Volleyball
Dem VBC Buochs missglückt die Revanche im Derby gegen Emmen-Nord

Die Buochser 1.-Liga-Volleyballer verlieren gegen Emmen-Nord erneut mit 2:3.

Ruedi Vollenwyder
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Der Emmer David Wyss (Nummer 5) beim Angriff am Netz.

Der Emmer David Wyss (Nummer 5) beim Angriff am Netz.

Bild: Roger Grütter

Die Affiche Buochs gegen Emmen-Nord verspricht jeweils spezielle Spiele. Die Rivalität zwischen den beiden langjährigen 1.-Liga-Teams ist gewaltig. Da das Nidwaldner Team unter der Leitung vom neuen Spielertrainer Raphael Zurgilgen, dort eine Emmer Mannschaft, die nach dem abrupten Abgang von Marco Fölmli (Trainer der NLA-Männer von Volley Luzern) von einem Trainergrüppchen unter der Leitung von Jürg Unternährer geführt wird. Deshalb wurde nach der ungenügenden Vorbereitung das Saisonziel nicht allzu hoch gesetzt. «Für uns ist es eine Übergangssaison», sagt Unternährer.

«Auf die neue Saison hin wollen wir dann wieder angreifen»,

verspricht er.

Dass in dieser Mannschaft recht viel Potenzial steckt, das haben die Emmer, die die letzten drei Partien gewonnen haben, im Match gegen Buochs gezeigt. Es war ein gewöhnungsbedürftiges Rückspiel. Alle Akteure spielten mit einer Maske vor dem Gesicht. Die alleine dieses Derby souverän leitende Schiedsrichterin Christina Faye versteckte ihre Trillerpfeife ebenfalls unter diesem Utensil. Es war ein spannendes für die 1. Liga auf hohem Niveau gespieltes Derby, das die wenigen Fans erleben durften.

Buochser vergeben bei 14:11 drei Matchbälle

Im ersten Satz (25:22) führten die Emmer mit 24:17, ehe die Buochser dank starker Aufschläge von Captain Andreas Bircher noch auf 24:22 aufholen konnten. Der zweite Satz wurde zu einer Beute von Buochs. Die nach der 2:3-Vorrundenniederlage auf Revanche sinnenden Nidwaldner gaben mächtig Gas. 18:10 lagen sie vorne. Doch die um den reaktivierten Zuspieler Manuel Lingg nie aufgebenden Emmer schnupperten erneut am Satzgewinn (23:23). Aber dann sicherte Buochs-Trainer Raphael Zurgilgen mit einem Smash den Satzausgleich. Der dritte Spielabschnitt (25:19) war nur von kurzer Dauer. Innert 17 Minuten stellten die Emmer, von vielen unnötigen Fehlern des Gastes profitierend, den 2:1-Satzvorsprung sicher.

Der vierte Satz war eine enge Kiste. Über ein 4:8, 11:11, 14:11, 19:19 und 21:19 erkämpfte sich Buochs mit 25:22 den Satzausgleich. Der Entscheidungssatz war an Spannung, Dramatik und spielerischen Höhepunkten kaum zu überbieten. Bis zum Stande von 9:9 kam kein Team weg. Dann zog Buochs auf 14:11 davon. Doch der eine zum Sieg nötige Punkt wollte nicht gelingen. Im Gegenteil: Der sehr gut spielende Jan Christen, der schon den Satzball im dritten Spielabschnitt verwertete, sah seinen Abschlussball zum 18:16-Sieg auf dem Boden der Nidwaldner landen. Der Jubel im Emmer Lager war grenzenlos, die Niedergeschlagenheit der Buochser, mit dem Sieg vor Augen, mehr als nur verständlich. Auf die Frage, ob er den Matchball auf sicher hatte, kam die bescheidene Antwort von Christen: «Nein, nicht wirklich. Ich versuchte es einfach.»

Emmen-Nord hat sich den Ligaerhalt gesichert

Weshalb Buochs die 14:11-Führung im fünften Satz nicht zum Matchgewinn erspielen konnte, bleibt für Captain Andreas Bircher ein ungelöstes Rätsel. «Unsere Angriffe waren wirklich gut. Da können wir uns keine Vorwürfe machen», sinnierte er.

«Doch die Abwehrarbeit der Emmer war in dieser entscheidenden Phase sensationell. Sie haben wirklich stark gespielt»,

windet er dem Sieger ein Kränzchen. Emmens Trainer Jürg Unternährer war ob diesem Sieg natürlich glücklich: «Wir haben nach dem 11:14-Rückstand im Entscheidungssatz nie aufgegeben und wurden belohnt. Ich habe aber nicht mehr an diese Wende geglaubt», gibt er zu. Mit Rang sechs und 19 Punkten aus 14 Partien ist der Emmer Chef mit dem Erreichten zufrieden. «Zum Meisterschaftsstart kamen wir wegen Verletzungen mit dem kleinen Kader nicht auf Touren. Erst ab dem neuen Jahr kamen wir in Fahrt und holten die Punkte und haben uns den Ligaerhalt gesichert», meinte er strahlend. Für Buochs, das zu Beginn der Meisterschaft um einen der zwei ersten Plätze mitreden wollte, wird es schwierig, dieses Ziel zu erreichen. Auf den zweiten Tabellenrang fehlen fünf Spiele vor Qualifikationsschluss ebenso viele Punkte.

Emmen-Nord – Buochs 3:2
Gersag. – 25 Zuschauer. – SR Faye. – Spieldauer: 105 Minuten. – Sätze: 25:22, 23:25, 25:18, 22:25, 18:16. – Emmen-Nord: David Wyss, Lubina, Jan Christen, Bachmann, Zurmühle, Ronny Christen, Mojur (Libero); Schmidlin, Müller, von Ah, Lingg. – Buochs: Bircher, Zwyssig, Stanislav Christen, Gwerder, Zurgilgen, Zihlmann, Becker (Libero); Kummer, Näpflin, Dittli.

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