Champions League
Rekorde um Rekorde in der Königsklasse

40 Tore in acht Spielen, gleich vier Rekorde durch Schachtjor Donezk: Die Champions League am Dienstag war ein wahres Offensiv-Spektakel.

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Luiz Adriano traf gleich fünf Mal gegen BATE's Torhüter Sergei Chernik.

Luiz Adriano traf gleich fünf Mal gegen BATE's Torhüter Sergei Chernik.

Keystone

So viele Tore wie noch nie, dramatische Entscheidungen in letzter Minute und ein Team mit gleich vier Rekorden: Die Champions League machte ihrem Ruf als Königsklasse des europäischen Fußballs am Dienstagabend alle Ehre. Während die ehemaligen Cup-Gewinner Bayern München und FC Chelsea mit ihren Kantersiegen eindrucksvoll Stärke demonstrierten, spielte sich Schachtjor Donezk in die Geschichtsbücher des Wettbewerbs.

Luiz Adriano auf den Spuren von Messi

7:0 (6:0) bei Bate Borissow - nie hatte eine Mannschaft in der Champions League auswärts höher triumphiert. Dass alle acht Teams zusammen die fantastische Bestmarke von 40 Treffern an einem Abend aufstellten, ging angesichts der vier Schachtjor-Rekorde irgendwie unter. Im Fokus stand dabei Luiz Adriano, Brasilianer, 27 Jahre alt - und nun auf Augenhöhe mit Weltstar Lionel Messi.

«Ich bin wirklich froh darüber, so oft getroffen zu haben», sagte Adriano, der als zweiter Akteur nach Messi (2012 beim 7:1 des FC Barcelona gegen Bayer Leverkusen) in einem Spiel fünfmal traf: «Jedes einzelne Tor war für mich persönlich wunderschön.»

Adriano schnürte zudem auch zwischen der 28. und der 44. Spielminute den schnellsten Viererpack der Champions-League-Geschichte. «Mein Dank geht an die Mannschaft. Ohne sie hätte ich nicht so gut gespielt», sagte Adriano, der mit seinen Toren maßgeblichen Anteil am Halbzeit-Rekord seines Teams besaß.

Die nötige Portion Qualität

An diesem hatten zeitgleich übrigens auch die Bayern während ihres bärenstarken 7:1 (5:0)-Erfolgs beim AS Rom geschnuppert - die fünf Tore von Arjen Robben und Co. waren dann aber doch eines zu wenig. Noch «schlechter» präsentierte sich der FC Chelsea, der beim 6:0 (3:0) gegen NK Maribor im ersten Durchgang gar nur dreimal jubeln durfte.

Und dennoch verriet José Mourinho, portugiesischer Teammanager der Londoner, mit seiner Spielanalyse die Gründe für die berauschenden Kantersiege des Trios. "Wir sind gewissenhaft aufgetreten", sagte er, «wir haben das Spiel ernst genommen. Auch nach der Halbzeit haben die Jungs mit der nötigen Qualität gespielt.»

In die Torschützenliste trug sich am Dienstagabend erneut Vize-Weltmeister Messi ein. Während sich der Barca-Angreifer den Rekord der meisten Tore in einer Partie nun mit Adriano teilen muss, darf er nach dem Sieg gegen Ajax Amsterdam (3:1) mehr denn je auf die Bestmarke mit den meisten Treffern in der Königsklasse überhaupt hoffen. 69 stehen da bislang auf dem Messi-Konto, zwei fehlen noch zum Rekord des ehemaligen Schalkers Raúl.

Hochgelobte Millionentruppe als graue Maus

Die Königsblauen waren es übrigens auch, die für das vielleicht größte Drama an einem kurzweiligen Abend sorgten. 3:3 hatte es trotz personeller Überzahl bis kurz vor Schluss gestanden, dann ermöglichte ein umstrittener Handelfmeter in der dritten Minute der Nachspielzeit den 4:3-Sieg gegen Sporting Lissabon.

Durchaus überraschend war es daher, dass sich ausgerechnet die hochgelobte Millionentruppe des französischen Meisters Paris St. Germain am Dienstag als graue Maus präsentierte und gerade mal einen mickrigen Treffer zum Champions-League-Rekord beisteuerte. Ohne seinen noch immer verletzten Superstar Zlatan Ibrahimovic mühte sich PSG zu einem 1:0 (0:0) bei Apoel Nikosia - Edinson Cavani traf in der 87. Minute.

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