Fussball
René Weilers Albtraum-Abend mit dem 1. FC Nürnberg

Nils Petersen hat beim 6:3 des Freiburg gegen den 1. FC Nürnberg den drittschnellsten Hattrick aller Zeiten erzielt und die Franken gleich zum Saisonstart in die Krise geschossen.

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Ex-Aarau-Trainer René Weiler ist das Lachen beim Saisonstart seiner Nürnberger in Freiburg vergangen.

Ex-Aarau-Trainer René Weiler ist das Lachen beim Saisonstart seiner Nürnberger in Freiburg vergangen.

Keystone

Die Bilder des ständig jubelnden Nils Petersen verfolgten René Weiler noch im Schlaf. «Das war ein kleiner Fussball-Albtraum», sagte der konsternierte Trainer des 1. FC Nürnberg nach dem 3:6 (1:4) des ehemaligen Rekordmeisters zum Auftakt der 2. Liga beim Bundesliga-Absteiger SC Freiburg. Der Schweizer suchte vergeblich nach einer Erklärung für die desolate Defensivleistung des Aufstiegsanwärters in der furiosen Partie.

«Das gibt einem als Trainer zu denken. So schlecht darf man sich nicht präsentieren», äusserte Weiler, dessen Team durch Petersens drittschnellsten Zweitliga-Hattrick aller Zeiten bereits nach 13 Minuten 0:3 hinten lag: «Zum Teil war es haarsträubend. Eins ist klar: Es gibt viel zu tun.»

Entschuldigung bei den Fans

Das sah auch Kevin Möhwald so. Der Nürnberger Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:4 (44.) entschuldigte sich sogar bei den mitgereisten Fans: «Sechs Gegentore, das ist einfach nur peinlich. Es war in allen Bereichen zu wenig», sagte Möhwald, der für die eigene Leistung deutliche Worte fand: «Beim fünften Gegentor verhalte ich mich kindergartenmässig.»

Auch Torwart Thorsten Kirschbaum stand die Ernüchterung nach dem verpatzten Saisonstart des neunmaligen Meisters, der nach dem Abstieg im vergangenen Jahr wieder in die Eliteklasse zurückkehren möchte, ins Gesicht geschrieben. «Bei mir herrscht eine grosse Leere», gab der Keeper zu Protokoll: «Wir haben fünf Wochen in der Vorbereitung gearbeitet, und als wir richtig auf dem Platz standen, führte der Gegner bereits 3:0.»

Ja keine Euphorie in Freiburg

Verantwortlich dafür war Petersen. «Damit konnte keiner rechnen, ich auch nicht», sagte der 26-Jährige, der die Breisgauer fast im Alleingang zum ersten Spitzenreiter machte: «Trotz des Erfolgs wissen wir aber immer noch nicht so recht, wo wir stehen - es war erst der erste Spieltag.»

Petersen verwandelte in der 8. und 11. Minute jeweils Foulelfmeter, ehe er aus einer Abseitsposition (13.) erfolgreich war. Der Ex-Nürnberger Mike Frantz (41.) sorgte sogar für das 4:0, ehe es vor 23 700 Zuschauern noch einmal spannend wurde. Möhwald (44.), Hanno Behrens (47.) und Alessandro Schöpf (53., Foulelfmeter) verkürzten auf 3:4. Erst Maximilian Philipp (61.) und Julian Schuster (90.+1) sorgten für die Entscheidung. Kurz vor Schluss sah der Nürnberger Dave Bulthuis wegen Schiedsrichterbeleidigung zudem noch die Rote Karte (84.).

Obwohl dem Sport-Club die Umbauten der Sommerpause (15 Neuzugängen, 12 Abgänge) kaum anzumerken war, hob Trainer Christian Streich mahnend den Zeigefinger: «Es soll bloss keiner auf die Idee kommen, diesen Sieg überzubewerten. Das wäre der erste Schritt in die ganz falsche Richtung.»

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