Marcel Kittel setzte sich in Harrogate im Massensprint vor dem Slowaken Peter Sagan und dem Litauer Ramunas Navardauskas durch. Damit sicherte sich der Deutsche auch gleich das Maillot jaune des Gesamtersten. Wie bereits im Vorjahr erfolgte auch in Grossbritannien der Grand Départ des wichtigsten Radrennens der Welt ohne Prolog. Und genau gleich wie bei der Jubiläumstour war es wiederum Marcel Kittel, der das erste Leadertrikot übergestreift erhielt. Für den 26-Jährigen vom Team Giant-Shimano war es bereits der fünfte Tour-Tagessieg, nachdem er 2013 gleich vier Etappen in (Massen-)Sprints gewonnen hatte.

Ebenso wie in Bastia hiess der grosse Verlierer des Tages wiederum Mark Cavendish. Das Scheitern des Briten, der in seinem Heimatland vor Hunderttausenden von Fans erstmals das Gelbe Trikot erringen wollte, kam einem Drama gleich. Cavendish kam rund 250 m vor dem Ziel zu Fall, als er sich in aussichtsreicher Position mit dem Australier Simon Gerrans beharkte. Der Sprintstar musste sich danach einige Minuten sammeln, ehe er ganz langsam über die Ziellinie fuhr und sich dabei vor Schmerzen die rechte Schulter hielt.

Die Favoriten auf das Gesamtklassement - allen voran Vorjahressieger Chris Froome sowie der zweifache Sieger Alberto Contador - hielten sich in der ersten Etappe erwartungsgemäss bedeckt. Von den Schweizern, die 9 von 198 Fahrern im Feld stellen, setzte sich Fabian Cancellara in Szene. Der 33-jährige Berner griff bei der Flamme rouge an, hielt das Tempo aber nicht ganz durch und sah sich deshalb 200 m vor der Ziellinie wieder eingeholt. Als bester Schweizer klassierte sich in Harrogate Michael Albasini, der Zehnter wurde.

Um einiges anspruchsvoller als die Etappe zum Auftakt präsentiert sich das zweite Teilstück vom Sonntag, das über 201 km von York nach Sheffield führt. Gleich neun Bergpreiswertungen mit insgesamt über 3000 m Höhendifferenz stehen auf teils kurvenreichen und schmalen Strassen auf dem Programm. Für die reinen Sprinter wie Kittel und Cavendish (wenn er denn starten kann) sind dies wohl zu grosse Schwierigkeiten.