Der Kampf um den Sieg in der 1. Etappe, dem 9,5 km langen Einzelzeitfahren in Langnau im Emmental, hätte enger kaum sein können. Fünf Fahrer sahen sich am Ende um lediglich zwei Sekunden getrennt.

Rohan Dennis entschied die Prüfung letztlich um nur gerade 15 Hundertstel für sich. Um diese minime Differenz verwies der 29-Jährige Australier den Polen Maciej Bodnar auf Platz 2. Es war gleichzeitig der erste Saisonsieg von Dennis, der seit seinem in Innsbruck eroberten WM-Titel nie mehr zuoberst auf dem Podium gestanden hatte. An der Tour de Suisse hatte er aber schon vor zwei Jahren ähnlich brilliert. Damals gewann Dennis das Auftakt-Zeitfahren in Cham, und wenige Tage später liess er sich auch in Schaffhausen, ebenfalls im Kampf gegen die Uhr, nicht bezwingen.

Stefan Küng bricht im zweiten Streckenteil ein

Für Stefan Küng ging der Tag mit einer riesigen Enttäuschung zu Ende. Es schien alles angerichtet. Der flache Parcours, der lediglich drei Kurven beinhaltete, entsprach ganz den Wunschvorstellungen des Ostschweizers. Bis zur Hälfte sah es auch ganz gut aus.

Bei der Zwischenzeit nach 4,9 km lag Küng noch knapp 5 Sekunden vor Dennis, doch möglicherweise hatte er sich dabei auch etwas übernommen. Denn auf dem Rückweg nach Langnau konnte der 25-jährige Thurgauer seine Pace nicht halten. Am Ende lag Küng 9 Sekunden hinter dem siegreichen Dennis, seinem einstigen Teamkollegen bei BMC. Dies reichte nur noch zum 9. Schlussrang.

"Ich habe es gespürt, dass es mir auf dem zweiten Streckenteil nicht mehr lief. Ich bin einfach eingebrochen", sagte der schwer enttäuschte Küng hinterher. Dass er aber zu schnell angefahren war, glaubte er nicht.

Der Brite Geraint Thomas, als Gewinner der letztjährigen Tour-de-France der prominenteste Fahrer im Feld, befand sich ebenfalls noch nicht in bester Verfassung. 17 Sekunden verlor er auf Dennis. Damit war er nur 6 Sekunden schneller als sein Teamkollege Egan Bernal, der Kletter-Spezialist aus Kolumbien.

Auch für die Etappe vom Sonntag verbleibt der Tour-de-Suisse-Tross in Langnau. Es gilt einen Rundkurs von 53 km dreimal zu befahren. Zwei Steigungen stehen pro Umgang im Weg: der Schallenberg und das Chuderhüsi. Die reinen Sprinter dürften auf diesem Parcours überfordert sein.