Torhüter Dragan Dunjic hat sich problemlos integriert

Einst hütete Dragan Dunjic das Tor der serbischen Nachwuchsteams. Dem Ruf der Liebe gefolgt, steht er nun beim regionalen 2.-Ligisten FC Aegeri zwischen den Pfosten.

Martin Mühlebach
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Ägeris Torhüter Dragan Dunjic schaut der Partie gegen Dietikon mit Zuversicht entgegen. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 31. Oktober 2018))

Ägeris Torhüter Dragan Dunjic schaut der Partie gegen Dietikon mit Zuversicht entgegen. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 31. Oktober 2018))

Der heute 31-jährige, 184 Zentimeter grosse serbische Torhüter Dragan Dunjic stand als Junior beim FC Obilic und in der U17- und U19-Nationalmannschaft seines Heimatlandes zwischen den Pfosten. Danach stellte er sein unbestrittenes Können während vier Saisons als Profi des Super-Liga-Clubs Mladost unter Beweis. Vor sieben Jahren legte der umworbene Keeper seinen Profistatus ab. Dragan Dunjic erzählt: «Ich folgte dem Ruf der Liebe. Ich siedelte um zu der in Unterägeri lebenden schweizerisch-serbischen Doppelbürgerin Jelena Savkovic (34), mit der ich seither glücklich verheiratet bin.»

Kaum in der Schweiz angekommen, flatterten Angebote der Challenge-League-Vereine Winterthur und Vaduz ins Haus. Um mehr Zeit mit seiner Ehefrau verbringen zu können, lehnte Dunjic die Angebote der beiden Challenge-League-Clubs ab. Er spielte fortan für den Erstligisten Zürich United, für den FC Dietikon und für den FC Weesen, wonach er die Fussballschuhe vorübergehend an den Nagel hängte.

Er ist stolz auf seinen Arbeitgeber

Dragan Dunjic erklärt: «Mir wurde eine Anstellung als Postautochauffeur in der Region Knonaueramt in Aussicht gestellt. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ich absolvierte die Fahrprüfung, und seit zwei Jahren bin ich nun Angestellter der Schweizer Post.» Stolz verkündet er: «Wir sind gelbe Klasse.» Nach der Anstellung schloss sich Dunjic dem FC Ägeri an, mit dem er im vergangenen Sommer in die 2. Liga interregional aufstieg. Damit der als Postautochauffeur im Schichtbetrieb arbeitende Torhüter an den Trainings teilnehmen kann, ist Flexibilität gefordert. Da unter den Angestellten seines Arbeitgebers eine gute Kameradschaft herrsche, könne er seine Schichten oftmals abtauschen. Manch einer seiner Arbeitskollegen wird froh sein, wenn Dunjic für ihn von fünf Uhr morgens bis um 14 Uhr auf Achse ist.

Dragan Dunjic sagt: «Ich verrichte den Frühdienst gerne. Er bietet mir die Möglichkeit, den Nachmittag mit meiner Frau und meiner zweijährigen Tochter Tina verbringen zu können. Mit Tina zu spielen oder mit Jelena shoppen zu gehen, ist wunderschön. Die Familie ist für mich das Wichtigste auf der Welt.» Der stolze Familienvater fühlt sich in der Schweiz sehr wohl. Dank seinem sympathischen und bescheidenen Auftreten vermochte sich der schon sehr gut deutsch sprechende Keeper problemlos in unserer Gesellschaft zu integrieren.

Cham und Zug spielen am Samstag

Der SC Cham gehört nach der jüngsten Niederlage gegen den Leader Lausanne-Ouchy als Tabellensiebter zur Verfolgergruppe der Spitzenteams der Promotion League. Diese Gruppe umfasst als sechs Mannschaften, die innerhalb von fünf Punkten liegen. Am Samstag geht es zu den zwölftplatzierten Zürcher Reserven (16.00, Heerenschürli). Sandro Foschini sitzt eine Gelbsperre ab. In der 1. Liga empfängt Zug 94 am Samstag das Team aus Delsberg (16.00, Hertiallmend). Die Jurassier liegen als Vierter nur drei Punkte hinter dem Leader Black Stars Basel – und dies mit einem Torverhältnis von lediglich plus sechs. Die Zuger stehen hingegen nur zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Der Verteidiger Raphael Paglia fehlt morgen gesperrt. (bier)

Dragan Dunjic hat in seiner bisherigen Fussballerkarriere schon viele schöne Momente erlebt. Übers ganze Gesicht strahlend erzählt er: «Stets in Erinnerung bleibt mir das mit der serbischen U17 bestritte Länderspiel gegen Griechenland. Beim Stand von 1:0 hielt ich einen Penalty. Letztlich durfte ich mit meinem Team einen 3:0-Sieg feiern.» Als er mit Obilic gegen Partizan Belgrad gespielt habe, habe er dessen Star, Miralem Sulejmani, in Schach gehalten. Seit Sulejmani bei den Bernern Young-Boys spiele, sei er deren Fan. In der Schweiz habe er sein grösstes fussballerisches Highlight mit United Zürich erlebt. Dragan Dunjic erzählt: «Im Cupspiel gegen Lugano, das vor rund 2000 Zuschauern ausgetragen wurde, vermochte ich mein Tor während der regulären Spielzeit rein zu halten. Lugano vermochte uns erst in der Verlängerung zu bezwingen.»

Weniger gern erinnere er sich an den 31. Dezember vor acht Jahren. Dragan Dunjic berichtet: «Die Vorbereitungen für die Sylvesterfeier waren in vollem Gang, als uns die Nachricht erreichte, mein Grossvater Dragomir sei infolge eines Herzinfarkts ins Spital eingeliefert worden. Ich liess sofort alles liegen und fuhr ins Krankenhaus. Leider kam ich zu spät; mein geliebter Grossvater (74) war bereits verstorben.»

Letztes Vorrundenspiel gegen den Leader

Am Sonntag (14.30 Uhr, Chruzelen) empfängt Ägeri den Tabellenleader Dietikon. Dragan Dunjic, der dabei auf einige seiner ehemaligen Teamkollegen trifft, schaut dieser Partie mit Zuversicht entgegen. Er sagt: «Mit der lautstarken Unterstützung unseres hoffentlich zahlreich aufmarschierenden Heimpublikums rechne ich mir eine reelle Siegeschance aus. Da uns nur ein Zähler vom ersten Relegationsrang trennt, müssen wir drei Punkte einfahren. Dietikon wird unsere Kampfbereitschaft zu spüren bekommen.»

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