Swiss Indoors
Roger Federers Vertrag hat Tücken

Roger Federer verlängert seinen Vertrag mit den Swiss Indoors Basel um drei Jahre. Das bedeutet allerdings nicht, dass er auch bis 38 spielt.

Simon Häring
Simon Häring
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Roger Federer denkt noch lange nicht an das Karriereende und einigte sich mit den Swiss Indoors auf einen Dreijahresvertrag

Roger Federer denkt noch lange nicht an das Karriereende und einigte sich mit den Swiss Indoors auf einen Dreijahresvertrag

KEYSTONE/EPA/MARTIN DIVISEK

So lange Roger Federer aktiv Tennis spielt, tritt er bei seinem Heimturnier, den Swiss Indoors Basel, an. Das zumindest suggeriert seine Vertragsverlängerung bis 2019. Aber was daran ist wirklich neu? Nichts. Als es zu Unstimmigkeiten mit Turnierdirektor Roger Brennwald kam, spielte der siebenfache Sieger sogar ohne Vertrag. Nicht in Basel anzutreten, war für Federer nie eine Option. Insofern ist das neue Papier bloss eine Bestätigung.

Eine Bestätigung, dass der 35-Jährige noch drei volle Jahre spielt, ist es hingegen nicht. Verträge mit diese Laufzeit sind nichts ungewöhnliches, was auch der Blick auf Federers exklusives Sponsoren-Portfolio mit Marken wie Rolex, Moët & Chandon oder Credit Suisse zeigt. Die Marke Federer ist inzwischen so viel Wert, dass sie auch über das Karrierenende hinaus kaum an Strahlkraft verlieren wird. Lange Laufzeiten sind deswegen auch kein Risiko.

Für Federer stand wohl nie zur Debatte, dass er in den kommenden Jahren auch in Basel spielen würde. Für das Turnier hingegen ist die Verlängerung ein Segen. Es setzt Energien frei, um mit anderen Spielern in Verhandlungen zu treten, nachdem die wichtigste Personalie bereits gesichert ist. Wie blutleer die Swiss Indoors sind, wenn die Zugpferde Federer und Nadal wie im letzten Jahr ausfallen, hat die Ausgabe 2016 schonungslos offenbart.

So wird Roger Federer bei seiner Ankunft am Flughafen in Zürich empfangen.
10 Bilder
Auf Tuchfühlung: Der Maestro und ein Fan.
Roger Federer landete am Mittag in Zürich.
Unzählige Fans heissen den Maestro am Flughafen willkommen.
Der 18-fache Grand-Slam-Sieger grüsst die Fans.
Die Siegestrophäe vom Australian Open war natürlich mit dabei.
Ein Foto mit den Fans.
«King Roger» muss viele Fragen beantworten.
Alle wollen einen Blick auf Federer erhaschen.
Alle wollen einen Blick auf Federer erhaschen.

So wird Roger Federer bei seiner Ankunft am Flughafen in Zürich empfangen.

Keystone

Der Vertrag bis 2019 suggeriert zwar, dass Federer, der nach halbjähriger Rekonvaleszenz eben erst seinen 18. Grand-Slam-Titel hat feiern können, bis ins für Tennisspieler hohe Alter von 38 Jahren spielen wird. Doch das ist ein Trugschluss. Federer hat in seinen Verträgen sicher auch dieses Detail berücksichtigt. Und seine Partner würden ihm wohl keine Steine in den Weg legen, entschiede er sich bereits vor Ablauf des Vertrags für einen Rücktritt.

Neben der Vertragsverlängerung lässt aufhorchen, dass - wie von der "Nordwestschweiz angekündigt" - die Swiss Indoors und der Sportvermarkter InfrontRingier das Mandat zur Suche eines neuen Titelsponsors per Ende Jahr in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst haben. InfrontRingier war vor zweieinhalb Jahren damit beauftragt worden, einen potenten Nachfolger für Davidoff zu finden. Das misslang. Ab sofort kümmert sich Roger Brennwald wieder persönlich um das Traktandum.