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Der FC Schattdorf tut sich sehr schwer in der 2. Liga inter

Eschenbach (2. Liga interregional) gewinnt das Aufsteiger-Derby gegen Schattdorf mit 3:0.

Ruedi Vollenwyder
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Eschenbach-Stürmer Hariz Osmanbasic (links, gegen den Schattdorfer Joachim Gisler) ist die erhoffte Verstärkung für den Aufsteiger.

Eschenbach-Stürmer Hariz Osmanbasic (links, gegen den Schattdorfer Joachim Gisler) ist die erhoffte Verstärkung für den Aufsteiger.

Erst fünf Monate sind vergangen, als der FC Eschenbach und auch der FC Schattdorf Grund zum Jubeln hatten. Nach einem spektakulären 4:4 schafften beide Teams den Aufstieg in die 2. Liga inter. In der Neuauflage blieb der Jubel auf Seiten der Urner aus. Das mit nur vier Zählern auf dem letzten Tabellenplatz liegende Schattdorfer Team um Trainer Gabriel Gabriel musste mit 0:3 geschlagen vom schwer zu bespielenden Weiherhus-Terrain.

Nach einem verheissungsvollen Start mit je einer Topchance (8. Roman Scheiber scheiterte an Goalie Janis Bachmann) und dem Lattenschuss von Robin Niederberger (9.) flachte dieses Kampfspiel bis zum Pausenpfiff immer mehr ab. Gabriel Gabriel:

«Es ist müssig zu sagen, wenn wir unsere Chance zum Führungstreffer genützt hätten...Aber wir spielten in dieser ersten Halbzeit wirklich gut.»

Allerdings ohne die kompakt stehende Eschenbacher Defensive ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Eschenbach feiert dritten Sieg in Folge

Es brauchte schon einen Standard, um dieses spielerisch niveauarme Derby zu lancieren. Abwehrspieler und Captain Kilian Gurtner köpfelte eine Cornerflanke von Robin Niederberger zur Eschenbacher 1:0-Führung ein (52.). «Da stimmte die Zuteilung in unserem Abwehrverbund überhaupt nicht», monierte Gabriel Gabriel. Und als vier Minuten später Hariz Osmanbasic nach einem weiten Zuspiel Goalie Yanick Arnold umspielte und aus spitzestem Winkel zum 2:0 einschoss, wurde diesem mit Spannung erwarteten Aufsteiger-Fight der letzte Zahn gezogen. Das 3:0 durch den technisch starken Dastin Szymanski, auf Vorarbeit von Kristian Rajic, war nur noch eine Zugabe. Schattdorf-Trainer Gabriel enttäuscht, aber kämpferisch:

«Meine Jungs tun mir leid. Sie haben gekämpft und gerackert. Die beiden frühen Gegentore in der zweiten Halbzeit haben uns aber aus der Bahn geworfen. Doch es geht weiter, wir geben trotz der nur vier eroberten Punkte nicht auf.»

Auf Eschenbacher Seite ist man nach dem dritten Sieg in Folge und den 15 eingespielten Punkten natürlich happy. «Jetzt können wir beruhigt in die letzten vier Partien steigen. Und werden versuchen, noch den einen oder anderen Punkt zu holen», meinte Co-Trainer Christoph Müller nach dem Derbysieg. Auch der 2:0-Torschütze Hariz Osmanbasic, der vor fünf Monaten mit seinen drei Toren massgeblich zum 4:4-Remis beigetragen hatte, sagte aufgestellt: «Es war zwar ein Geknorze. Doch der Sieg geht in Ordnung.»

Ein Stürmer, der lange nach dem richtigen Klub suchte

Der 24-Jährige hat eine nicht alltägliche Karriere hinter sich. Denn innerhalb dreier Spielzeiten wechselte er nicht weniger als sechsmal den Klub. Der talentierte Mittelstürmer erlernte den Fussball beim FC Ebikon und in der Nachwuchsorganisation des FC Luzern, bevor er als Aktiver wieder zu seinem Stammverein zurückwechselte. In der Vorrunde der Saison 2018/19 versuchte er sein Glück beim 1.-Ligisten Zug 94, kehrte dann auf die Rückrunde zu Ebikon zurück. 2019/20 begann Osmanbasic beim FC Brunnen (2. Liga inter). Ehe er Mitte Saison zum FC Meggen (3. Liga) wechselte. In der letzten Saison heuerte er bei Cham II an, wechselte nach der Winterpause dann zu Eschenbach. Er soll den Abgang von Topskorer Fabio Rinaldo kompensieren, der beim FC Schötz anheuerte. Mit seinem dritten Saisontor gegen Schattdorf hat er seine Stürmerqualitäten unter Beweis gestellt. Hariz Osmanbasic – ein Fussball-Wandervogel? «Nein, überhaupt nicht. Die Vorstellungen meiner Karriere waren zu euphorisch. Der Schritt zu Zug 94 von der 3. Liga in die 1. Liga war zu gross und in Brunnen kamen zwischenmenschliche Probleme dazu», gibt Osmanbasic aus seiner Sicht Fehler zu.

Doch jetzt ist der junge Fussballer, der aber immer noch nach Höherem strebt, vorerst in Eschenbach «beim richtigen Team» angekommen. Trainer Marco Zimmermann über seinen Stürmer:

«Sein Temperament tut meiner manchmal zu lieben Mannschaft gut.»

Und so soll es auch bleiben. «Und wenn er mit seinen Toren zum Erfolg meiner Mannschaft verhilft, dann ist es umso besser.»

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