Entlebuchs Fussballer beweisen beim Sieg gegen Obergeissenstein unbändigen Willen

Entlebuch (2. Liga regional) verschafft sich dank dem 4:1-Sieg gegen Obergeissenstein etwas Luft.

Ruedi Vollenwyder
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Mit vollem Einsatz: Der Entlebucher Patrick Wigger (Mitte) gegen Patrick Lingg vom SCOG.

Mit vollem Einsatz: Der Entlebucher Patrick Wigger (Mitte) gegen Patrick Lingg vom SCOG.

Dominik Wunderli

Wenn die Affiche «Keller-Duell» im Raume steht, dann darf man spielerisch nicht allzu viel erwarten. Was aber der heimische FC Entlebuch (8 Spiele, 9Punkte) und der SC Obergeissenstein (9/8) auf dem wirklich nicht leicht zu bespielenden «Farbschachen» den Zuschauern boten, war alles andere als magere Fussballkost. Im Gegenteil: Die beiden nach Punkten lechzenden Sorgenkinder zeigten, insbesondere in der ersten Halbzeit, ein Klassespiel. Beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive, intensiver Kampffussball wechselte mit gekonnten Ballstafetten ab, was zu spektakulären Situationen führte. Es kam nie Langeweile auf.

Einen ersten Höhepunkt erlebten die Fans in der 9. Spielminute mit dem Führungstor für den SC Obergeissenstein. FCE-Goalie Fabian Stöckli holte nach einem langen Ball Patrick Lingg etwas übermotiviert von den Beinen: Elfmeter. Marc Wattenberg liess dem Schlussmann keine Abwehrchance. Die mit viel Power (Nicola Hofstetter/Ivo Thalmann) nach vorne agierenden Entlebucher versuchten ihr Abschlussglück mit Versuchen aus der zweiten Reihe. In der 41. Minute wurde diese Absicht mit dem 1:1-Ausgleich belohnt. Lars Balmer, der 21-jährige Offensivmann, traf aus 25 Metern.

Zweite Halbzeit geht klar zu Gunsten Entlebuchs aus

«Unser Trainer Daniel Kaufmann ermunterte uns, mit Weitschüssen das Glück zu suchen. Da habe ich einfach voll draufgehauen. Und der Ball sass», freute sich der Torschütze, welcher über das U18-Team des FCL, Malters (2. Liga) und Littau den Weg zum FC Entlebuch fand. «In diesem Team fühle ich mich wirklich glücklich.»

Dass diese erste Halbzeit zu einem spielerisch guten Spiel wurde, dazu hat auch der SC OG unter Trainer Marco Häfliger beigetragen. Die technisch gute Truppe der Stadtluzerner nahm den Kampf der Entlebucher an und spielte munter mit. Der Abwehrverbund hatte die Vorgabe, die Entlebucher Schaltstelle in der Person des lauffreudigen Spielertrainers Daniel Kaufmann auszuschalten. Das gelang eine Halbzeit lang gut. OG hatte durch Patrick Lingg (45.) und Aidan Uebelmann (45.) auch gute Torchancen. «Ja, in der ersten Halbzeit hat uns der Gegner mit seiner Kampfbereitschaft echt gefordert», fand Lars Balmer, der nach Abschluss der Berufsmatura ein Wirtschaftsstudium in Angriff nehmen möchte. Lars Balmer war es auch, der diesem für beide Teams wichtigen Match seiner Mannschaft den Weg zum Sieg aufgleiste: Silvan Bachmann konnte in der 53. Minute unbedrängt einen Flankenball treten, den Lars Balmer direkt zum 2:1-Führungstreffer verwertete.

Die Entlebucher powerten gegen die nun physisch deutlich nachlassenden OGaner weiter. Angriff um Angriff brandete Richtung dem Tor der Stadtluzerner. Ein Aussetzer von OG-Torhüter Jérome Hajnal leitete das 3:1 ein (63.). Ein unkontrollierter «Ausflug» mit anschliessendem Fehlpass ermöglichte es Daniel Kaufmann, den Ball aus über 40 Metern ins verlassene Tor zu kicken. Und in der 73. Minute krönte der Spielertrainer seine exzellente Leistung nach einem Bilderbuch-Konter über Silvan Bachmann mit dem 4:1.

Obergeissensteins fünfte Niederlage in Serie

Klar, dass die Entlebucher nach diesem überzeugenden Auftritt happy waren. Daniel Kaufmann: «Ich freue mich für Lars Balmer, dass er nach einer langen Durststrecke endlich wieder erfolgreich war.» Dass die Entlebucher die zweite Halbzeit so dominant gestalten konnten, kommt nicht von ungefähr. «Diese Physis haben wir uns in einer strengen Vorbereitung erarbeitet. Das zahlte sich in dieser Partie, nebst dem unbändigen Willen, diesen Match unbedingt zu gewinnen, aus», präzisierte der Trainer.

OG-Trainer Marco Häfliger blickte nach dieser Niederlage etwas bedrückt in die Gegend. «Wir machten eine Halbzeit lang einen guten Job in einem ansehnlichen Match.» Und haderte: «Schade, wir haben dem Gegner mit Eigenfehlern gleich drei Gegentreffer ermöglicht. Das ist bitter!»

Nach fünf verlorenen Partien in Serie muss nun der OG-Trainer seine Motivationskünste aus der Trickkiste zaubern, um sein Team wieder auf eine erfolgreichere Zeit einzuschwören. Dass die Truppe guten Fussball spielen kann, das hat sie gezeigt. Nun wartet auf die OGaner das Stadtluzerner Derby gegen den Luzerner SC. Marco Häfliger: «Für diese Partie muss ich wohl keinen Spieler speziell motivieren.»

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