In Hochdorf wartet ein letzter Höhepunkt auf die Mountainbiker

Am Wochenende findet in Hochdorf der Final des Swiss Bike Cups statt – unter strengen Auflagen.

Martin Platter
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Auch die Urnerin Linda Indergand, hier an der WM in Österreich, startet in Hochdorf.

Auch die Urnerin Linda Indergand, hier an der WM in Österreich, startet in Hochdorf.

Gian Ehrenzeller/Keystone (Leogang, 10. Oktober 2020)

Rennveranstalter Armin Meier macht keinen Hehl daraus, dass ihm die laufend ändernden Covid-19-Schutzmassnahmen persönlich und unternehmerisch zu schaffen machen. Er sagt: «Rund eine halbe Million Franken schreiben wir in diesem Jahr wegen der Coronamassnahmen ab.» Zwar erhielt man vom Bund die Möglichkeit, Kurzarbeit anzumelden. Dennoch konnte Meiers Human Sports Management AG mit Sitz im luzernischen Rickenbach den Ausfall nicht ohne Personalabbau stemmen. Mit der Absage des Zürich Marathon, des Aargau Halbmarathon und einer Reihe weiterer Events im Portfolio der Veranstaltungsagentur wurde die Zäsur beim Personal unumgänglich. «20 Anlässe mussten wir absagen. 20 konnten wir letztlich unter grossen Einschränkungen durchführen. Oft hatten wir die doppelte Arbeit, weil die Bewilligungen bei einer Verschiebung neu eingeholt werden müssen. Musste eine Veranstaltung dann doch abgesagt werden, entfiel auch das meiste der Sponsorengelder», so Meier.

Als Unternehmer trage man die ganze Verantwortung. Die staatliche Unterstützung sei ein schwacher Trost, denn der Staat sei letztlich der Steuerzahler. Der frühere Radprofi findet es befremdend, dass der Sport vom Bund nicht als systemrelevant erklärt wurde. Es gehe schliesslich um die Volksgesundheit. Je besser die sei, desto weniger hätten Krankheiten eine Chance.

Als Glücksfall bezeichnete Meier die Kooperation mit dem Rad- und Motorfahrerverein (RMV) Hochdorf für die Austragung des Proffix-Swiss-Cup-Finales am Wochenende. Projektleiter Simon von Allmen sagt: «Der RMV Hochdorf musste seinen Argovia-Cup-Lauf wegen der Covid-19-Erlasse absagen. Der Verein verfügt also bereits über eine sehr attraktive Strecke mit Start und Ziel auf dem Sportplatz Arena, die sich ideal für unser spektakuläres Shortrace eignet.» Da es sich um den letzten Wettkampf der Rennsaison handle, fahre man nicht mehr über die sonst übliche Länge von 90 Minuten, sondern über die Sprintdistanz von 20 Minuten. Das führe jeweils zu sehr animierten Rennverläufen. Publikum ist vor Ort nicht zugelassen, die Elite-Rennen am Sonntag können aber in einem Livestream (swissbikecup.ch) für fünf Franken verfolgt werden.

Nidwaldnerin Alessandra Keller führt die Wertung an

Die meisten Schweizer Cross-Country-Cracks schliessen in Hochdorf ihre Saison ab. Auch wenn nur die Hälfte der ursprünglich acht geplanten Swiss-Cup-Läufe ausgetragen werden konnten, geht es in den meisten Kategorien noch um den Gesamtsieg – theoretisch zumindest. Bei den Männern hat Leader Mathias Flückiger einen deutlichen Vorsprung. Es müsste ziemlich viel schiefgehen, holte sich der WM-Silbermedaillengewinner nicht auch die Schlusswertung. Es wäre sein erster Gesamtsieg, nachdem es der 32-jährige Oberaargauer 2014 und 2018 auf den zweiten Platz geschafft hatte.

Bei den Frauen ist die Nidwaldnerin Alessandra Keller in Lauerposition hinter der österreichischen Leaderin Laura Stigger, die zuletzt mit Topresultaten im Weltcup auf sich aufmerksam gemacht hat. Ein gutes Resultat ist zudem von der Silenerin Linda Indergand und der Morschacherin Andrea Waldis zu erwarten.

Final des Swiss Bike Cups in Hochdorf. Sonntag. 12.45: Elite Frauen. – 13.30: Elite Männer.

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