Eishockey
Nadine Hofstetter spielt für Reinach und sagt: «Die Playoffs sind durchaus realistisch»

Fünf Zentralschweizerinnen starten mit dem SC Reinach als Aussenseiterinnen in die Eishockey-Meisterschaft.

Daniel Monnin
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Die Schwyzerin Nadine Hofstetter in Diensten von Reinach.

Die Schwyzerin Nadine Hofstetter in Diensten von Reinach.

Seit Jahren ist der Aargauer Klub SC Reinach das Eldorado des Zentralschweizer Frauen-Eishockeys. Der letzte Titel der Wynentalerinnen liegt allerdings 18 Jahre zurück. Seit 2003 gewann Reinach zwar sechsmal die Bronzemedaille (letztmals 2018), doch das Team mit den fünf Zentralschweizerinnen Nadine Hofstetter, Mara Frey, Oona Emmenegger, Luisa Waser und Valérie Christmann befindet sich in einem Totalumbruch und gehört auch in dieser Saison nicht zum Favoritenkreis.

Für Nationalspielerin Nadine Hofstetter ist die Playoff-Qualifikation «durchaus realistisch», obwohl mit dem Zwillingspaar Julia und Stefanie Marty (zu Bomo), Andrea Fischer, Nicole Gubler und Marie Nienaber einige wichtige Spielerinnen das Team verlassen haben. Gekommen sind junge Talente aus der Region, vor allem vom nahe gelegenen B-Klub Sursee. Und erstmals seit langem wird Reinach wieder mit einer zweiten Ausländerin, Viktoria Maskalova von Bomo Thun, spielen. Hofstetter: «Wir haben im Sommer intensiv als Team gearbeitet und sind dadurch noch enger zusammengerückt. Daraus nehmen wir den Glauben an unsere Chance, mit guten und konstanten Leistungen die anderen Teams herauszufordern.»

Premiere ist gründlich missglückt

Mara Frey, die wie Hofstetter ebenfalls im Nationalteam vertreten ist, teilt diese Meinung: «Die Playoffs sind ganz klar unser Ziel, aber wir blicken nicht allzu weit voraus.» Die Premiere im vorgezogenen Meisterschaftsspiel am letzten Wochenende in Lugano ist Reinach allerdings gründlich misslungen (0:9-Niederlage).

Geglückter Start für Noemi Ryhner in Schweden

Besser hätte ihr Debüt beim schwedischen Meister Lulea nicht ausfallen können: Die Zugerin Noemi Ryhner (Bild) schoss in den beiden Duellen des Meisters gegen ihre Nationalteam-Kolleginnen Lara Stalder (Brynäs) und Phoebe Staenz (Leksands) ihre ersten beiden Treffer in der Svenska Dam Hockey Ligan. Die 21-Jährige spielte in der ersten Linie zusammen mit der finnischen Internationalen Petra Nieminen und der dänischen Nationalspielerin Josefine Persson. Ryhner schoss ihr Team gegen Brynäs in der 28. Minute zur 4:1-Führung. Gegen Leksands assistierte sie beim ersten Tor und schoss Sekunden vor Schluss den siegbringenden Treffer ins leere Tor. Die letztjährige Topskorerin Lara Stalder holte sich in zwei Spielen bereits fünf Assists. (dm)

Neu werden in der Women’s Hockey League 25 statt 20 Qualifikationspartien gespielt. Und aufgrund der beiden längeren Unterbrüche (Universiade und Olympische Spiele) stehen an einem Wochenende meistens Doppelrunden an. Die beiden Topteams der letzten 13 Jahre, Ladies Lugano und Vizemeister ZSC Lions, und auch der letztjährige Bronzemedaillengewinner Thurgau Indien Ladies haben wichtige Spielerinnen verloren. Lugano geht ohne die Ausnahmekönnerin und Topskorerin Michelle Karvinen sowie die Zuger Nati-Spielerin Noemi Ryhner (wechselte zum schwedischen Meister Lulea, siehe Box) in die neue Saison, hat mit der amerikanischen Verteidigerin Sidney Morin jedoch wieder eine Starspielerin verpflichten können: 1,48 Punkte pro Spiel in vier Jahren in der schwedischen Topliga, 5 Punkte im ersten Spiel mit Lugano. Ob es für Lugano erneut zum Titelgewinn reicht, hängt in erster Linie auch vom Verbleib von Evelina Raselli ab: Die 29-jährige Stürmerin ist im Sommer von Boston Pride, einem Team aus der semiprofessionellen amerikanischen National Women’s Hockey League, gedraftet worden. Im ersten Meisterschaftsspiel fehlte sie, ein Transfer in die USA ist immer noch möglich, da die Meisterschaft dort erst anfangs November beginnt.

Lugano und Zürich sind die Favoriten

Vizemeister ZSC Lions geht ohne vier Stammspielerinnen – darunter zwei Ausländerinnen – in die neue Saison, verstärkte jedoch seinen ohnehin schon ausgeglichenen Kader mit den beiden Nationalspielerinnen Dominique Rüegg (zurück aus Schweden) und Sinja Leemann (aus der Lakers-Nachwuchsabteilung).

Auch Thurgau hat Federn lassen müssen: Topskorerin Phoebe Staenz zog es nach Schweden, Nicole Vallario in die USA. Neu dabei sind Lena Lutz und eine Reihe von Talenten aus der erweiterten Region.

Die Herausforderer Bomo Thun und Neuchâtel Hockey Academy haben zulegen können. Die Thunerinnen verpflichteten Reinachs Zwillingspaar Julia und Stefanie Marty und die französische Internationale Betty Jouanny. Die Neuenburgerinnen haben zwei Kanadierinnen als Verstärkungen geholt. Dennoch sind Lugano und Zürich, rein von der Historie her und auch aufgrund der Leistung in der letzten Saison, die beiden Topfavoriten auf den Meistertitel.

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