Fussball
Klares Signal, bescheidene Töne: FC Emmenbrücke hat die 1. Liga vor Augen

Emmenbrücke bezwingt Eschenbach 5:0. Aber der Trainer und der Topskorer werden deswegen nicht euphorisch.

Peter Birrer
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Emmenbrücke jubelt über das 1:0 von Janko Pacar (Nummer 20).

Emmenbrücke jubelt über das 1:0 von Janko Pacar (Nummer 20).

Bild: Manuela Jans-Koch (26. 3. 2022))

Das Resultat lässt keine Zweifel offen. Das 5:0 gegen Eschenbach ist das nächste deutliche Signal des FC Emmenbrücke, aber auch nach dem dritten Erfolg in Serie seit Beginn der zweiten Saisonhälfte bleiben die Protagonisten wohltuend sachlich. «Wir heben bestimmt nicht ab», versichert Trainer Meris Kazic,

«wir haben einen Pflichtsieg gelandet und dürfen insgesamt zufrieden sein. Aber wir haben noch einige Arbeit vor uns.»

Das Ziel ist vorgegeben, daraus macht der FCE kein Geheimnis. Er strebt den Aufstieg in die 1. Liga an, die im Sommer aufgestockt wird (neu mit 48 statt 42 Teams in 3 Gruppen). Diesen Anspruch untermauerte er mit Transfers in der Winterpause: Von Erstligist Schötz kam das Duo Alban Selmanaj/Eduard Nikmengjaj; Stefano Izzo kehrte aus Littau zurück, Arbenit Kameraj von Perlen-Buchrain; und aus Kroatien stiess der 20-jährige Verteidiger Peda Marodi dazu. «Wir machen uns den Druck, Erfolg zu haben, selber», sagt Kazic, «und wir sind zuversichtlich, dass wir unser Ziel erreichen.»

Sein Optimismus hat mit der Qualität im Kader zu tun, Qualität, für die etwa ein Janko Pacar steht. Der Topskorer ist kein Jungspund mehr, aber mit seinen 31 Jahren hat er grosse Lust, noch einmal einen Schritt nach oben zu machen. Pacar hat eine Vergangenheit beim FC Luzern in der Super League, er stürmte in der Challenge League für verschiedene Mannschaften – und seit Sommer 2019 ist Emmenbrücke sein Klub.

Elvis Brantanovic (am Ball) bleibt diesmal ohne Treffer.

Elvis Brantanovic (am Ball) bleibt diesmal ohne Treffer.

Bild: Manuela Jans-Koch (Emmenbrücke, 26.03.2022)

Damals schon boten sich ihm Möglichkeiten, auf höherer Ebene weiterzumachen. Er zog den FCE vor, weil sich für ihn so Fussball und Beruf optimal verbinden liessen. «Das passt hier einfach», sagt er, «wir haben ein cooles Team.» Die 1. Liga fände auch er reizvoll, «dafür nähme ich gerne noch etwas mehr Aufwand auf mich». Und: «Es gibt einige Punkte, die für uns sprechen. Für unseren Verein wäre es schön, wenn es klappen würde.»

Pacar bildet mit dem Slowenen Elvis Bratanovic ein Angriffsduo, das vorzüglich harmoniert und Tore garantiert. Pacar, gegen Eschenbach zweimal erfolgreich, bringt es bislang auf zwölf Treffer, sein 29-jähriger Kollege auf sechs – fünf davon hat er in den ersten zwei Partien des neuen Jahres erzielt. «Ein Trainer kann sich glücklich schätzen, wenn ihm zwei solche Stürmer zur Verfügung stehen», sagt Meris Kazic.

Wichtige Wochen im April

Beim FCE ist Janko Pacar für Tore zuständig, er sieht seine Rolle aber auch als Vorbild für die Jüngeren. Und: Er gibt sein Wissen auch als Trainer weiter – er betreut die Juniorinnen im Verein. Dass ein solches Team überhaupt besteht, ist nicht zuletzt seiner Initiative zu verdanken. Darum steht er oft vor dem Training mit der ersten Mannschaft schon auf dem Platz. «Es macht riesig Spass, etwas aufzubauen», sagt er, «und in der Region ist das Interesse der Mädchen am Fussball so gross, dass wir bereits zwei Equipen haben.» Als Aktiver stellt sich Pacar nun auf entscheidende Wochen in der 2. Liga inter ein. Am kommenden Samstag geht es nach Brunnen, bevor Leader Taverne zum Spitzenkampf im Gersag empfangen wird. Und danach gastiert der aktuelle Tabellenzweite Ascona in Emmenbrücke. Da kann ein Ergebnis wie dieses 5:0 am Samstag einen Schwung verleihen. Nur: Pacar will sich nicht blenden lassen. «Der Gegner machte es uns nicht leicht», sagt er,

«Eschenbach kam auch zu seinen Chancen.»

Und mit Blick auf die Duelle im April fügt er an: «So schön und gut der Start ins neue Jahr war: Wir sind uns bewusst, dass wir noch ein paar hohe Hürden überspringen und die Duelle gegen die vor uns platzierten Teams gewinnen müssen.