Bürglen UR
Urner Radballer kämpfen vor eigenem Anhang um den EM-Titel

An der Hallenradsport-EM der Junioren in Bürglen gehört im Radball ein einheimisches Team zu den heissen Medaillenanwärtern.

Urs Hanhart
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Valentin Stadler (links) und Jon Müller haben sich mit zahlreichen Nationalkadertrainings auf die EM vorbereitet.

Valentin Stadler (links) und Jon Müller haben sich mit zahlreichen Nationalkadertrainings auf die EM vorbereitet.

Was lange währt, wird endlich gut – diesen Spruch könnten die Veranstalter durchaus bemühen. Ursprünglich wollte Radsport Altdorf die Hallenradsport-Europameisterschaften der Junioren im Mai 2020 durchführen. Wegen der Pandemie musste der Grossanlass auf Mai 2021 verschoben werden. Die noch immer unsichere Coronasituation machte jedoch einen weiteren Aufschub notwendig. «Es gab ein langes Hin und Her, bis wir endlich einen geeigneten Termin finden konnten, dem alle Nationen zustimmten», sagt OK-Präsident Stefan Marty.

Man einigte sich schliesslich auf den 27. und 28. August. «Eine komplette Absage stand für uns trotz der schwierigen Rahmenbedingungen nie zur Debatte», betont Marty und begründet: «Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass die jungen Sportler, die sich intensiv vorbereitet haben, eine internationale Plattform erhalten. Dies auch deshalb, weil es im letzten Jahr und auch heuer überhaupt keine internationalen Wettkämpfe gegeben hat.» Beim Austragungsort mussten die Organisatoren kurzfristig umdisponieren. Weil die Feldli-Sporthalle in Altdorf am letzten August-Wochenende besetzt ist, wird auf die eine ähnlich grosse Kapazität bietende Sporthalle in Bürglen ausgewichen.

Urner Duo ist heiss

Beim Teilnehmerfeld gibt es im Vergleich zu anderen Jahren leichte Abstriche. Marty erläutert: «Wir haben zehn Nationen am Start. Drei, darunter die Niederlande, haben abgesagt, weil ihnen das Coronarisiko zu hoch ist.» Gerechnet wird mit rund hundert Sportlern und halb so vielen Funktionären. Radsport Altdorf ist nach 1987, 2003 und 2013 bereits zum vierten Mal Ausrichter dieses hochkarätigen Events. «Wir sind überzeugt, allen Sportlerinnen und Sportlern sowie auch den mitgereisten Fans und Funktionären optimale Rahmenbedingungen bieten zu können», versichert der OK-Chef. Im Einsatz sein werden rund 50 Helfer.

Der Fokus der einheimischen Fans dürfte vor allem auf das Radball-Turnier gerichtet sein. Für die Schweiz wird nämlich mit dem Duo Jon Müller/Valentin Stadler ein Team von Radsport Altdorf antreten. Es konnte sich im Rahmen eines Qualifikationsturniers den begehrten Startplatz sichern. Normalerweise spielt Müller zusammen mit Florian Betschart. Aber sein Standardpartner musste wegen einer Verletzung passen. Zu den Erfolgschancen des Duos Müller/Stadler sagt Marty:

«Ich gehe davon aus, dass die beiden um die Medaillen mitkämpfen können. Bei optimalem Verlauf liegt der EM-Titel durchaus drin.»

Marty weiss, wovon er spricht, denn er ist auch als Vereinstrainer tätig und hat unter anderem, zusammen mit Thomas Marty, die Junioren-Teams unter seinen Fittichen. «Jon Müller und Valentin Stadler haben sich schnell sehr gut aufeinander eingestellt. Sie harmonieren ganz gut. Zudem haben sie sich sehr intensiv mit vielen Nationalkadertrainings auf den Grossanlass vorbereitet. Sie sind heiss darauf, vor heimischer Kulisse ihre beste Leistung abzurufen.»

Nebst der Schweiz werden vor allem Deutschland und Österreich als Medaillenanwärter gehandelt sowie im erweiterten Kreis auch Tschechien und Frankreich.

Eintritt nur mit Zertifikat

Für Sportler, Betreuer, Funktionäre, Staff und Zuschauer gilt ein strenges Corona-Schutzkonzept. In die Halle und aufs EM-Gelände gelassen wird nur, wer vollständig geimpft, genesen oder getestet ist und ein entsprechendes Zertifikat vorweisen kann. Eine Vorreservation von Tickets ist nicht möglich. Kinder und Jugendliche haben gratis Eintritt. Marty erwartet etwa 200 bis 300 Zuschauer. Lanciert wird die EM am Freitag (17.30 Uhr) mit einer Eröffnungsfeier. Von 18 bis 22 Uhr gibt es erste Wettkämpfe im Radball und Kunstradfahren. Am Samstag geht es um 8.45 Uhr weiter, wobei der Radball-Final am späteren Nachmittag ausgetragen wird.

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