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Torspektakel und ein verdienter Derbysieger: Der FC Adligenswil besiegt den SK Root 6:3

Root taucht gegen Adligenswil im 3.-Liga-Derby. Trainer Daniel Luchs spricht Klartext nach der Ohrfeige.

Michael Wyss
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«Was soll ich sagen. Mir fehlen die Worte. Die Derby-Niederlage frustriert mich», zeigte sich der Rooter Trainer Daniel Luchs eine Viertelstunde nach Abpfiff enttäuscht. Er sagt weiter mit gefasster Stimme: «Wir wollten eine Reaktion zeigen auf die jüngst eingehandelte 0:2-Niederlage beim Aufsteiger Kickers zum Auftakt. Ich habe das Kämpferherz und die Bereitschaft, zu leiden, diesmal vermisst. Unbegreiflich, dass wir in diesem Derby nicht den nötigen Biss aufbringen konnten.» Sein Team sei noch nicht im Meisterschaftsmodus, so der Cheftrainer:

«Die Testspiele sind definitiv vorbei, die Vorbereitung ist passé. Ich hoffe, dass es jeder Einzelne nun begriffen hat.»

Die Art und Weise, wie Root die beiden Duelle gegen die Stadtluzerner und gegen die Adligenswiler verloren hat, stimmt nachdenklich. Luchs: «Wir praktizieren viele individuelle Fehler und laden den Gegner förmlich zum Toreschiessen ein. Es ist auch eine Frage der Konzentration, des Mentalen, reine Kopfsache.» Das Team ist gefordert und muss eine schnelle Reaktion zeigen: «Ich habe sechs bis sieben Spieler, die verletzungsbedingt und ferienhalber fehlen. Das ist aber keine Entschuldigung, denn auf dem Platz erwarte ich von jedem Spieler Leistung. Auch von routinierten Spielern muss mehr kommen. Das ganze Team ist gefordert.»

«Musste keinen Akteur motivieren»

Am Sonntag (14.00, Seefeld) duelliert sich Root mit den Buochser-Reserven. Es ist das Aufeinandertreffen der beiden Tabellenletzten und Punktelosen. Luchs: «Ein Blick auf die Tabelle genügt, wir müssen den Sieg einfahren.» Der Verlierer dieses Duells sieht sich bereits mit dem Abstiegskampf konfrontiert.

Eine bessere Figur im zweiten Spiel gaben die Gäste aus Adligenswil ab. Das Team von Trainer Adrian Indergand spielte keck auf, scheute keine Zweikämpfe. «Nach der 0:4-Niederlage gegen das spielstarke Horw habe ich meinen Spielern gesagt, dass wir uns diesmal keine Niederlage leisten dürfen auf dem schnellen Weg zum Ligaerhalt. Meine Akteure waren sich um den Ernst der Lage bewusst, für das Derby musste ich niemanden motivieren. Sie haben einen sehr guten Job gemacht.»

Dass sich Adligenswil diesen Sieg verdiente, konnte Luchs nicht abstreiten. Er zeigte sich als fairer Verlierer: «Sie wollten den Sieg mehr als wir. Das muss ich neidlos anerkennen.» Den Sieg in diesem torreichen Derby mit neun Treffern leitete das Adligenswiler Eigengewächs Luc Zimmermann ein. Der 22-jährige Stürmer erzielte das 4:3 (77.) und ebnete seinem Team den Weg zum Siegeserlebnis.

«Dieser vierte Treffer hat uns beflügelt und neuen Schub verliehen. Das Spiel stand nach dem 3:3 auf der Kippe. Die Führung kam im richtigen Moment. Es ist schön und ein cooles Gefühl, dass ich dem Team mit meinem Tor helfen konnte. Es war diesmal eine überzeugende Kollektivleistung.»

Am Sonntag (14.00, Löösch) gastiert Olympique Lucerne bei Adligenswil. Indergand: «Wir wollen nachdoppeln gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Der Derbysieg war wichtig für das Selbstvertrauen.» Auf die Frage nach dem Saisonziel angesprochen, meinte Indergand: «Wir wollen schnell weg vom Tabellenkeller, dann schauen wir weiter.» Sein Kader hat auf die neue Saison praktisch keine Veränderung erfahren. Indergand: «Wir geben unserem Nachwuchs die Chance, sich in der 3. Liga zu beweisen. Vier bis fünf Spieler aus den A-Junioren kommen im Fanionteam zum Einsatz.»

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