Roger Federer bezwingt Stan Wawrinka im Halbfinal des Australian Opens. Es war ein dramatisches Spiel, in dem sich Wawrinka nach Rückstand bravourös zurückkämpfte – doch am Ende obsiegte Federer. Und das sagte er im Platzinterview und gegenüber SRF nach dem Spiel.

Roger Federer über das Spiel gegen Stan Wawrinka:

«Ich bin etwas durcheinander vom Match. Die ersten zwei Sätze sind total normal abgelaufen. Wir spielten beide gut. Stan kam zu guten Chancen und hatte einige Breakbälle. Die zwei Sätze hätten ebenso an ihn gehen können. Deshalb war es umso wichtiger für mich, diese zu gewinnen. 

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Im dritten Satz habe ich mich eigentlich immer noch wunderbar gefühlt. Ich wollte aggressiv spielen und das ist mir anfangs auch gelungen. Doch Stan war nach seinem Verletzung-Time-Out entspannter und hat offensiv aufgespielt. Dann habe ich begonnen, schlecht zu servieren und ihm damit die Möglichkeit gegeben, zu punkten. Die hat er auch genutzt.

Ich musste sehr kämpfen, um wieder zurück ins Spiel zu finden. Auch im vierten Satz war ich noch nicht ganz im meinen Rhytmus.

Der fünfte Satz war dann einfach nur schräg. Auch weil ich mein Verletzung-Time-Out genommen habe, das mache ich sonst nie.»

Roger Federer über den Sieg gegen Stan Wawrinka:

«Ich fühle mich echt komisch. Ich habe auf die Anzeigetafel geschaut und gedacht: Ist es jetzt wirklich vorbei, habe ich wirklich gewonnen? Es fühlt sich so unrealistisch an, gegen Stan zu spielen und dann sogar zu gewinnen. Ich kann mich noch gar nicht richtig freuen, weil ich weiss, wie viel der Finaleinzug ihm bedeutet hätte. Für mich ist es einfach wunderschön, jetzt im Final zu stehen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich so weit kommen würde.»

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Roger Federer über sein Verletzungs-Time-Out:

«Ich habe Probleme im oberen Teil des Beines. Ich spüre das schon seit dem zweiten Match am Australian Open. Ich nehme sonst nie Time-Outs. Doch diesmal hoffte ich, dass mein Physio irgendetwas ausrichten kann. Und er hat magische Hände.»

Federer über die Räumlichkeiten im Stadion:

«Stan und ich haben uns während der Pausen im gleichen Zimmer aufgehalten. Hinter dem Physioraum liegt das WC. Beim Stans Verletzungs-Time-Out sah ich auf meinem Weg nach hinten, wie er versorgt wurde. Beim zweiten Time-Out war es umgekehrt. Solche Situationen gibt es sonst eigentlich nicht an Grand-Slam-Turnieren. Doch wir kennen uns sehr gut und es war dementsprechend vertraut.»

Federer über die Vorbereitungen für den Final:

«Ich bin sehr froh, dass ich nun zwei Tage frei habe. Diese Erholungszeit könnte Wunder wirken für den Final. Heute abend feiere ich sicherlich noch ein bisschen meinen Sieg und lasse mich massieren. Doch ab morgen beginnt die Vorbereitung für den Final. Ich werde den Halbfinal zwischen Nadal und Dimitrov schauen und mich dann mental auf meinen Finalgegner einstellen.»

Das sind alle Turniersiege von Roger Federer:

Federer über Halbfinalist Rafael Nadal:

«Ein Spiel gegen Rafa wäre definitiv die grösste Herausforderung für mich. Ich bin der wohl grösste Fan von ihm, ich liebe sein gewaltiges Spiel. Er ist ein unglaublicher Athlet. Ein Final gegen ihn wäre eine «epische Schlacht». Ich würde alles geben und es wäre mir egal, wenn ich nach dem Australian Open fünf Monate lang nicht gehen könnte.

Wie ich kommt Rafa von einer Verletzungspause zurück. Auch er hätte wohl nie gedacht, es in Melbourne so weit zu schaffen. Vor wenigen Monaten haben wir an der Eröffnung seiner Nachwuchs-Akademie noch eine Spasspartie veranstaltet. Im Final gegeneinander zu spielen, würde sich für uns beide irgendwie unrealistisch anfühlen.»

Federer über Halbfinalist Grigor Dimitrov:

«Er ist ein unglaublich kompletter Spieler. Ich mag seine Spielart und freue mich, dass er so weit gekommen ist. Ein Spiel gegen ihn wäre körperlich enorm anstrengend. Er hat in seiner Karriere schon einige Top-Spieler geschlagen.»