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0:1 in der 90. Minute: Der FC Eschenbach geht wieder leer aus

Das späte 0:1 gegen Emmenbrücke bedeutet die dritte Niederlage für den 2.-Liga-inter-Aufsteiger FC Eschenbach. Trainer Christoph Müller bleibt trotzdem zuversichtlich.

Peter Birrer
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Der Eschenbacher Hariz Osmanbasic (links) versucht den Emmenbrücker Stefano Geri aufzuhalten.

Der Eschenbacher Hariz Osmanbasic (links) versucht den Emmenbrücker Stefano Geri aufzuhalten.

Patrick Huerlimann (Eschenbach, 4. September 2021)

Unter der Woche sagt Christoph Müller, der den FC Eschenbach gemeinsam mit Marco Zimmermann trainiert:

«Das gewisse Etwas fehlte bis jetzt, darum funktionierte es noch nicht so, wie wir uns das gewünscht haben. Aber wir suchen keine Ausreden.»

Hinter dem Aufsteiger liegt ein Saisonauftakt mit Niederlagen gegen Brunnen (0:3) und Taverne (0:1), und vor sich hat er einen Samstag, an dem der FC Emmenbrücke seinen Besuch angekündigt hat. Das ist für Müller nicht irgendein Gegner, «sondern mit diesem Kader der Favorit in unserer Gruppe».

Und doch traut er seiner Mannschaft zu, dass sie nicht nur Widerstand leistet, sondern sich erstmals auch belohnt. Spielerisch mag ein Unterschied da sein, aber Müller sieht durchaus Chancen, um das zu kompensieren: «Solidarisch auftreten, eine Einheit sein – wenn wir das hinbekommen, sind wir nicht chancenlos.» Das soll generell das Mittel sein in der 2. Liga interregional, die für Eschenbach zwar nicht gleich eine völlig andere Welt ist, aber doch eine Herausforderung.

Und dann ist Janko Pacar zur Stelle

An diesem Samstag machen die Gastgeber einiges richtig, sie schaffen es, den Favoriten in Bedrängnis zu bringen. Früh schon treffen sie den Pfosten, in der zweiten Halbzeit auch einmal die Latte, und als es auf das Ende zugeht, sieht es zumindest nach einem Punktgewinn aus. 0:0 steht es… aber dann passiert es. Der eingewechselte Elvis Bratanovic leistet in der 90. Minute die Vorarbeit – Janko Pacar schliesst ab. Das Spezielle an dieser Co-Produktion zum goldenen 1:0: Sowohl Bratanovic als auch Pacar sind angeschlagen, werden aber aufgrund der dünnen Personaldecke benötigt. Trotz eingeschränktem Leistungsvermögen sind sie mit ihrer Routine unverzichtbare Stützen für Emmenbrücke. Pacar, 31-jähriger Stürmer mit Vergangenheit als Profi, vermeidet zwar weite Sprints in die Tiefe, um sich nicht einem grösseren Verletzungsrisiko auszusetzen. Sein Auftrag: Er soll «einfach lauern», wie es sein Trainer Meris Kazic formuliert. Und bereit sein, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Pacar zeigt, dass er das beherrscht.

Der Treffer sorgt für Freude beim FCE, der – wegen Quarantäne – in Eschenbach seine erste Partie in dieser Saison bestreitet. Und er löst auf der anderen Seite Frustgefühle aus. Die Bilanz des Neulings nach drei Runden: keinen Punkt geholt, kein Tor erzielt. «Es ist schon sehr bitter», sagt Trainer Müller, «es war Feuer drin, viel Leidenschaft, aber am Schluss gehen wir erneut leer aus. Wir werden für eine Nachlässigkeit hart bestraft.» Aber bei aller Enttäuschung gibt es für ihn auch Gründe, zuversichtlich in die nächsten Wochen zu gehen: «Wir haben bewiesen, dass wir dagegenhalten können.»

Kazic zu Müller: «Kopf hoch»

Aufmunternde Worte gibt es von Meris Kazic, der dem Verlierer eine gute Vorstellung attestiert. «Kopf hoch», sagt Emmenbrückes Coach seinem Amtskollegen Müller. Er sagt ihm auch, dass Eschenbach sich in der 2. Liga inter gewiss nicht verstecken müsse:

«In diesem Team steckt genügend Substanz, um den Platz in der Liga zu verteidigen.»

Eschenbach tritt am Freitag in Hergiswil an.

Für Kazic und Emmenbrücke geht es mit einer englischen Woche weiter. Am Mittwoch wird das ausgefallene Auftaktspiel in Ibach nachgeholt, am Samstag steigt im heimischen Gersag das Duell mit Brunnen, bevor zwei Reisen in den Süden anstehen. Der FCE gastiert zuerst bei Taverne, eine Woche später in Ascona. Vier der ersten fünf Spiele finden also auswärts statt. Umso wichtiger ist für Kazic, dass es in Eschenbach zum Erfolg reichte: «Nach den schwierigen Wochen gibt uns das Mumm für die kommenden Aufgaben.»

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