300-Meter-Schanze

Red Bull und die Liebe zu Adrenalin-Sportarten

«Die Kunst des Fliegens» – Einer der neusten Promotionsfilme von Red Bull

«Die Kunst des Fliegens» – Einer der neusten Promotionsfilme von Red Bull

Red Bull ist im Sport omnipräsent. Dabei gilt vor allem eines: umso waghalsiger und spektakulärer die Sportart, desto lukrativer. Auch jetzt sind sie damit in den Schlagzeilen: Red Bull will mit einem neuen Skiflug-Weltrekord Geschichte schreiben.

Immer höher, immer weiter, immer verrückter: Red Bull hat sich im Sport einen grossen Namen gemacht. So werden heute rund 600 Sportlerinnen und Sportler von Red Bull finanziell unterstützt. Oftmals sind sie in Randsportarten wie Surfen, Motocrossfahren bis hin zu Kunstfliegen oder Klettern tätig.

Der neuste Streich stammt aus dem Red-Bull-Lager der Skispringer beziehungsweise Skiflieger. Im Nationalpark «Hohe Tauern» in Österreich soll ein Skispringer auf einer reinen Naturschanze aus Schnee über 300 Meter weit fliegen. Der Bau der Schanze wurde erst vor wenigen Tagen genehmigt. Red Bull will das Projekt bis Ende März abgeschlossen haben. Welcher Skispringer den Mut aufbringt und den Sprung durchführt, ist noch unklar. Heisse Kandidaten sind der Pole Adam Malysz oder der Österreicher Gregor Schlierenzauer.

Hier ist Präzision gefragt: «Red Bull Air Race»

Hier ist Präzision gefragt: «Red Bull Air Race»

Was durchaus positiv klingt, stösst bei Sportexperten auf Unmut. Denn Red Bull investiert in Adrenalin-Sportarten, in denen von den Sportlern viel Mut mit übermenschlichen Fähigkeiten gefragt ist. Verrückte Aktionen sind von den gesponserten Sportlern erwünscht, das Risiko wird in Kauf genommen. «Leute, die solche Events veranstalten, haben wohl eine Neigung zu einem asozialen Charakter. Kein Wunder, dass sie so verantwortungslos handeln», sagte längst ein Werber dazu.

Red Bulls verrückte Todes-Aktionen

Schief sind die verrückten Stunts nämlich schon mehrmals ausgegangen: 2009 verloren zwei Objektspringer bei unterschiedlichen Aktionen ihr Leben. Der Amerikaner Eli Thompson touchierte bei Dreharbeiten in Lauterbrunnen die Felswand. Der wohl den Schweizern bekannteste tödliche Red-Bull-Fall dürfte jedoch der Sprung von Ueli Gegenschatz vom 88 Meter hohen Sunrise-Gebäude in Zürich Ende 2009 sein, der tödlich endete. Red Bull hielt sich daraufhin mit den Informationen stark zurück, weshalb das Unternehmen in den Medien stark kritisiert wurde.

Trotz allem: Die aussergewöhnliche Marketingstrategie rund um Red Bull und deren Slogan «Red Bull verleiht Flügel» scheint den Nagel auf den Kopf zu treffen. Das Konzept geht auf: So werden jährlich vier Milliarden Dosen in über 160 Ländern konsumiert – das sind rund 11 Millionen Dosen pro Tag! Zudem hat Red Bull ein Wahrnehmungswert von 48 Prozent. Heisst mit anderen Worten: Von Red Bull hat beinahe jeder Zweite auf der Welt zumindest ansatzweise schon mal etwas gehört. Das ist im Vergleich zu Konkurrenzgetränken aussergewöhnlich hoch.

Der märchenhafte Aufstieg des Dietrich M.

Hinter dem Erfolg des beliebten Getränks steht ein hartnäckiger Österreicher: Dietrich Mateschitz hat geschafft, was viele sich nicht einmal erträumen würden. Sein Aufstieg hört sich an wie ein Märchen: Mateschitz, der nach eigenen Angaben selbst 10 bis 12 Red Bull-Dosen pro Tag trinkt, hat in kurzer Zeit eine Weltmarke kreiert, die nicht mehr wegzudenken ist.

«Red Bull Crashed Ice»

«Red Bull Crashed Ice»

Angefangen hat er im stillen Kämmerchen in einem kleinen Büro in Salzburg. Drei Jahre lang hat er an seiner Idee getüftelt. Sein Projekt hat er mit seiner als Marketingdirektor angesparten halben Million Euro finanziert – ein mutiger Schritt mit vielen Kritikern und Gegnern. Das war 1984.

Heute ist Mateschitz 67 Jahre alt und der reichste Österreicher: Sein Privatvermögen wird auf rund vier Milliarden Euro geschätzt. Gemessen an seinem Vermögen zeigt sich Mateschitz aber ungewohnt bodenständig. Er präsentiert sich der Öffentlichkeit oft leger gekleidet mit Jeans, trendigen Schuhen und Lederjacke und erscheint mit diesem Look auch mal an Sitzungen, an denen sonst Kravatte und Kittel üblich sind.

Eines lässt sich Mateschitz aber nicht nehmen: Die Liebe zu Flugzeugen und Formel-1-Autos. Am Flughafen von Salzburg liess er längst den Hangar 7 errichten. Dort stellt er seine stattliche Sammlung aus. Leisten kann er sichs ja: Red Bull verzeichnet drei Milliarden Dollar Umsatz jährlich.

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