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Die Willisau Lions haben drei zusätzliche Trümpfe

Am Samstag (20 Uhr) starten vier Innerschweizer Teams in die NLA-Saison. Rekordmeister Willisau Lions greift nach dem 16. Titel.

Simon Gerber
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Die Willisau Lions sind wieder heiss auf den Titel.

Die Willisau Lions sind wieder heiss auf den Titel.

Nadia Schaerli (Willisau, 5. Dezember 2020)

Wie in den vergangenen beiden Jahren spricht wieder alles für einen Final zwischen dem Titelverteidiger Willisau und Freiamt. In der letzten Saison stemmten die Luzerner nach einer Mini-Meisterschaft die Meistertrophäe in die Höhe. Sie werden alles daran setzen, nach den beiden Titelgewinnen 2019 und 2020 gegen Freiamt nun den Hattrick zu schaffen. Es wäre der 16. Titel für die Lions.

Nach dem Rücktritt des langjährigen und erfolgreichen Cheftrainers Thomas Bucheli haben die Willisauer den Trainer-Staff neu aufgestellt und auf vier Personen ausgeweitet. Den beiden neuen Cheftrainern Philipp Rohrer (Greco) und Gergely Gyurits (Freistil) stehen mit Marco Riesen und Jonas Bossert zwei erfahrene Ringer als Assistenten zur Verfügung. «Mit dieser Neuausrichtung entsteht viel Power. Wir können die Athleten noch optimaler und individueller betreuen als bisher», erklärt Sportchef Fredy Infanger.

Willisau steht das klar stärkste Kader sämtlicher sechs NLA-Klubs zur Verfügung. Alle Gewichtsklassen sind ausgeglichen und meistens sogar doppelt besetzt. International erfahrene Leaderfiguren wie Stefan Reichmuth, Samuel Scherrer oder Delian Alishahi dürften der Konkurrenz tüchtig einheizen. Aber auch erfolgshungrige Jungspunds wie das Brüderduo Tobias und Michael Portmann sind stark unterwegs. Trotz dem ohnehin grossen Kader verpflichteten die Luzerner Hinterländer mit dem Routinier Manuel Jakob, dem Schweizer Meister Dimitri Sandov und dem grossen Talent Mathias Martinetti drei zusätzliche Trümpfe. «Die Vorbereitungsphase, verbunden mit einem zehntägigen Trainingslager im Juli und August in Willisau, ist bestens verlaufen. Dabei wird die technische und mentale Weiterentwicklung der einzelnen Ringer immer zentraler», so Infanger. Der Formaufbau sei so geplant, dass die Athleten ihre Bestleistung wieder in den Halb- und Finalkämpfen abrufen können.

Freiamt kommt Willisau näher

Der Erzrivale Freiamt hat in den beiden letzten Jahren stark aufgerüstet und kann auf ein ausgeglichenes und breites Kader zurückgreifen. Mit dem Grecospezialisten Damian von Euw von der Ringerriege Brunnen konnten sich die Aargauer in den schweren Gewichtsklassen entscheidend verstärken. Nun haben sie in jeder Gewichtsklasse einen Topringer. «Freiamt drückt stark nach vorne. Unser Ziel ist die erfolgreiche Titelverteidigung. Doch auf dem Weg dazu muss wieder alles stimmen», hält Willisau-Sportchef Fredy Infanger fest.

Wird Schattdorf zum Spielverderber?

Hinter diesen beiden Topmannschaften versuchen Kriessern, Schattdorf und Einsiedeln, wenigstens den Halbfinal zu erreichen. Dabei möchte Kriessern mit seiner nach wie vor vorhandenen ringerischen Substanz den letztjährigen dritten Platz von Einsiedeln zurückerobern. Die Schwyzer treten durch verschiedene verletzte Ringer geschwächt an. Als Spielverderber könnte sich allerdings Schattdorf erweisen. Die Urner haben während der Coronapandemie dank ihrem aufstrebenden Nachwuchs am meisten Fortschritte gemacht. «Das Minimalziel ist der Ligaerhalt, aber ich traue dem sehr motivierten Team auch zu, sich für den Halbfinal zu qualifizieren», zeigt sich Michael Jauch, der langjährige Cheftrainer, zuversichtlich.

Die Ringerriege Hergiswil, der Doppelmeister der Saisons 2012 und 2013, steht nach verschiedenen Rücktritten momentan in einem grossen Umbruch. Die Napfringer versuchen, junge Athleten in die Mannschaft zu integrieren. «Unser einziges und wichtiges Ziel ist der Ligaerhalt,» sagt Marco Hodel, der frühere Sportchef.

Es gilt das 3-G-Prinzip

Auch der Ringsport kehrt zu einer gewissen Normalität zurück. Nach der Mini-Meisterschaft 2020 mit nur vier statt sechs Teams sind in der NLA nun wieder alle Vereine in den Startlöchern. Rekordmeister Willisau empfängt zum Saisonstart am Samstag die Ringerstaffel Kriessern. Nach wie vor gelten die vorgeschriebenen Covid-19-Schutzkonzepte. Für den Eintritt in die BBZ-Halle in Willisau wird neu ein Covid-Zertifikat verlangt. Ein solches wird Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) ausgestellt. Zusätzlich steht ab 18.30 Uhr ein Testcenter zur Verfügung. Bei den anderen Vereinen gilt ebenfalls die 3-G-Regel oder Maskenpflicht in der Halle. (sige)

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