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Der FC Perlen-Buchrain erteilt dem Letzten Sarnen eine Lektion

7:2 endet dieses einseitige Duell in der 2. Liga inter. Dario Wiederkehr benötigt für seinen Hattrick nur 19 Minuten.

Peter Birrer
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Perlens Dario Wiederkehr (links) behauptet den Ball gegen den Sarner Nico Schmid.

Perlens Dario Wiederkehr (links) behauptet den Ball gegen den Sarner Nico Schmid.

Bild: Philipp Schmidli (Buchrain, 12. Juni 2021)

Als sich Dario Wiederkehr mit seinen Kollegen des FC Perlen-Buchrain auf den Match in der 2. Liga inter gegen Sarnen einstimmt, bekommt er ein gutes Gefühl. Beim Aufwärmen verliert kaum einer ein Wort, er spürt: «Jeder ist hochkonzentriert, jeder ist sich total bewusst, worum es geht.» Und er merkt eines auch:

«Die Mannschaft freut sich daraus, dass es wieder losgeht.»

Wiederkehr ist der 29-jährige Stürmer, dem sein Verein am Herzen liegt. Und der an diesem Samstag einen beträchtlichen Anteil daran hat, dass ein grosser Schritt aus der Gefahrenzone der Tabelle getan wird. 7:2 setzt sich sein Team gegen den Tabellenletzten aus Obwalden durch – nicht zuletzt dank drei Treffern von Wiederkehr, der in dieser Saison bislang zwei Tore erzielt hatte. «Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten viel investiert, um uns in eine gute Verfassung zu bringen», sagt er, «es hat Spass gemacht.»

Die Einheimischen sind dem Gegner nicht nur physisch überlegen, sondern auch spielerisch. Sie demonstrieren, wie sehr sie Freude daran haben, nach sehr langer Pause endlich wieder einen Wettkampf bestreiten zu dürfen. Innert 19 Minuten sorgt Dario Wiederkehr mit seinem Hattrick dafür, dass sich die Partie ganz im Sinne der Perler entwickelt. Noch vor der Pause erhöht Aimé Hunlede mit einer Doublette auf 5:0.

Das Beste für den Gegner ist das Resultat

Das Resultat ist hoch, aber immer noch das Beste für heillos überforderte Sarner. Einmal rettet der Pfosten, zweimal pariert Sigrist. Der bedauernswerte Goalie wird an diesem Samstag im Stich gelassen.

Kaum hat die zweite Halbzeit begonnen, reiht sich auch Innenverteidiger Kilian Wiederkehr unter die Torschützen. Der Bruder von Dario ist als Captain eine der einflussreichsten Figuren der Mannschaft, er hat unter der Woche wiederholt auf die Wichtigkeit dieser Begegnung hingewiesen. Hinterher sagt er: «Die Erleichterung darüber, dass alles gut funktioniert hat, ist natürlich gross.»

Perlen-Buchrains Messanh Aime Hunlede erzielt das 5:0 gegen FC Sarnens Torhüter Ivo Sigrist.

Perlen-Buchrains Messanh Aime Hunlede erzielt das 5:0 gegen FC Sarnens Torhüter Ivo Sigrist.

Philipp Schmidli

In Schwierigkeiten gerät Perlen-Buchrain danach nie. Auf das 1:6 folgt die schnelle Antwort, kurz vor Schluss trifft Sarnen ein zweites Mal. Das missfällt Saba Velic, dem Trainer des Siegers: «Beide Gegentreffer waren unnötig und die Folge von Fehlern, die uns eigentlich nicht unterlaufen dürften.» Und:

«Mit der ersten Halbzeit können wir zufrieden sein. Aber die Zweite endete nur 2:2, das war weniger berauschend.»

Velic will nichts davon hören, dass der Ligaerhalt praktisch gesichert ist. «Rechnerisch ist noch nichts fix», sagt er, «darum lehnen wir uns bestimmt nicht zurück, sondern bereiten uns intensiv auf den nächsten Match gegen Gambarogno-Cotone vor.» Der Ehrgeiz von Velic, der ab Sommer den FC Ibach trainiert: zwei Siege zum Abschluss seiner Zeit beim FCPB.

Sarnen-Trainer Mathis wählt deutliche Worte

Düster sieht es dafür beim FC Sarnen aus. Sein Trainer Roger Mathis hat unter der Woche von einem «absolut entscheidenden Spiel» gesprochen, nach dem 2:7 und einem desolaten Auftritt ist die Ernüchterung gross. Ein Funke Hoffnung sei zwar noch da, sagt er danach, «aber wir müssen realistisch sein: Offensichtlich reicht es nicht für diese Liga». In der Pause hat Mathis seinem Team mit deutlichen Worten erklärt, was er von der Leistung hält – und gesagt, dass es ebenso gut bereits 0:8 stehen könnte.

Nach dem Schlusspfiff erklärt er:

«Wir haben uns gut vorbereitet, und ich glaube auch, dass die Spieler gewillt waren, das Optimum zu geben. Aber wir können uns noch so viel vornehmen: Am Ende ist es eine Frage der Qualität. Die ist nicht ausreichend vorhanden. Und vielleicht ist es nicht einmal das Schlechteste, wenn wir eine Liga tiefer weitermachen. So ehrlich müssen wir sein. Punkt.»

Besser kann man das nicht zusammenfassen.

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