Fussball
Vieles spricht im Abstiegskampf gegen den FC Schötz

Steigt Schötz nach 2006 zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte aus der 1. Liga ab? Aber: Auch bei einer Niederlage könnte Schützenhilfe kommen.

René Leupi
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Der Schötzer Kaltrim Osaj (links) und sein Team benötigen in der abschliessenden Partie Nervenstärke.

Der Schötzer Kaltrim Osaj (links) und sein Team benötigen in der abschliessenden Partie Nervenstärke.

Bild: Philipp Schmidli (Schötz, 12. Juni 2021)

«Ich will den Klassenerhalt vor dem letzten Spiel gegen Bassecourt unter Dach und Fach haben», sagte Schötz-Trainer Roger Felber vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebes. Die Zukunft der Hinterländer in der 1. Liga schien nach dem 2:1-Auftaktsieg gegen die U21 des FC Luzern in gute Wege geleitet. Doch die 3:7-Klatsche am vergangenen Samstag gegen den Absteiger Goldau und die 1:2-Niederlage am Mittwoch in Solothurn macht Schötz wieder zu einem «heissen» Abstiegskandidaten. Zwar spricht die Tordifferenz und die grössere Anzahl der geschossenen Tore gegenüber Buochs und Muttenz noch für die Hinterländer, ein Garant für den Ligaerhalt sind sie aber längst nicht.

Die beiden Niederlagen haben Spuren hinterlassen: die Unsicherheit im Spiel gegen Solothurn war augenfällig, zudem wurde die Spielerdecke weiter ausgedünnt. Nach Luca Frey, der gegen den FCL einen Schienbeinbruch erlitt, erwischte es in Solothurn auch Fisnik Hasanaj mit einer Bänderverletzung. Zudem kassierte Mittelfeldmotor Gent Mazreku die vierte gelbe Karte und ist zum Saisonfinale gesperrt. Absenzen, welche die unerfahrenen und sichtlich moralisch angeschlagenen Schötzer nur schwer verkraften können. «Zuerst die Karte wegen Reklamierens gegen Luzern, nun ein unnötiges Foul in der Angriffszone, Gent hat uns mit seiner Sperre einen Bärendienst erwiesen», ärgerte sich Teammanager Edi Iseli noch während des Spiels in Solothurn.

Mit zwei Eigentoren in die Niederlage

Präsentierten sich die Schötzer auf dem Goldauer Tierpark-Rasen völlig von der Rolle, hätten sie in Solothurn mit etwas Schlachtenglück zumindest einen Punkt verdient. Vor allem die Leistung in der ersten Halbzeit offenbarte Lichtblicke, die Defensive zeigte kaum Unsicherheiten und auch das Mittelfeld war unter der Regie von Hasanaj mehrheitlich auf der Höhe ihrer Aufgabe. So war die 1:0-Pausenführung durch Patrik Gjidoda mittels Penalty nicht unverdient. Nach dem Seitenwechsel fielen die Schötzer dann über weite Strecken ins alte Muster zurück: tief stehend, ängstlich, zu viele Fehlpässe, Abstimmungsprobleme. Das technisch klar bessere Solothurn setzte Schötz nun unter Dauerdruck, zwang es zu Fehlern und zu zwei Eigentoren. «Es ist bitter, so zu verlieren», sagte Roger Felber, «wir haben vieles richtig gemacht, hätten einen Punkt verdient und bringen uns selber auf die Verliererstrasse.»

Auf die bittere 3:7-Schlappe gegen Goldau wollte Felber nicht mehr ausführlich eingehen. «In Goldau ist alles falsch gelaufen, die ganze Mannschaft kam nie auf die gewohnte Leistung. Nun müssen wir nach vorne blicken, uns auf das Spiel vom Samstag gegen Bassecourt fokussieren.» Die Jurassier seien ein unbequemer Gegner, «doch wir müssen den Sieg mit aller Gewalt erzwingen».

Es wäre der zweite Abstieg nach 2006

1996 stieg Schötz erstmals in der Vereinsgeschichte in die damals höchste Amateurliga auf. Für die Hinterländer droht nun am Samstag der zweite Fall in die 2. Liga inter. Nach dem Abstieg 2006 schafften sie postwendend und ohne Niederlage die Rückkehr in die 1. Liga. Sollten sie Bassecourt verlieren, können sie noch immer auf Schützenhilfe von Wohlen (gegen Muttenz) und Baden (gegen Buochs) hoffen. «Ich bin überzeugt», sagt Trainer Roger Felber, «dass unsere gute Arbeit, die wir diesen Frühling geleistet haben, mit dem Ligaerhalt belohnt wird. Egal wie.» Gefordert sind nun Spieler wie Cyrill Gasser, Lars Unternährer und Jessy Nimi, die Erfahrung auf höheren Ligen mitbringen und das Zepter gegen Bassecourt in die Hand nehmen müssen.

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