Rückkehr auf die internationale Radquer-Bühne

Nach acht Jahren kehrt der Weltcup zurück in die Schweiz. Mit dem Rennen in Bern will man an jene Zeit anknüpfen, als Schweizer Radquerfahrer noch zu den Weltbesten zählten. Mittendrin der 30-jährige Roggliswiler Lukas Winterberg.

Chris Roos
Drucken
Teilen
Lukas Winterberg kann in Bern erwartungsgemäss mit den Weltbesten nicht mithalten. (Bild: Chris Roos (Bern, 21. Oktober 2018)

Lukas Winterberg kann in Bern erwartungsgemäss mit den Weltbesten nicht mithalten. (Bild: Chris Roos (Bern, 21. Oktober 2018)

Lukas Winterberg, der Elitefahrer des VC Pfaffnau-Roggliswil, hat sich in den letzten Jahren zu einem der besten Radquerfahrer unseres Landes entwickelt. 2017 verzichtete der Roggliswiler jedoch auf Renneinsätze, da er eine Weiterbildung zum technischen Kaufmann absolvierte, die er nun im vergangenen September abgeschlossen hat. Seither trainiert der 30-Jährige wieder intensiv. Die Rennpause macht sich allerdings bemerkbar. «Mir fehlt die Grundlage, weshalb ich zurzeit intensiv daran arbeite. Mehrmals pro Woche zwei bis drei Stunden auf dem Rad und ab und zu eine längere rund sechsstündige Ausfahrt», verrät Winterberg sein Trainingsprogramm.

Deshalb konnte er seinen Formstand dem internationalen Weltcup-Rennen in Bern vom vergangenen Sonntag nur schwer einschätzen. Er bestritt das Rennen primär als Standortbestimmung. Es handelte sich dabei um den ersten Weltcup-Event auf Schweizer Boden seit 2010. Anfang Februar 2020 findet auf dem Flugplatz in Dübendorf seit 1995 (Eschenbach SG) wieder eine Weltmeisterschaft in der Schweiz statt.

Im Staub der Weltklasse

Das Starterfeld beim Eliterennen der Männer war hochkarätig. Die weltbesten Profis standen an der Startlinie, so beispielsweise zahlreiche Belgier und Holländer, die den Radquersport derzeit dominieren. Allen voran der amtierende Weltmeister Wout van Aert oder der Europameister Mathieu van der Poel. Winterberg ist von sechs Schweizer Athleten, die sich gegen die ausländische Übermacht zu behaupten versuchen.

Die trockenen Verhältnisse auf dem Areal des Berner Freibades Weyermannshaus machten das Rennen vor rund 5000 Zuschauern ultraschnell. Die fehlende Grundlage von Winterberg machte sich besonders bemerkbar. Obwohl er mit den Besten nicht mithalten konnte, fuhr er seine Runden mit konstantem Tempo und platzierte sich auf dem 48. Schlussrang. Der Sieg ging an Mathieu van der Poel. Er hoffe, der Quer-Weltcup werde nach Bern zurückkehren, so der Holländer nach dem Rennen. Auch Winterberg zeigte sich zufrieden: «Ich habe das Rennen in vollen Zügen genossen. Die Atmosphäre war grandios.»

Nächstes Highlight: Am 26. Dezember in Pfaffnau

Nach dem Weltcup-Einsatz will Lukas Winterberg nebst dem weiteren Trainingsaufbau alle nationalen Rennen bestreiten und wenn möglich auch noch weitere Weltcup-Rennen im Ausland fahren. Denn mit jedem Rennen erhält er wertvolle Punkte für das Gesamtklassement, was dem Luzerner wiederum bessere Startplätze ermöglicht.

Das nächste Saison-Highlight ist das Cross-Race in Pfaffnau am Stephanstag (26. Dezember). «Das ist mein Heimrennen. Ich bin dort zur Schule gegangen, und die Leute kennen mich», meint Winterberg und hofft, dass er bis dahin eine Form erreicht hat, um wieder um Top-10-Plätze kämpfen zu können.

Aktuelle Nachrichten