Roger Federer

Roger Federer - spielt er ohne Trainer besser?

Roger Federer ist in der Krise - braucht er einen Trainer, um rauszufinden?

Roger Federer ist in der Krise - braucht er einen Trainer, um rauszufinden?

Der kriselnde Tennis-Maestro hat sich am Wochenende überraschend von seinem Coach Paul Annacone getrennt. Wer wird Nachfolger des Amerikaners? Braucht Federer überhaupt einen Trainer?

Die Nachricht verbreitete sich am späten Samstagabend: Auf seiner Homepage verkündete Roger Federer die Trennung von Coach Paul Annacone. Gut drei Jahre war der Amerikaner an Federers Seite, der in dieser Zeit die Rückkehr auf Platz 1 der Weltrangliste schaffte und 2012 zum siebten Mal im geliebten Wimbledon gewann. Doch in diesem Jahr schwächelt Federer wie nie zuvor in seiner grossartigen Karriere, gewann nur gerade ein Turnier (Gerry Weber Open in Halle im Juni). Ob die Trennung von Annacone wegen der sportlichen Krise erfolgte, liess Federer offen. "Nach zahlreichen Gesprächen, die sich vor allem im letzten Trainingsblock häuften, hielten wir es für den besten Zeitpunkt und Weg für uns beide. Paul bleibt ein guter Freund und wir freuen uns beide darauf, diese Freundschaft weiterzuführen", so der 32-Jährige auf seiner Homepage.

Nicht das erste Mal ohne Trainer

Nun stellt sich natürlich die Frage: Wer beerbt Paul Annacone? Federer sagt aktuell nichts dazu, doch wird er kommenden zwei die Turniere ohne Trainer bestreiten. In Basel und Paris entscheidet sich, ob er die Qualifikation für die WM der besten 8 in London schafft.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Federer nicht das erste Mal ohne offiziellen Trainer dasteht. Der Schweizer Davis-Cup-Captain Severin Lüthi, der Federer seit vielen Jahren überallhin begleitet, wird nur als Begleiter aufgeführt. Bereits 2004, im Jahr nach der Trennung von Peter Lundgren, war Federer ohne Trainer auf der ATP-Tour unterwegs. Ebenso die zweite Hälfte im Jahr 2007 nach der Trennung von Tony Roche. Die dritte Zeit ohne offizielle Coach dauerte von Herbst 2008 bis im August 2010, bevor Annacone ins Federer-Team trat.

Federer ohne Trainer - das passt

Was sich bei genauerem Hinschauen zeigt: In Zeiten ohne Trainer spielte Federer überaus erfolgreich. Das Jahr 2004, das er komplett ohne Coach bestritt, war gar das erfolgreichste seiner Karriere. Federer gewann die Grand-Slam-Turniere in Melbourne, Wimbledon und New York und hievte sich zum ersten Mal in seiner Karriere auf den Weltranglistenthron. Dort blieb er dann auch während der nächsten 237 Wochen (Rekord).

Auch nach Tony Roche (Trennung im Mai 2007) hagelte es Pokale: Federer gewann im gleichen Jahr in Wimbledon und die US Open sowie die Swiss Indoors in Basel und die Masters-Finals in London.

Ab Herbst 2008 arbeitete Federer erneut ohne Coach (zvor einige Monate mit dem Spanier José Higueras). In den folgenden knapp zwei Jahren gewann er sieben Turniere (zwei Grand-Slams), bis er im August 2010 Paul Annacone in sein Team holte.

Federer ohne Trainer - das scheint zu passen. Gut möglich also, dass sich der Maestro genau überlegen wird, ob er sich für die letzten Jahre seiner Karriere überhaupt noch einmal einen starken Mann an seine Seite holt. Denn beibringen muss man ihm nichts mehr - trotz aktueller Krise beherrscht Federer immer noch wie kein anderer alle Facetten des Tennisspiels. Zum Problem dürfte je länger, wie mehr sein Körper, genauer gesagt sein Rücken, werden. Um dieses in den Griff zu kriegen, braucht er jedoch keinen Tennisfachmann, sondern schlicht und einfach einen guten Physiotherapeuten oder Arzt.

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