmal die Wahl umstritten. Einerseits, weil die Dossiers der Bewerber unterschiedliche Vorzüge aufwiesen, anderseits, weil im Vorfeld viel über die vermeintliche Bestechlichkeit des Wahlgremiums diskutiert worden war.

Zwei Exekutivmitglieder waren im Vorfeld suspendiert worden, weil sie von einer englischen Zeitung "in flagranti" bei der Annahme von Bestechungsgeldern erwischt worden waren. Deshalb nahmen nur 22 Mitglieder an der Wahl teil.

(SI/cbk)

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