Australian Open

Roger Federer nach seinem Out über Stefanos Tsitsipas: «Er hat einen grossartigen Match abgeliefert»

13 Minuten nach dem Ausscheiden beantwortet Roger Federer bereits die Fragen zur Niederlage gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas. Überrascht sei er nicht, enttäuscht hingegen schon. Federer bestätigte auch, dass er im Frühling erstmals seit drei Jahren wieder auf Sand spielen wird.

Roger Federer, Sie konnten zwölf Breakchancen nicht nutzen, hat Sie das den Sieg gekostet?

Roger Federer: Bei den Breakbällen ist es definitiv nicht so gelaufen, wie ich es mir erhofft hätte. Es läuft eindeutig etwas falsch, wenn ich jemanden in zwei Spielen nicht breaken kann. Das ist natürlich frustrierend. Man muss aber auch sagen, dass er einen grossartigen Match abgeliefert hat.

John McEnroe sprach nach dem Spiel von einer Wachablösung.

Sehen Sie, ich liebe John, aber er verbringt viel Zeit vor den Mikrofonen und sagt viele Dinge. Ich höre das schon seit zehn Jahren, das ist nichts Neues. Stefanos macht seit anderthalb Jahren einen sehr guten Job. Er hat Djokovic, Anderson oder Zverev geschlagen. Das ist nötig, um auf die nächste Stufe zu kommen. Ich sehe ihn definitiv weit oben, und das für eine lange Zeit.

Erwarteten Sie, dass Tsitsipas irgendwann Schwäche zeigen würde?

Als ich 1:2 Sätze zurücklag, dachte ich schon, dass er das durchziehen kann. Da sah er die Ziellinie. Das war das Problem, ich hätte nie 1:2 Sätze in Rückstand geraten sollen. Ich hatte in den ersten drei Sätzen ja mehr Chancen.

Sie machten viele Vorhandfehler, vergaben im zweiten Satz vier Satzbälle. Wie geht man damit um?

Akzeptieren, nächster Punkt, akzeptieren, nächster Punkt. Manchmal nervst du dich ein wenig mehr, aber ich blieb dennoch ruhig, weil ich mir ja Chancen erarbeitete. Ich war eigentlich da, wo ich sein wollte. Die Stärke von Tsitsipas ist eben, dass er den Ball früh nimmt und dir damit nicht viel Zeit gibt, um bereit zu sein. Es ist sicher auch sein Verdienst, aber es ist einfach: Ich hätte es besser machen müssen.

Hatten Sie ein physisches Problem?

Überhaupt nicht. Ich bin sogar sehr zufrieden, wie ich mich fühle.

Kommt diese Niederlage für Sie ein wenig wie aus heiterem Himmel?

Nein. Es ist eigentlich eher Normalität, dass ich hier in Australien nach drei Jahren wieder einmal verliere. Mir war klar, dass es schwierig werden würde, er war schon am Hopman Cup gut. Insofern kommt das für mich gar nicht aus heiterem Himmel.

Ändert diese frühe Niederlage etwas an Ihrer Turnierplanung?

Nein. Ich weiss eigentlich, was ich bis Wimbledon spielen werde. Dass ich sicher auf Sand spielen werde. Daran ändert sich nichts.

Warum haben Sie sich entschieden, nach drei Jahren wieder auf Sand zu spielen?

Ich habe einfach Lust darauf. Ich bin in einer Phase, in der ich mir auch eine Freude machen will. Ich wollte auch nicht wieder eine lange Pause machen. Ich habe nicht das Gefühl, dass dies für mein Tennis nötig ist.

Mit welchem Gefühl verlassen Sie nun Australien?

Das Leben geht weiter. Für den Rest der Saison habe ich eigentlich ein sehr gutes Gefühl.

Meistgesehen

Artboard 1