Tennis
Der TC Horw beschenkt sich vorzeitig und steigt in die NLB auf

Das Interclub-Team von Horw gewinnt den NLC-Final gegen Meggen 5:1.

Albert Krütli
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Horw-Trainer Martin Vacek gratuliert Adrian Sikora (rechts) zum Sieg gegen Andrin Casanova.

Horw-Trainer Martin Vacek gratuliert Adrian Sikora (rechts) zum Sieg gegen Andrin Casanova.

Am Schluss lagen sich die Horwer in den Armen: Captain Andreas Schläpfer, Mannschaftstrainer Martin Vacek, Präsident Alain Biner und alle übrigen Spieler feierten zusammen mit den Fans überschwänglich den Aufstieg in die Nationalliga B. Die favorisierten Gastgeber hatten Meggen im NLC-Final 5:1 bezwungen und machten sich damit ein Jahr vor dem 50-Jahr-Jubiläum des Traditionsvereins das grösste Geschenk gleich selber.

Im Tennisclub Horw herrscht nämlich Aufbruchstimmung: In diesem Jahr wurden vier der sieben Courts in Allwetterplätze umgebaut, die drei restlichen folgen im nächsten Jahr. 2022 wird das Jubiläum zelebriert – und weil der anvisierte Aufstieg realisiert werden konnte, stimmt es auch sportlich. Und ganz zum Schluss dürfen sich die Mitglieder 2023 auf ein neues Klubhaus freuen.

Abgeklärter Sikora siegt gegen jungen Casanova

Am Sonntag spielte auch das Wetter mit, sodass auf Felmis vor über 200 Zuschauern alles perfekt angerichtet war für den NLC-Final. Entscheidend für den Ausgang des Derbys sollten schliesslich zwei Partien sein. Zunächst natürlich das mit Spannung erwartete Duell zwischen Adrian Sikora (N3.36), dem ehemaligen slowakischen Profi, und Andrin Casanova (N4.89), dem aufstrebenden 17-jährigen Nachwuchsspieler, der in diesem Monat bei den internationalen Juniorenturnieren in Luzern den Halbfinal und in Horgen den Final erreicht hatte. Der junge Weggiser entschied den Startsatz für sich, bekundete Mitte des zweiten Satzes aber körperliche Probleme. Horws Nummer 2 nützte das aus. Der 33-jährige Routinier spielte die Partie solide und abgeklärt zu Ende und gewann schliesslich mit 5:7, 6:4, 6:2.

In der Begegnung zwischen Maximilian Müller (R1) und Moritz Bernhoerster (R1) dauerte es lange, bis der Megger schliesslich mit 4:6, 7:5, 6:4 als Sieger vom Platz ging. Die restlichen vier Partien waren eine klare Sache für die mit einer Ausnahme besser klassierten Horwer, die nach den Einzeln damit uneinholbar 5:1 vorne lagen, womit die Doppel nicht mehr gespielt werden mussten.

Captain Andi Schläpfer:

«Ich bin unglaublich stolz auf meine Jungs. Wir haben die längste Saison der Geschichte mit den meisten Aufstiegsspielen erfolgreich abgeschlossen. Wir haben dem Druck standgehalten und freuen uns jetzt schon auf das kommende Jahr in der NLB.»

Tatsächlich: Nach den drei Siegen in den Gruppenspielen mussten die Horwer im Playoff nicht weniger als fünf Partien siegreich gestalten, ehe der Aufstieg feststand. «Grösste Hochachtung haben wir aber auch vor unserem Finalgegner. Ich wünsche dem TC Meggen, dass er mit seinen jungen, talentierten Spielern nächstes Jahr den Coup schafft.»

Meggens Coach Christian Dillschneider, der Tennislehrer des Vereins und ehemalige Profi, war überrascht, wie viele Fans seines Klubs das Team auf Felmis unterstützten: «Wir haben zwar 1:5 verloren, aber ich bin extrem stolz auf meine Truppe, die in dieser langen Saison in allen Partien Topleistungen abrufen konnte. Der Sieg der Horwer ist absolut verdient, ich gratuliere ihnen zum Aufstieg.» Und sein Bruder Philipp, der Coach des NLB-Teams von Allmend Luzern, doppelte nach: «Glückwunsch an den TC Horw – und wer weiss, vielleicht gibt es im kommenden Frühling ein reizvolles Derby. Wir wünschen uns das, es wäre ein Tennisleckerbissen für die Fans.» Ob es so weit kommt, wird sich erst noch weisen müssen, denn im NLB-Interclub wird jeweils in zwei Sechsergruppen gespielt, die ausgelost werden.

Ausnahmsweise steigt nur eine Mannschaft auf

Eines darf man nicht vergessen: Wegen der Coronapandemie konnte der Spielbetrieb im letzten Jahr nicht wunschgemäss durchgeführt werden, was dazu führte, dass in dieser Saison erstmals und ausnahmsweise nur eine NLC-Mannschaft aufstieg – normalerweise sind es deren zwei. Mit anderen Worten: Der TC Meggen hatte ganz einfach Pech, dass seine ausgezeichnete Saison nicht ebenfalls mit dem Aufstieg belohnt wurde.

Horw – Meggen 5:1
Jaroslav Pospisil (N2.12) s. Yanis Moundir (N3.64) 6:1, 6:1. Adrian Sikora (N3.36) s. Andrin Casanova (N4.89) 5:7, 6:4, 6:2. Martin Vacek (N3.43) s. Tim Srkala (N4.120) 6:2, 6:3. Frederic Vögeli (N3.55) s. Urs-Florian Widow (R1) 6:0, 6:0. David Limacher (N4.143) s. Manuel Bernhard (R1) 6:2, 6:4. Maximilian Müller (R1) v. Moritz Bernhoerster (R1) 6:4, 5:7, 4:6.

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