Urner sahnen am Erstfelder Crosslauf tüchtig ab

Beim Erstfelder Crosslauf präsentieren sich die einheimischen Spitzenläufer in ausgezeichneter Verfassung. In allen Hauptrennen gab es für einmal lauter Urner Erfolge zu feiern.

Urs Hanhart
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Crosslauf in Erstfeld. Remo Betschart (Startnummer 10) setzte sich im Kurzcross durch. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 7. April 2019)

Crosslauf in Erstfeld. Remo Betschart (Startnummer 10) setzte sich im Kurzcross durch. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 7. April 2019)

Wegen der grossen Schneemengen, die Petrus dem Urnerland am Donnerstag beschert hatte, kam es bei der gestrigen 45. Auflage des einzigen Urner Crosslaufs zu einer Premiere, konnten doch die Rennen erstmals nicht auf der Originalstrecke durchgeführt werden. Die Organisatoren vom LATV Erstfeld sahen sich gezwungen, auf eine mit rund 700 Metern nur etwa halb so lange ­Ersatzrunde auszuweichen. Deshalb wurden auch sämtliche Rennen etwas verkürzt, dasjenige der Elitekategorie von ursprünglich 10 auf 7 Kilometer.

Das erste grosse Highlight aus Urner Sicht war der Kurzcross-Wettkampf, in welchem der Bürgler Berglaufspezialist Remo Betschart die Konkurrenz regelrecht in Grund und Boden lief. Auf der rund vier Kilometer messenden Strecke knöpfte er den ersten Verfolgern beinahe zwei Minuten ab. Erstaunlich, denn tags zuvor war Betschart beim sehr stark besetzten Rotseelauf angetreten und hatte dort den sehr guten 5. Platz belegt. «Das Rennen vom Samstag habe ich schon noch etwas in den Beinen gespürt. Deshalb bin ich ein wenig erstaunt, dass es mir so gut gelaufen ist. Mit der aktuellen Form bin ich sehr zufrieden», meinte Betschart nach seiner eindrücklichen Solovorstellung.

Auch beim «Wengen vertical» brilliert

Der 33-jährige gebürtige Illgauer, der schon seit einigen Jahren im Kanton Uri wohnt und als selbstständiger Masseur arbeitet, bestreitet solche Flachrennen nur nebenbei und auch als Formtest. Sein Hauptaugenmerk gilt nach wie vor den Bergläufen. In seiner Paradedisziplin hat er erst vor zwei Wochen brilliert. Beim so genannten «Wengen vertical», ein Bergrennen über 4,5 Kilometer, mit 1000 Metern Höhendifferenz die weltberühmte Lauberhorn-Abfahrt hinauf, erkämpfte er sich in einem Klassefeld den dritten Platz.

Angesprochen auf seine Saisonziele, verriet der schnelle Wahl-Urner: «Heuer werde ich erstmals in meiner Karriere die Berglauf-SM bestreiten. Dort möchte ich in die Top 10 laufen.» Die nationalen Titelkämpfe werden am 16. Juni in Neirivue ausgetragen. Hinauf auf den Moleson gilt es auf einer Strecken­länge von 10,6 Kilometern rund 1300 Höhenmeter zu überwinden. Ein sehr anspruchsvoller Kurs, der den Fähigkeiten von Betschart durchaus entgegenkommt. Im Herbst möchte Betschart dann noch zusammen mit einem Laufkollegen den Transalpine Run bestreiten. Dieses mörderische Rennen führt über acht Etappen und beinhaltet eine Gesamtdistanz von 275 Kilometern, «gewürzt» mit über 16000 Höhenmetern.

Manfred Jauch mit Start-Ziel-Sieg

Langcross-Sieger Manfred Jauch. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 7. April 2019)

Langcross-Sieger Manfred Jauch. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 7. April 2019)

Im Langcross über rund sieben Kilometer übernahm Titelverteidiger Manfred Jauch vom LC Altdorf bereits nach wenigen Metern resolut die Spitzenposition. In der Folge setzte der 44-jährige Banker zu einem unwidersteh­lichen Tempolauf an. Seine Pace war derart horrend, dass bereits in der ersten von zehn Runden alle Gegner abreissen lassen mussten. Jauch brachte sogar das Kunststück fertig, mit seinem fulminanten Sturmlauf sämtliche Konkurrenten zu überrunden – bis auf einen. Einigermassen in Tuchfühlung mit dem völlig entfesselten Routinier bleiben konnte einzig der Schattdorfer Andrew Kelly, der als Tageszweiter rund anderthalb Minuten auf den Tagessieger einbüsste.

Ähnlich überlegen wie Jauch bei den Männern agierte auch Lokalmatadorin Patricia Gut bei den Frauen. Die 36-jährige Athletin vom LATV Erstfeld schüttelte ihre Vereinskameradin Martina Baumann nach rund zwei Kilometern ab und lief fortan einem ungefährdeten Erfolg entgegen. Gut triumphierte schliesslich mit etwas mehr als einer Minute Vorsprung auf Sarah Kempf, die Baumann in der Schlussphase noch abfing.

Tagessiegerin Patricia Gut (vorne) (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 7. April 2019)

Tagessiegerin Patricia Gut (vorne) (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 7. April 2019)

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