A wie All Blacks

Der Spitzname der Nationalmannschaft Neuseelands ist auf die komplett schwarze Spielkleidung zurückzuführen. Die All Blacks gelten als beste Mannschaft der Welt. Gewinnen sie heute den WM-Final gegen Australien, wären sie das erste Team, das den WM-Titel verteidigen kann.

B wie Blut

Rugbyspieler sind hart im Nehmen. Blutige Lippen und Platzwunden gehören dazu. Blut spielte auch eine Rolle im grössten Rugby-Skandal: Der Engländer Tom Williams täuschte 2009 mit einer Blutkapsel eine Verletzung vor, um den zuvor ausgewechselten Tom Evans zurück ins Spiel bringen zu können. Um die Manipulation zu vertuschen, schnitt die Teamärztin später die Lippe von Williams auf.

C wie Chabal Sébastien

Die französische Rugbylegende wurde aufgrund seiner monströsen Statur (1,91 m bei 115 kg), seiner Spielweise und seines rabiaten Aussehens mit Vollbart und langer Haarpracht Höhlenmensch genannt.

D wie drunter und drüber

Beim Rugby geht es oft drunter und drüber. Dennoch halten sich die Beteiligten trotz aller Härte für gewöhnlich diszipliniert an den Ehrenkodex.

E wie Erfinder

William Webb Ellis gilt als Erfinder des Rugby. Der Legende nach soll der Brite während eines desaströsen Fussballspiels im Jahr 1823 mit dem Ball in der Hand nach vorne gesprintet sein und ihn im gegnerischen Tor abgelegt haben. Die Spielidee des Rugby war geboren.

F wie Freundin

Der Rumäne Florin Surugiu ist der Romantiker unter den harten Kerlen. Er hielt nach der Niederlage gegen Irland vor laufenden TV-Kameras um die Hand seiner Freundin an, die den Heiratsantrag gerührt annahm.

G wie Gedränge

Ein Gedränge ist eine Standardsituation, die bei kleinen Regelverstössen, wie dem unerlaubten Vorwärtsspielen, angewendet wird. Ein Gedränge besteht aus insgesamt 16 Spielern beider Mannschaften, die in drei Reihen aufgestellt versuchen, die gegnerische Formation Schulter an Schulter nach hinten zu drücken, um an den Ball zu gelangen. Einwurf erhält die Mannschaft, die den Regelverstoss nicht begangen hat.

H wie Haka

Der Haka ist ein ritueller Kriegstanz der Maori. Er wird vor jedem Spiel von den All Blacks vorgeführt, um sich selbst zu motivieren und die Gegner einzuschüchtern. Auch andere Nationalteams Ozeaniens, wie Fidschi, Samoa oder Tonga kennen ähnliche Tänze.

I wie Invictus

«Invictus» ist ein Spielfilm von Clint Eastwood über die Rolle der Rugby-WM 1995 in Südafrika bei der Überwindung der Apartheid und beruht auf einer wahren Geschichte. Nelson Mandela (Morgan Freeman) trifft Mannschaftscaptain Francois Pienaar (Matt Damon) und gibt diesem zu verstehen, dass ein erfolgreiches Abschneiden die beste Möglichkeit sei, die verschiedenen
Bevölkerungsgruppen zu vereinen. Der Plan geht auf. Sensationell gewinnt Südafrika mit der Unterstützung des gesamten Volkes den Titel.

J wie Jahrhundertspiel

Am 15. Juli 2000 lag Neuseeland gegen Australien vor 110 000 Zuschauern mit 24:0 in Front. Australien kämpfte sich zurück und führte kurz vor Schluss mit 35:34, ehe Neuseeland doch noch die Punkte zum 39:35-Sieg gelangen.

K wie Kick

Der Kick wird als Pass nach vorne oder zum Erzielen von Punkten angewendet. Um zu punkten, muss der Ball über die H-förmige Querlatte zwischen den beiden Malstäben befördert werden. Es wird dabei zwischen Straftritt (Kick nach einem Regelverstoss, 3 Punkte bei Erfolg), Sprungtritt (Dropkick aus dem laufenden Spiel heraus, 3 Punkte) und Erhöhung (Bonuskick nach einem Versuch, 2 Punkte) unterschieden.

