Sursee
Wenn es brennt, kratzt und rinnt: So leiden die Orientierungsläufer

Beim Luzerner OL mussten die Läufer anpassungsfähig sein – und sich durchs Unterholz kämpfen.

Jörg Greb
Merken
Drucken
Teilen
Die hohen Temperaturen und die feuchte Luft verlangten von den Orientierungsläufern viel ab.

Die hohen Temperaturen und die feuchte Luft verlangten von den Orientierungsläufern viel ab.

Bild: Nadia Schärli (Sursee, 20. Juni 2021)

Der Luzerner OL wurde nach 2018 auch 2021 wieder in Sursee ausgetragen. Nicht das Städtchen mit den zahlreichen Sehenswürdigkeiten, den engen Gassen, den verwinkelten Innenhöfen und den Parkanlagen reizte diesmal, sondern der Campus Sursee, die Überbauung Haselwart und das dazwischengelegene Waldstück mit dem Vita-Parcours. In nicht weniger als 41 Niveau- und Alterskategorien massen sich die gut 350 Orientierungsläuferinnen und -läufer. Ihnen wurde einiges abverlangt: Hochtempolaufen mit dem Puls am Limit auf den Quartierstrassen und zwischen den Häusern, Treppen hoch und nieder, Feinorientierung im Wald im ungewohnten Massstab 1:4000 (in vereinzelten Kategorien 1:3000).

Da versteht sich: Auch Anpassungsfähigkeit und Flexibilität gehörten dazu – nicht zuletzt im Kopf. Darüber hinaus mussten sich die Sportlerinnen und Sportler durch das Unterholz und die Bodenvegetation, allem voran Brombeerpartien, kämpfen. «Das Gefühl, wenn es brennt und kratzt, war sofort wieder da – verbunden mit jenem, wenn es rinnt», sagte ein Teilnehmer mit einem Lächeln. Mit Rinnen sind die feinen Blutspuren gemeint, die sich durch den Dornenkontakt kaum vermeiden liessen.

Schönheitsfehler bei Kontrollposten

Der Anlass sorgte einmal mehr für glückliche Gesichter. Auch bei den Organisatoren. «Ausser zwei Zeckenbissen und einigen Schürfungen kam es zu keinen Unfällen. Und nicht zuletzt: Auch das Wetter spielte mit», bilanzierte Laufleiter Roland Häcki. Dazu ist höchstens anzumerken: Die hohen Temperaturen und die feuchte Luft verlangten von den Läuferinnen und Läufern ausserordentlich viel ab.

Und zu einem Schönheitsfehler kam es auch: Bei drei Kontrollposten der insgesamt über 50 führten Synchronisationsprobleme dazu, dass dort die Zwischenzeiten nicht registriert wurden. Die Folge davon: In etlichen Kategorien fehlten die Zwischenzeiten. Das verunmöglichte den Aktiven die Detailauswertung. «Ärgerlich», sagte Häcki, «wir hatten am Vorabend noch alles durchgetestet, hätten dies aber offenbar am Lauftag auch nochmals tun müssen.»

Orientierungslauf

48. Luzerner Einzel-OL im Campus Sursee. Innerschweizer Kategoriensiege. Männer A Lang: Raphael Schalbetter (Luzern/OLG Nidwalden/Obwalden).
A Mittel: Cedric Gebistorf (Kriens/OLV Luzern).
Altersklassen. Ab 45: Adrian Klauser (Römerswil/OLG Rymenzburg). – 50: Kaspar Wipfli (Schwyz/OLG Goldau). – 60: Emil Kimmig (Wolhusen/OLV Luzern).
Frauen A Lang: Myrjam Würsten (Schattdorf/OLG KTV Altdorf.
A Kurz: Sonja Lüscher (Lauerz, OLG Goldau).
Altersklassen.Ab 40: Sarah Weber (Rain/OLG Nid-/Obwalden). – 45: Brigitte Grüniger Huber (Teufenthal/OLV Zug). – 55: Kathrin Borner (Hagendorb/OLV Zug).
Nachwuchs. Bis 18: Aline Mathis (Beckenried/OLG NW/OW). – 16: Leonie Mathis (Beckenried/OLG Nid-/Obwalden).