Tennis
Roger Federer ist topfit für die US-Tour und den Davis Cup

Roger Federer bestreitet in den nächsten Wochen die US-Tour und mit Stan Wawrinka den Davis Cup. Wer neben den zwei Top-Cracks die Schweiz gegen Holland vertreten wird, um den Klassenerhalt zu sichern, ist noch nicht vollständig geklärt.

Michael Wehrle
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Roger Federer ist bereit für die neuen Herausforderungen.

Roger Federer ist bereit für die neuen Herausforderungen.

Keystone

Seit gut drei Wochen trainiert Roger Federer wieder. Heute fliegt er in die USA, wo er nächste Woche das Turnier von Cincinnati bestreitet, gefolgt vom US Open. Danach spielt er mit dem Schweizer Davis-Cup-Team vom 18. bis 20. September in Genf gegen Holland um den Klassenerhalt in der Weltgruppe.

Federer verzichtet auf das Turnier von Montreal in dieser Woche, allerdings nicht speziell wegen des Davis-Cups. «Er wollte eine Pause, dazu ein Aufbautraining und Zeit für die Familie», sagt Severin Lüthi, sein Coach und Davis-Cup-Captain.

Lüthi sagt, er habe ziemlich gejubelt, als das Los ein Davis-Cup-Heimspiel beschert habe. «Ich wusste, dass damit die Chancen gut stehen, dass Roger und Stan dabei sind», sagt er. Und tatsächlich: Wenige Tage nach der Auslosung hat Federer seinen Coach angerufen und gesagt, er spiele gegen Holland. Darauf hat Lüthi sofort Wawrinka informiert und der hat ebenfalls zugesagt. «Wir freuen uns alle», das gibt ein tolles Erlebnis, Erinnerungen an den Triumph von Lille kommen hoch», sagt Lüthi.

Vielleicht sei es das letzte Mal, dass das Team in dieser Besetzung auflaufe, vielleicht sei es aber auch der Anfang einer grossen Phase. Auf jeden Fall ist es das erste Mal seit dem Davis-Cup-Sieg, dass sich das ganze Team wieder trifft.$

Die Suche nach Partnern

Federer habe in den letzten Tagen sehr gut trainiert, sei topfit, voller Selbstvertrauen und unglaublich motiviert, erklärt Lüthi. Schwierig sei einzig die Suche nach guten Sparringpartnern gewesen.

Doch mit dem 19-jährigen schwedischen Talent Elias Ymer, dem Österreicher Gerald Melzer und dem Tschechen Jiri Vesely habe er doch starke Spieler gefunden, damit Federer auch wirklich im Training um Punkte spielen konnte. «Roger ist ein Phänomen, er bringt so viel positive Energie rein», sagt Lüthi. Nach dem verlorenen Final des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon habe er sofort nach vorne geblickt, schwärmt Lüthi.

Vorwärts schaut auch Lüthi. Gespielt wird im Davis-Cup auf Hartbelag. «Wir alle freuen uns, wieder in Genf zu spielen», sagt Lüthi. Jetzt hoffe er erneut auf ein tolles Tennisfest mit möglicherweise mehr als 10 000 Zuschauern am Tag.

Mit Federer und Wawrinka, der in der besten Phase seiner Karriere stecke, sei die Schweiz klarer Favorit, aber Holland dennoch ein attraktiver Gegner. Neben den zwei Stars gehört auch Marco Chiudinelli zum Schweizer Team, die anderen Plätze hat Lüthi noch nicht vergeben. Vielleicht nehme er noch ein Talent dazu, damit der Nachwuchsmann von Federer und Wawrinka lernen könne.