L wie Lichtgestalten

Jonah Lomu ist die Rugby-Legende Neuseelands. Er hält den Rekord für erfolgreiche Versuche an Weltmeisterschaften. In elf WM-Partien gelang es ihm,
15-mal den Ball im Malfeld des Gegners abzulegen. Der Engländer Jonny Wilkinson erzielte 249 Punkte bei WM, das ist ebenso unerreicht, wie die 35 Zähler, die er 2001 in einem einzigen Spiel erzielte.

M wie Malstangen

Ein Rugby-Tor besteht aus zwei Malstangen im Abstand von fünf bis sechs Metern und einer Querstange in drei Metern Höhe. Hinter den Malstangen erstreckt sich über die gesamte Breite des Platzes das Malfeld.

N wie Nationalhymne

Das Singen der Nationalhymne vor Länderspielen entstammt dem Rugby. Da die Neuseeländer ihre Aufwärmübungen mit Gesang durchführten, versuchte das walisische Team 1905, durch das gemeinsame Singen der «Hen Wlad Fy Nhadau» dagegenzuhalten. Das Publikum stimmte mit ein und Wales gewann gegen die damals als unbesiegbar gegoltenen All Blacks. Seither wurde in Wales vor Spielen immer die Hymne gesungen. Andere Länder und Sportarten übernahmen die Tradition.

O wie Olympia

Von 1900 bis 1924 war das 15er-Rugby Bestandteil der Olympischen Spiele. Nach 92 Jahren wurde das 7er-Rugby für die Sommerspiele 2016 in Rio wieder ins olympische Programm aufgenommen.

P wie Pfiff

Die Pfiffe des Schiedsrichters, der im Rugby als Autorität gilt, werden nicht angezweifelt. Das Gespräch mit dem Unparteiischen dürfen nur die Captains suchen. Bei kritischen Situationen wird zudem ein Video-Schiedsrichter konsultiert.

Q wie Queen

Wie das gesamte englische Königshaus ist auch die Queen rugbybegeistert. Vor der WM in England empfing Queen Elizabeth II die Captains und Trainer aller Teilnehmer im Buckingham Palace.

R wie Rugby-WM

Seit 1987 findet alle vier Jahre die Rugby-WM statt. Neuseeland, Südafrika und Australien konnten den wichtigsten Rugby-Wettbewerb zweimal gewinnen, England bisher einmal.

S wie Six Nations

Das wichtigste Turnier Europas ist das jährlich stattfindende Six-Nations-Turnier, die inoffizielle Rugby-Europameisterschaft. England, Wales, Schottland, Irland, Frankreich und seit 2000 auch Italien kämpfen im Modus jeder gegen jeden um den Titel.

T wie Twickenham

Endspielstätte des WM-Finals 2015 ist das Twickenham-Stadium in London. 82 000 Zuschauer fasst der RugbyTempel.

U wie Union

Es gibt verschiedene Varianten des Rugby-Sports. Die populärste ist das 15er-Rugby, welches auch Union genannt wird.

V wie Versuch

Schafft es ein Spieler, den Ball im Malfeld des Gegners abzulegen, erhält er fünf Punkte. Die Namensgebung kommt daher, dass es früher für einen Versuch keine Punkte gab, sondern nur einen Kick, also einen Versuch, Punkte zu erzielen.

W wie Wallabies

Wallabies sind eine Familie der Kängurus, dem Nationaltier Australiens. Australiens Team wird von den Fansdeshalb liebevoll nur «die Wallabies» genannt. Durch den Finaleinzug sind die Wallabies bei dieser WM die erfolgreichste Tierart – besser als die Pumas aus Argentinien oder die Springbocks aus Südafrika.

X wie Unentschieden

Im Rugby sind Unentschieden aufgrund der hohen Punktezahlen und der differenzierten Zählweise selten. Haben für einmal beide Teams nach Ablauf der Spielzeit dieselbe Punktzahl, erhält jeder zwei Tabellen-Punkte. In K.-o.-Spielen gibt es in diesem Fall eine 20-minütige Verlängerung. Bei erneuter Punktgleichheit werden zehn Minuten gespielt, wobei das Team siegt, das zuerst Punkte erzielt.

Y wie Yokohama

Die nächste WM findet 2019 in Japan statt. Ein Spielort ist Yokohama.

Z wie Zahn

Bei einer Routineuntersuchung von Jaime Ainscough wurde in dessen Schulter ein ausgeschlagener Zahn eines Gegenspielers gefunden, der stecken geblieben war.