Skiakrobatik

Roth und Werner: Ein Paket für die Zukunft

Noé Roth fliegt beim Skiing World Cup in Moskau durch die Lüfte.

Noé Roth fliegt beim Skiing World Cup in Moskau durch die Lüfte.

Sie sind jung, erfolgreich und unbeeindruckt: Die Skiakrobaten Noé Roth und Pirmin Werner überraschen in ihrer Sportart bereits mit einer unglaublichen Konstanz.

Wer einen Einblick in die Welt von Noé Roth oder Pirmin Werner erhalten will, dem genügen ein paar Klicks im Internet. Auf ihren Instagram-Profilen veröffentlichen die beiden jungen Athleten Bilder und Videos von sich und dem, was sie am liebsten tun: Springen und Fliegen. Roth und Werner springen auf Trampolinen, von Sprungtürmen, Brücken, über Wasserschanzen oder im Schnee. Sie springen schlicht von oder über alles, was als Kulisse in Frage kommt - und sind dabei meist gemeinsam unterwegs.

«Es gibt sie nur als Paket», sagt Aerials-Nationaltrainer Michel Roth über die beiden Youngsters. Daher nur logisch, mischen sie derzeit auch die Skiakrobatik-Szene gemeinsam durcheinander. Noé Roth, als Sohn von Nationaltrainer Michel und der ehemaligen Spitzen-Skiakrobatin Colette Roth-Brand mit Aerials-Genen geboren, gewann am Sonntag, 19-jährig, in seiner erst zweiten vollen Weltcup-Saison den Gesamtweltcup, der um ein Jahr ältere Werner schloss die Saison als Gesamt-4. und mit der Auszeichnung als Rookie des Jahres ab.

Ganz überraschend kam der Steigflug von Roth und Werner in dieser Saison nicht, zumindest wenn man die Resultate der letzten Saisons konsultiert: Podestplätze im Europacup, ein Titel an den Junioren-Weltmeisterschaften, Bronze an den Elite-Titelkämpfen und schliesslich der Durchbruch im Weltcup zeichnen das Bild eines normalen Aufstiegs. «Aber mit welcher Konstanz sie ihre Leistungen schon abrufen, ist bemerkenswert», findet Michel Roth. Schliesslich bewegten sie sich in einer Sportart, die kaum Fehler verzeiht.

Roth (links) und Werner (mitte) posieren gemeinsam.

Dass es ein hohes Mass akrobatischer Grundlagen braucht, um Aerials überhaupt zu betreiben, wird beim Betrachten von Wettkampfbilder offenkundig. Als ehemalige Kunstturner bringen Roth und Werner zwar idealen Voraussetzungen mit, sich über katapultartige Schanzen circa 14 Meter in die Höhe zu jagen, in der Luft bis zu drei Salti und fünf Schrauben zu drehen, ehe sie den Trick im steilen Schneehang ausfahren sollen. Nur eine Garantie für den Erfolg sei dies nicht. «Man muss auch das Gefühl für diesen Sport haben, und das kann man nicht lernen», sagt Michel Roth.

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Jumping into the sunset🌅 • 📸@noe20000

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Bei seinem Sohn ist dieses Talent in besonderem Mass ausgeprägt. Wie gut der innere Kompass des Zugers selbst in anspruchsvollsten Momenten funktioniert, zeigte sich in der Qualifikation beim Saisonfinale im russischen Krasnojarsk. Roth wurde bei der Anfahrt der Schanze von einer Windböe zusätzlich angeschoben, korrigierte die höhere Geschwindigkeit intuitiv und landete den Sprung, den andere kaum mehr herausgefahren hätten. «Er bleibt immer cool, weil Wettkämpfe für ihn keinen Stress bedeuten. Er liebt sie», erklärt Michel Roth einen Teil des Erfolgsrezept seines Sohnes.

Ein weiterer Faktor für Noé Roths Aufstieg an die Weltspitze heisst Pirmin Werner. Die beiden Swiss-Ski-Youngsters fordern sich gegenseitig heraus, was sich positiv auf ihre Entwicklung auswirkt, wie Nationaltrainer Michel Roth sagt. «Pirmin will mindestens dort hin, wo Noé ist», sagt er. Anfang April hätten sich die beiden ein letztes Mal auf höchster Nachwuchsstufe duellieren können, aufgrund des Coronavirus wurden die Junioren-WM in der Lombardei jedoch abgesagt. Stattdessen heisst der nächste wichtige Programmpunkt Sportler-RS. Roth und Werner begehen ihn natürlich gemeinsam.

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