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Nach der Pause: Kickers Luzern schaltet zwei Gänge höher

Kickers Luzern (2. Liga inter) gewinnt das niveauarme Derby gegen Eschenbach mit 2:1.

Ruedi Vollenwyder
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Das 17-jährige Kickers-Luzern-Talent Yan Britschgi (rechts) im Zweikampf mit Eschenbachs Yannik Escher.

Das 17-jährige Kickers-Luzern-Talent Yan Britschgi (rechts) im Zweikampf mit Eschenbachs Yannik Escher.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. September 2021)

17 Jahre jung und schon Stammspieler im Fanionteam des FC Kickers Luzern: das ist Yan Britschgi. Nach dem 2:1-Sieg über den FC Eschenbach stellte er sich noch schüchtern zum Interview. «Die drei gewonnenen Punkte sind das Wichtigste. Aber meine Chance zur 3:1-Führung hätte ich nützen müssen. Schade, ich stand nicht gut genug zum Ball», blickt der Mittelfeldspieler auf diese Szene in der 88. Minute zurück. Nun, diese verpasste Chance war in diesem kämpferisch akzeptablen, aber sonst klassearmen Derby nicht matchentscheidend. Beide Teams taktierten nicht lange, suchten voll die Offensive. Allerdings ohne klares Konzept. Mit der Hoffnung, es könnte doch irgendwann «klingeln».

Es brauchte schon einen Standard, um diesem Wunschdenken zu entsprechen. Nach einem Freistoss von Robin Niederberger (21.) brachte die Kickers-Abwehr den Ball nicht weg. Eschenbach-Captain Kilian Gurtner fand die Lücke, um Goalie Luca Bühlmann zu bezwingen.

Kickers-Trainer schwärmt von einem Talent

Genau so lange warteten die pro Eschenbach kiebitzenden Gunzwil-Spieler, die einen Tag zuvor beim 2:2 dem FC Horw die ersten Punkte abnahm und erste Gegentore aufbrummten, ehe sie sich ins nahe Oktober-Fest-Getümmel stürzten. In der Folge setzten die Eschenbacher die Stadtluzerner mit ihrem aggressiven Pressing weiter unter Druck. Torchancen sah man in dieser ersten Halbzeit, in der wegen der vielen Fouls auch kein Spielfluss aufkam, keine mehr.

Die Kehrtwende dann in der zweiten Spielhälfte. Da spielte nur noch Kickers. Das Eschenbacher Team um das Trainer-Duo Marco Zimmermann/Christoph Müller fand keinen Zugriff mehr zum Spiel. In der 61. Minute fiel der 1:1-Ausgleich. Philippe Fischer traf nach einem Corner per Kopf. Und elf Minuten später profitierte der agile Filipe Rodrigues von einem Prellball und sicherte seinem Team mit dem 2:1-Treffer den dritten Heimsieg auf Tribschen. Riesige Freude bei den Stadtluzernern, hängende Köpfe bei den Eschenbachern. Für deren 23-jährige Torschütze Kilian Gurtner geht der Kickers-Sieg in Ordnung:

«Sie schalteten in der zweiten Halbzeit gleich zwei Gänge höher. Wir nahmen die Zweikämpfe nicht mehr an und kassierten zudem zwei sehr dumme Gegentore.»

Trainer Marco Zimmermann sinnierte auf der Auswechselbank ratlos sitzend, warum sein Team das Spiel in der zweiten Halbzeit so aus der Hand gab. «Unerklärlich! Wir agierten wohl zu passiv», meinte er lakonisch. Die Eschenbach-Serie mit den beiden 2:1-Siegen «in letzter Minute» gegen Hergiswil und Perlen-Buchrain wurde also gestoppt. Dennoch bleibt man beim Aufsteiger zuversichtlich. «Auf den sechs eingespielten Punkten lässt sich etwas aufbauen», blickt Abwehrspieler Kilian Gurtner optimistisch in die Zukunft, obwohl ihn die Teamleistung gegen die Kickers in der zweiten Halbzeit «ziemlich angurkte».

Zurück zu Yan Britschgi, der beim 2:0-Sieg gegen Schattdorf bereits bei seinem ersten 2.-Liga-inter-Einsatz erstmals «ins Schwarze» traf. «Ein sehr talentierter junger Mann. Er hat sich stetig gesteigert. Und hat noch Luft nach oben. Das ist doch vielversprechend», schwärmt Trainer Faras Pour Hayavi über den KV-Lehrling, der weiss, was er will.

«Ich muss noch viel lernen, mich zuerst in dieser Mannschaft etablieren. Dann werde ich Schritt für Schritt machen, um mich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Aber das hat noch Zeit»,

gibt er sich selbstbewusst, aber auch bescheiden. Da ist sein jüngerer Bruder Sascha schon einen Schritt weiter. Der für die FCL-Organisation spielende Jungspund hat den Sprung in die Schweizer U16-Nationalmannschaft geschafft.

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