Krienser Squasher müssen nach verpassten Playoffs über die Bücher

Erstmals seit 2015 hat sich kein Team aus Kriens für die NLA-Playoffs qualifiziert. Es gibt zwar genügend gute Spieler, diese fehlen aber zu oft oder setzen andere Prioritäten.

Stefan Kleiser
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Nicht im Playoff-Final: Pilatus Kriens, hier Sarah Lüdin (vorne) gegen Martina Pössl (Uster) belegt in der laufenden NLA-Meisterschaft nur Platz 3. Bild: Stefan Kleiser (Uster, 6. April 2018)

Nicht im Playoff-Final: Pilatus Kriens, hier Sarah Lüdin (vorne) gegen Martina Pössl (Uster) belegt in der laufenden NLA-Meisterschaft nur Platz 3. Bild: Stefan Kleiser (Uster, 6. April 2018)

Gute Spieler gibt es in Kriens viele. Im Schweizer Männer-Ranking von März werden zwölf Krienser in den ersten 25 Positionen geführt. Dennoch darf am übernächsten Wochenende keines der drei Nationalliga-A-Teams aus dem SC Pilatus Kriens an den Playoffs um den Gewinn des Meistertitels teilnehmen. Am vergangenen Donnerstag wurden die letzten Partien der Regular Season ausgetragen. Die Panthers, die Pythons und Pilatus belegen in der Schlussrangliste die Plätze 5, 7 und 8.

Auch die Frauen können bei einem Sieg in der letzten Runde nicht mehr auf Rang zwei vorstossen. Ao ist erstmals seit 2015 keine Krienser Auswahl in den Entscheidungsspielen vertreten. «Wir wollten allen unseren Spielern gute Spiele ermöglichen und haben drei ähnlich starke Teams zusammengestellt», erklärt Präsident Remo Handl die Situation bei den Männern. «Aber wir hatten viel Pech mit Verletzungen. Es war eine schwierige Saison.»

Sieben Partien blieben die Panthers ungeschlagen und erspielen sich 19 Punkte für die Tabelle – in den anderen elf Begegnungen aber nur noch 13. Nils Rösch verpasste verletzt elf Matches, Jan Kurzmeyer fehlte drei Mal. «Da haben wir wichtige Punkte liegen gelassen», analysiert der Interclub-Verantwortliche Amadeo Costa, selbst Spieler der Panthers und in der zweiten Saisonhälfte von Pfeifferschem Drüsenfieber geplagt. Mit Thomas Demmel musste ein Spieler aus der 3. Liga aushelfen – sechs Mal.

Bei Pilatus, 2018 wegen weniger gewonnener Sätze im Playoff-Halbfinal an Grabs gescheitert, war es anders: Die für die Auswahl gemeldeten Reiko Peter und Roman Allinckx spielten auch auf der Tour der Profi-Squasher (der PSA) und fehlten dann. Peter bestritt bloss die Hälfte der NLA-Begegnungen. Bei Allinckx waren es gar nur drei Einsätze – weil er sich im Oktober entschied, nach Barcelona zu ziehen und dort unter für ihn noch professionelleren Bedingungen zu trainieren. Das hatten die Verantwortlichen so nicht geplant.

Profi-Tour hat für Duo Priorität

«Es ist klar, dass die PSA Priorität hat», betont Handl: «Unser Club ist an der Förderung seiner Spieler interessiert.» Und dass es mit der Qualifikation für die Playoffs nicht geklappt habe, sei kein Weltuntergang. «Für die nächste Saison müssen wir uns aber sicher Gedanken machen.» Eine Gage bezahlen für die eigenen Berufssquasher, damit diese öfter anreisen? Handl winkt ab: «Das Budget dafür ist nicht vorhanden.» Das meiste Geld fliesst in den Nachwuchs. «Und die Förderung der Junioren soll unser Hauptstandbein bleiben.»

Der Titelgewinn habe nie Priorität gehabt, bestätigt Amadeo Costa. «Wir haben darum bewusst kein Meister-Team zusammengestellt.» Und der Club verzichtete auf die Verpflichtung ausländischer Verstärkung. Costa sieht die Stärke der eigenen Equipen bei Bestbesetzung vielmehr auf den hinteren Positionen, «weil wir auch dort Top-10-Spieler haben». Aber es sei natürlich schade, «dass ein Club, der drei Nationalliga-A-Teams stellt, noch nie Meister geworden ist.»

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