Affäre Armstrong

Wen bringt Armstrongs Doping-Beichte sonst noch ins Schwitzen?

Was weiss der ehemalige franzöische Präsident Nicolas Sarkozy über Armstrongs Doping

Was weiss der ehemalige franzöische Präsident Nicolas Sarkozy über Armstrongs Doping

Das wird ein besonderes Medienspektakel: Der ehemalige Fahrradprofi Lance Armstrong wird sich in einem exklusiven Interview den Fragen von Oprah Winfrey stellen - was nicht nur für ihn weitreichende Folgen haben wird.

Das zweieinhalb Stunden-Interview vom ehemaligen Radprofi, das auf operah.com in den Nächten auf Freitag und Samstag zu sehen ist, werden einige Grosse und Mächtige mit einem unguten Gefühl verfolgen. Das Geständnis Armstrongs ist ein kalkulierter Befreiungsschlag, der weite Kreise ziehen wird. Der 41-jährige hat noch nie einen unbedachten Eindruck gemacht und weiss, wie man die Medien für sich nutzt.

Quelle: youtube/OWN

Lance Armstrong bei Oprah Winfrey

Sarkozy muss sich vor Lance fürchten

Fest steht, dass das Geständnis andere, die von seinem Doping wussten oder dies sogar unterstützten, schwer belasten wird. So zum Beispiel hängt der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy tief mit drin, bei welchem die Ex-Fahrrad-Ikone mehrmals im Elyseé-Palast eingeladen war. Nach einem Besuch des US-Amerikaners wurde dann dafür gesorgt, dass das Budget des Dopinglabors AFLD in Paris auf einmal halbiert wurde. Der AFLD-Chef Pierre Bordy, der einen Ruf als Doping-Jäger vertrat, warf wenig später das Handtuch.

Das Engagement des Labors wurde von jedem Dopingsünder gefürchtet. Also auch von Armstrong; dies macht die Angelegenheit für Sarkozy äusserst brisant.

Auch Schweizer Dopingjäger sind involviert

Dem Leiter des Schweizerischen Doping-Labors, Martial Saugy, wird erneut Mithilfe im Fall Armstrong vorgeworfen. Die amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada leitete bereits früher den Verdacht auf Saugy, der Lance Armstrong den «Schlüssel» zu Tests gegeben haben soll, der Epo nachweist. Zu den jüngsten Vorwürfen wollte sich Saugy gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen «RTS» nicht äussern.

Wenn nun der nervenstarke Taktiker und ehemalige Fahrrad-Profi einer milderen Strafe entgegenwirken will, bleibt ihm wohl nichts anderes übrig, als Kronzeuge aufzutreten und dem Gericht prominente Helfer und Unterstützer preiszugeben. Führt dies dann zum Eklat für Sarkozy und Saugy? Ersterer kommentierte damals laut «spiegel.de», noch als Präsident von Frankreich, die Doping-Vorwürfe von Armstrong folgendermassen:«Sogar Asterix nahm Zaubertrank.»

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