Mit der Verpflichtung Di Matteos soll im nervösen Schalker Umfeld endlich die nötige Ruhe einkehren. Anders als sein Vorgänger Keller ist der Italo-Schweizer im Trainer-Business ein grosser Name, obschon er nach einer eindrucksvollen Karriere als Spieler bislang lediglich knapp neun Monate auf europäischem Topniveau gecoacht hat.

Jene Phase von März bis November 2012 war indes überaus erfolgreich. Nach der Entlassung von André Villas-Boas stieg der 44-Jährige vom Co- zum Cheftrainer des FC Chelsea auf und führte die Londoner im Mai 2012 in München zum lang ersehnten Triumph in der Champions League. Zuvor gewann Di Matteo mit den "Blues" auch den englischen Cup. Ein halbes Jahr später waren diese Erfolge an der Stamford Bridge jedoch nichts mehr wert - nach einem 0:3-Debakel in der Champions League bei Juventus Turin wurde Di Matteo entlassen. Gleichwohl wurde er wenig später zum Schweizer Trainer des Jahres gewählt.

Seither ging der Italo-Schweizer kein Trainer-Engagement mehr ein. Gerüchte, der ehemalige Spieler von Schaffhausen, Zürich und Aarau (Meister 1993) werde auf Schalke den (zu) wenig anerkannten Jens Keller beerben, gab es mehrmals. Unter anderem schien Kellers Entlassung bereits vor etwas weniger als einem Jahr beschlossene Sache im Schalker Umfeld zu sein, letztlich "rettete" ihn wohl aber ein 2:0-Erfolg in der Königsklasse gegen Basel vor dem frühzeitigen Aus. In der Folge absolvierte Schalke 04 die beste Bundesliga-Rückrunde der Klubgeschichte und beendete die letzte Saison im 3. Rang, was gleichbedeutend war mit der zweiten Champions-League-Teilnahme unter Keller in Folge.

Der Start in die laufende Saison verlief allerdings ganz und gar nicht nach dem Gusto der anspruchsvollen Schalker Fangemeinde und Führungsspitze. Während der Nationalmannschaftspause findet sich der UEFA-Cup-Sieger von 1997 in der Bundesliga lediglich auf Platz 11 wieder, in der Champions League resultierten aus den ersten beiden Spielen nur zwei Punkte. Unruhe herrschte bei S04 bereits seit dem ersten Pflichtspiel, dem mit 1:2 verloren gegangenen Cup-Auftritt beim Drittligisten Dresden.

Der Schalke-Manager Horst Heldt sagt, wieso er Trainer Jens Keller entlassen hat: "Die fehlende Stabilität war der ausschlaggebende Punkt. Die Leistungen der Mannschaft in den vergangenen Wochen sind immer wieder starken Schwankungen unterlegen gewesen. Auch positive Ansätze wie die sieben Punkte aus der englischen Woche mit dem i-Tüpfelchen des Derbysiegs haben leider keine nachhaltige Wirkung gezeigt. Es fehlt die notwendige Konstanz, um unsere gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen. Daher haben wir uns dazu entschieden, einen Schnitt zu vollziehen. Die Entscheidung ist am Sonntag nach den Eindrücken der letzten beiden Spiele gereift. Der Trend war negativ. Wir mussten handeln." Deshalb hat sich Schalke für Di Matteo entschieden: "Er fordert Disziplin. Di Matteo wird für eine gute Organisation auf dem Platz stehen. Er hat eine Spielphilosophie. Er weiß, wie man mit Stars umgeht. Wir haben nicht nur junge und unerfahrene Spieler. Wir sind der festen Überzeugung, dass Roberto Di Matteo das Team stabilisiert und es schafft, unsere Ziele in der Bundesliga und der Champions League zu erreichen."

Schalke-Manager Horst Heldt

Der Schalke-Manager Horst Heldt sagt, wieso er Trainer Jens Keller entlassen hat: "Die fehlende Stabilität war der ausschlaggebende Punkt. Die Leistungen der Mannschaft in den vergangenen Wochen sind immer wieder starken Schwankungen unterlegen gewesen. Auch positive Ansätze wie die sieben Punkte aus der englischen Woche mit dem i-Tüpfelchen des Derbysiegs haben leider keine nachhaltige Wirkung gezeigt. Es fehlt die notwendige Konstanz, um unsere gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen. Daher haben wir uns dazu entschieden, einen Schnitt zu vollziehen. Die Entscheidung ist am Sonntag nach den Eindrücken der letzten beiden Spiele gereift. Der Trend war negativ. Wir mussten handeln." Deshalb hat sich Schalke für Di Matteo entschieden: "Er fordert Disziplin. Di Matteo wird für eine gute Organisation auf dem Platz stehen. Er hat eine Spielphilosophie. Er weiß, wie man mit Stars umgeht. Wir haben nicht nur junge und unerfahrene Spieler. Wir sind der festen Überzeugung, dass Roberto Di Matteo das Team stabilisiert und es schafft, unsere Ziele in der Bundesliga und der Champions League zu erreichen."